14.06.2021 - 18:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Startprobleme beim digitalen Corona-Impfnachweis

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Seit Montag dürfen Apotheken auch in Weiden und im Landkreis Neustadt/WN nachträglich das Zertifikat für den digitalen Impfnachweis ausstellen. Bei Hausärzten und im Impfzentrum dauert es noch.

Nadine Paulus lässt sich in der Mohren-Apotheke in Weiden von Apotheker Andreas Biebl den QR-Code für den digitalen Impfnachweis ausstellen.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Ein paar weiße und schwarze Quadrate sollen Geimpften in Zukunft den Alltag erleichtern. Seit Montag dürfen Apotheken das Impfzertifikat mit dem begehrten QR-Code für vollständig Geimpfte ausstellen. Wer die zweite Impfung in einem Impfzentrum erhält, sollte den Nachweis gleich vor Ort bekommen und sich den Weg zur Apotheke sparen können. Hausärzte sollen in den kommenden Wochen das Dokument erstellen können.

Für das Impfzertifikat ist Nadine Paulus nach Weiden in die Mohren Apotheke gekommen. Dazu holt sie aus ihrer Handtasche den gelben Impfausweis, ihr Handy sowie den Reisepass. "Der digitale Impfnachweis ist für mich eine Erleichterung", sagt die Lehrerin. Ihren Impfpass aus Papier muss sie nun bei Flügen, Grenzübertritten oder Veranstaltungen nicht mehr vorzeigen.

Start mit Hindernissen

Apotheker Andreas Biebl prüft die Unterlagen und tippt die relevanten Daten wie den Namen, Geburtsdatum, Impfstoff und Impfdatum ein. Nur wenige Minuten später kann er den QR-Code ausdrucken. "Das war am Morgen noch anders, da gab es ein paar Startschwierigkeiten." Mit denen kämpfte auch das Impfzentrum Weiden-Neustadt. Zumindest vorübergehend waren dort keine Impfzertifikate zu haben – auch nicht für diejenigen, die an diesem Tag die Zweitimpfung erhielten. Auch ein Redakteur von Oberpfalz-Medien ging leer aus. Er erfuhr, dass das System überlastet sei, man sei sich nicht sicher, ob es funktioniere. Sicherheitshalber sollten die Geimpften bei den Apotheken vorstellig werden. Ein älterer Besucher wiederum erzählte, ihn habe die Apotheke wegen des Nachweises zum Impfzentrum geschickt. Irritationen allenthalben.

"Das Interesse am digitalen Impfpass ist durchaus vorhanden", sagt Sebastian Seibert von der Rotkreuzbereitschaft Weiden auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. "Wir leiten aktuell alle bereits Geimpften an die Apotheken weiter. Eine Nacherfassung seitens der Impfzentren ist wohl ab Mitte Juli möglich." Die Impfzentren in Pressath und Vohenstrauß stellten den Nachweis aus. Auch sollen die QR-Codes laut Bundesgesundheitsministerium per Post-Nachversand oder durch Online-Portale zur Verfügung gestellt werden. "Ob, wann und wie das ablaufen wird, ist uns aktuell nicht bekannt", so Seibert. Wer nicht darauf warten möchte, den verweist das Impfzentrum an die Apotheken vor Ort.

Teilnahme für Apotheken nicht verpflichtend

Wie Andreas Biebl, Sprecher der Weidener Apotheker erzählt, war das Programm, auf das gut 20.000 Apotheken in ganz Deutschland zugreifen, phasenweise nicht erreichbar. 14 seiner Weidener Kollegen leisten laut Portal mein-apothekenmanager.de den Service, 17 sind es im Landkreis Neustadt/WN. "Die Ausstellung des Zertifikats ist für Apotheken nicht verpflichtend", sagt Martin Wolf, Pressesprecher für die Apotheker im Landkreis Neustadt/WN. Dennoch geht auch er davon aus, dass das Impfzertifikat in fast allen Apotheken im Landkreis erhältlich ist. "Die Ausstellung ist für die Geimpften kostenlos", erklärt er. Die Nachfrage blieb am Montag überschaubar. "Der Ansturm war nicht so groß wie erwartet", stellt Wolf fest. Anmelden müssen sich Geimpfte für das Zertifikat bei ihm nicht.

Nachweise auch beim Hausarzt

Um etwas Geduld bittet Dr. Martin Poschenrieder, der in Vohenstrauß und Eslarn eine Hausarztpraxis betreibt. "Sobald das Update für unser Praxissystem da ist, können auch wir nachträglich das Zertifikat ausstellen", erklärt der Allgemeinmediziner, der auch als Ärztlicher Koordinator im Landkreis Neustadt/WN tätig ist. Vereinzelt fragten Patienten am Montag nach dem Nachweis. Wie es auch im Impfzentrum der Fall sein sollte, erhalten seine Patienten den QR-Code nach der zweiten Impfung in der Praxis.

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Hintergrund:

Das ist der digitale Impfnachweis

  • Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier.
  • Bereits vollständig Geimpfte können den QR-Code für den digitalen Impfausweis in den Apotheken nachträglich erstellen lassen.
  • Auf dem Portal mein-apothekenmanager.de sind die Apotheken gelistet, die nachträglich diese Impfpässe ausstellen
  • Das Zertifikat erhält man nach der Corona-Impfung im Impfzentrum oder beim Hausarzt
  • Der Ausdruck kann mit der CovPass App oder der Corona-Warn-App eingescannt und verwaltet werden
  • Die Ausstellung ist für die Geimpften kostenlos
Service:

Diese Apotheken stellen das digitale Impfzertifikat aus

  • Stadt Weiden: Apotheke im Vesten Haus, Mohren-Apotheke, Kronen-Apotheke, Johannis-Apotheke, Augustinus-Apotheke am Klinikum, Paracelsus-Apotheke, Sonnenapotheke, Moosloh-Apotheke, Vitalis-Apotheke, Stockenhut-Apotheke, Apotheke im Kaufland OHG, Apotheke am Hammerweg, St.-Georgs-Apotheke, Easy-Apotheke
  • Landkreis Neustadt/WN: Sonnen-Apotheke, Altenstadt; Martins-Apotheke, Altenstadt; St.-Georgs-Apotheke, Neustadt; Brunnen-Apotheke, Floß; Nikolaus-Apotheke, Luhe-Wildenau; Apotheke Schug, Windischeschenbach; Rosen-Apotheke, Vohenstrauß; Stadt-Apotheke OHG, Vohenstrauß; Burg-Apotheke, Vohenstrauß; Altstadt-Apotheke, Pressath; Stadt-Apotheke, Grafenwöhr; St.-Jodok-Apotheke, Tännesberg; Marien-Apotheke, Moosbach; Apotheke Schug, Eschenbach; Stadt-Apotheke, Eschenbach; Heidenaab-Apotheke, Weiherhammer; Karls-Apotheke, Waidhaus

 

 

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