Weiden in der Oberpfalz
09.09.2026 - 13:46 Uhr
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Stadtstrand Weiden: Erfolgreicher Testlauf und bald regelmäßiges Sommervergnügen?

Der Stadtstrand Weiden kommt bei Besuchern gut an – trotz anfänglicher Kritik. Eine abschließende Bilanz ist noch offen, ebenso wie die Frage, ob der Stadtstrand wiederkommt.

„Danke für diesen grandiosen Testlauf!“, schreiben die Organisatoren des „Stadtstrand Weiden“ auf ihrem Instagram-Profil. Eine abschließende Bilanz wollen sie gegenüber Oberpfalz-Medien allerdings vorerst noch nicht ziehen. „Eine seriöse Aussage können wir erst treffen, wenn wir mit den Anwohnern gesprochen und die Umfrage ausgewertet haben“, erklärt Philipp Roider, Stadtrat und JU-Vorsitzender. Gemeinsam mit der Bürgerliste Weiden und deren Vorsitzendem Jürgen Meyer, dem dritten Bürgermeister der Stadt, hat er den Stadtstrand initiiert. „Besonders gefreut hat mich, wie viele Menschen bereit waren, ehrenamtlich mit anzupacken und uns zu unterstützen. Ohne dieses Engagement wäre der Stadtstrand in dieser Form nicht möglich gewesen“, betont Meyer.

An der Umfrage, die über einen QR-Code aufgerufen werden konnte, haben nach Angaben der Stadt rund 170 Personen teilgenommen. Elf Tage lang konnte die Bevölkerung erleben, wie sich ein Stück Strand mitten in der Stadt anfühlt. „Mit Oberbürgermeister Benjamin Zeitler ist bereits besprochen, dass wir die Ergebnisse auch im Stadtrat vorstellen werden“, kündigt Meyer an.

Technisches Manko

Einen ersten Eindruck, wer den Stadtstrand besucht hat, gibt Gastronom Fabian Kleiner. „Das Publikum war sehr angenehm“, sagt er. Vormittags seien vor allem Familien mit Kindern und Rentner mit dem Fahrrad zum Stadtstrand gekommen, um dort eine Pause bei kalten Getränken einzulegen. Besonders am Abend habe sich der Platz verändert. „Abends waren junge Erwachsene da, darunter auch viele Studierende“, erzählt Kleiner. Dabei zog der Stadtstrand nicht nur Besucher aus Weiden an. Auch Gäste aus dem näheren Umland, wie Weiherhammer, Mantel oder Etzenricht, hätten laut dem Gastronomen auf dem Gelände am Realschulsportplatz vorbeigeschaut.

Ein technisches Manko allerdings sieht Fabian Kleiner beim Standort. „Das fließende Wasser fehlte“, betont er. „Wir hatten ein mobiles Waschbecken zum Händewaschen dabei und sind nach Veranstaltungsende zum Geschirrspülen ins Kir-Royal gegangen.“ Sollte das Event erneut stattfinden – und dann vielleicht sogar größer werden oder es künftig auch Speisen geben –, sei ein Wasseranschluss vor Ort zwingend notwendig.

Abgesehen von solchen „Kinderkrankheiten“ sei das Format erfolgreich gewesen. Auch das Wetter spielte dem Weidener Stadtstrand in die Karten. „Bis auf zwei Regentage hatten wir durchwegs gutes Wetter“, sagt Kleiner.

Welle der Diskussionen

Die Stadt zieht ebenfalls eine positive Bilanz. „Aus unserer Sicht war das Projekt ‚Stadtstrand‘ sehr gelungen“, heißt es aus dem Rathaus. Zunächst habe es kontroverse Diskussionen und kritische Stimmen auf dem Facebook-Konto der Stadt gegeben. Nachdem sich die erste Welle der Diskussionen gelegt hatte, sei viel positives Feedback eingegangen. Insgesamt habe man „eine sehr gute Resonanz“ erhalten. Doch nicht alle sehen in dem Testlauf bereits eine Erfolgsgeschichte – vor allem hinsichtlich der anfallenden Kosten.

Die SPD-Fraktion steht dem Stadtstrand grundsätzlich positiv gegenüber, sieht jedoch offene Fragen. „Wir wollen das Projekt nicht schlechtreden. Aber bei öffentlichen Geldern und einer möglichen dauerhaften Einrichtung müssen wir genau hinschauen, besonders in Zeiten knapper Kassen“, teilt SPD-Fraktionsvorsitzende Hildegard Ziegler mit. Sie verweist auch auf Bedenken von Sportlern und Anwohnern bezüglich des Standorts. Gerade weil bereits öffentlich über eine mögliche Fortführung oder Ausweitung des Angebots gesprochen werde, sei es wichtig, von Anfang an Transparenz über Kosten, Finanzierung, Zuständigkeiten und den tatsächlichen Nutzen herzustellen.

Ein entsprechender Fragenkatalog, den die SPD-Fraktion im Vorfeld an Oberbürgermeister Benjamin Zeitler gerichtet habe, sei bislang unbeantwortet geblieben. Sollte der Stadtstrand eine Fortsetzung bekommen, dann aus Sicht der SPD möglichst kostenneutral für die Stadt und mit vorheriger politischer Beschlussfassung.

Der Strand geht, die Pläne bleiben

Inzwischen ist vom Stadtstrand nicht mehr viel zu sehen. Die rund 480 Quadratmeter große Fläche ist bereits zwei Tage danach fast vollständig aufgeräumt. Die Liegestühle und die Bar sind abgebaut, auch die Palmen wurden vom Sponsor abgeholt. Einige davon haben neue Besitzer gefunden, andere dagegen sind nach Angaben von Fabian Kleinert noch zu haben.

Offen ist, was mit dem Sand passiert. Die 16 Tonnen weißer Kaolinsand gehören nun der Stadt und sollen vom Bauhof beziehungsweise von der Stadtgärtnerei für andere Projekte verwendet werden. Welche Vorhaben das sein werden, kann die Stadt derzeit noch nicht beantworten.

Was vom Stadtstrand bleibt, ist nicht nur eine Menge Sand. Es steht nun die Frage im Raum, ob aus dem Testlauf eine wiederkehrende Sommerveranstaltung werden kann.

Größer und anders planen

„Nach den vielen positiven Rückmeldungen stehen die Chancen aus meiner Sicht gut, dass es weitergeht“, sagt Meyer. Eine Fortsetzung solle aber keine Kopie des ersten Jahres sein: „Wenn wir es wieder machen, dann länger, mit mehr Angeboten und einem weiterentwickelten Konzept.“ Bei einer Neuauflage müsste aus Sicht von Fabian Kleiner allerdings auch ein anderer Standort gefunden werden. Viele würden sich einen Veranstaltungsort am Wasser wünschen, weiß der Gastronom. Einen geeigneten Platz zu finden, sei jedoch schwierig.

Das Stadtbad wäre zwar geeignet, das Gelände befinde sich aber in Privatbesitz. Auch das Wehr am Hammerweg sei keine ideale Alternative. „In der nächsten Woche gibt es ein erstes Treffen der Organisatoren, und dann muss man mit der Stadt erst einmal planen“, sagt Kleiner.

Meyer sieht im Stadtstrand mehr als einen Versuch. „Ein Stadtstrand schafft Aufenthaltsqualität, belebt die Innenstadt und bringt Menschen zusammen“, sagt er. Er zeige außerdem, dass öffentlicher Raum zeitweise ganz neu und anders genutzt werden könne. Auch wirtschaftlich stecke Potential in einem größeren Konzept. Flächen oder gastronomische Bereiche könnten verpachtet werden, so Einnahmen für die Stadt bringen. „Erste Interessenten gibt es bereits.“

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Weiden in der Oberpfalz31.08.2026
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