12.10.2020 - 17:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtwerke bunkern mehr Trinkwasser

Die Zeitenwende ist für nächstes Jahr geplant. Dann soll das neue Wasserwerk der Stadtwerke Weiden in Betrieb gehen. Um die Brunnen zu schonen, die Schüttung langfristig zu sichern, wird das Wasser in gewaltigen Kesseln "gestapelt".

von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die alte Dame darf in Rente gehen: Seit 1933 dient das Wasserwerk, zwar immer wieder auf den Stand der Technik gebracht, zuverlässig der Versorgung der Weidener Bürger, berichtet Stadtwerkevorstand Johann Riedl, als er den "alten" Verwaltungsräten auf der großen Baustelle zeigt, was aus ihren Beschlüssen geworden ist.

Trinkwasser in Reserve

Allein seit 2014 habe der Verwaltungsrat Investitionen in Kanal-,Wasser- und Gasversorgung von 74.5 Millionen Euro beschlossen, so Riedl. Mit über 14 Millionen Euro sei das Wasserwerk einer der größten Bausteine. Für das Wasserwerk gebe es fünf Millionen Euro an Zuschüssen. Die Investition führe aber auch dazu, dass die Wasserpreise erhöht werden müssten. Allerdings deute sich an, dass aufgrund der Coronakrise die europaweit ausgeschriebenen Aufträge um etwa 1,7 Millionen Euro unter den Kostenvoranschlägen bleiben könnten.

Mit der neue Anlage ändere sich die Wasseraufbereitung bei den Stadtwerken grundsätzlich. Dafür steht ein regelrechter Technologiesprung. "Unser Wasser wird noch besser und endlich auch weicher", erklärt Riedl. Auf Nachfrage von Hans Sperrer räumt die Spitze der Stadtwerke ein, dass sich die Trockenheit der vergangenen drei Jahre bei der Wasserförderung merkbar mache. Die mögliche Wasserförderung gehe "tendenziell nach unter", sei aber "noch nicht dramatisch". Dennoch dient auch hier das Wasserwerk dazu, die insgesamt zwölf, bis zu 220 Meter tiefen Brunnen künftig schonender zu betreiben, erläutert Stefan Schinabeck, Abteilungsleitung Gas/Wasser.

Brunnen schonen

In den beiden neuen Trinkwasser-Bassins kann eine Wassermenge gespeichert werden, die acht Sportbecken der Weidener Thermenwelt (WTW) füllen würde. Durch diese Pufferkapazität ist es möglich, die Tiefbrunnen wesentlich wirtschaftlicher, vor allem schonender zu fahren. Müssen bisher die Pumpen entsprechend der Abnahme gerade zu den Stoßzeiten (wenn am Morgen, mittags und abends hohe Mengen gebraucht werden) auf Hochtouren laufen, so wird es künftig möglich sein, über 20 Stunden hinweg mit geringerer Saugleistung zu arbeiten. Im nächsten Jahr stehen zudem zwei Tiefbrunnen zur Sanierung an.

Das neue Wasserwerk soll in etwa einem Jahr den Betrieb aufnehmen. Die alte Anlage wird abgebrochen. Sie macht Platz für den Betriebshof der Stadtwerke, der von der Innenstadt an die Georg-Stöckl-/Alte Neustädter Straße verlagert wird und damit unerwartete Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich der Stadtwerke-Zentrale eröffnet.

Verwaltungsräte verabschiedet

Oberbürgermeister Jens Meyer, als Nachfolger von Kurt Seggewiß auch Verwaltungsratsvorsitzender, verabschiedete die ausscheidenden Gremiumsmitglieder, die zum Teil seit Jahrzehnten Mitglieder des Werkausschusses waren und damit die Weichen im Unternehmen stellten. Sie hatten auch den Umbau des einst städtischen Eigenbetriebs zum Kommunalunternehmen mitgetragen. Nach 30 Jahre gab etwa Hans Sperrer sein Amt weiter.

Mit ihm verabschiedete Meyer auch Wolfgang Pausch (CSU), Karl Bärnklau (Grüne), Christian Deglmann (Bürgerliste), Norbert Freundorfer (SPD) sowie Laura Werber, die als Grünen-Stadträtin aufgrund der Veränderungen in der Fraktion Grün.Bunt.Weiden nur wenige Wochen dem Verwaltungsrat angehörte. Offiziell verabschiedet wurde auch Rainer Heinold, der 30 Jahre lang der Freizeitzentrum Raiffeisenstraße geleitet hatte und im Februar in den Ruhestand gegangen war.

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