18.11.2019 - 11:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vom Steinzeitschaber zur Wolfsfalle

Der Heimatkundliche Arbeitskreis des Oberpfälzer Waldvereins stellt den 64. Band aus der Reihe "Oberpfälzer Heimat" vor.

Adalbert Busl präsentiert Interessierten und Autoren den 64. Band aus der Reihe "Oberpfälzer Heimat".
von Helmut KunzProfil

In der nördlichen Oberpfalz schlummern immer noch Schätze aus der Frühzeit der archäologischen Feldforschung. Deshalb lohnt es sich durchaus, in der steinigen und rauen Region nach Überresten aus Stein- und Metallzeit und den Zeugnissen längst vergangener Kulturen zu suchen. Überrascht werde man sein, in welcher Menge und in welch gutem Erhaltungszustand diese Zeugnisse unserer Vorfahren seien, schreibt Thomas Bäumler in seinem Aufsatz, den er im nunmehr 64. Band der Reihe „Oberpfälzer Heimat“ veröffentlicht hat.

Herausgeber ist der Heimatkundliche Arbeitskreis im Oberpfälzer Waldverein. Adalbert Busl präsentierte das 220 Seiten umfassende Buch im Vereinsheim „Almrausch“. Darin veröffentlichen 18 Autoren ganz besondere und intensive Beiträge zur Heimatkunde der Oberpfalz. So berichtet Thomas Ernst etwa über seine Neufunde aus der Steinzeit auf der östlichen Pfreimd-Terrasse am Nordausgang von Pfreimd sowie über eine silberne Riemenzunge.

In Anwesenheit von Stadtarchivarin Petra Vorsatz und dem Historiker Sebastian Schott, der im Büchlein einen Bericht zum Thema „Wölfe und Wolfsjagd im Amt Parkstein-Weiden im 18. Jahrhundert“ veröffentlicht, stellte Busl („Aufbruch ins Wirtschaftswunder – das Entstehen der Betriebe in Wiesau der Nachkriegszeit“) die Autoren und ihre Arbeiten vor.

Thomas Feiler berichtet auf 15 Seiten über das Thema „Maria Franziska Dorothea von Pfalz-Sulzbach und der Exorzist Joh. Joseph Gaßner“. Thomas Vitzthum erläutert „Neue Erkenntnisse zu Kaspar Erlbeck, Burghüter und Landrichter von Parkstein“ und Georg Schmidbauer schreibt über „Abgegangene Ortschaften im Bereich der Marktgemeinde Waldthurn.“

Mit Waldsassen und den Zisterzienserinnen im Spiegel der Amberger Urkunden befasst sich Wolfgang Wüst. Und Bernhard Steghöfer geht auf Spurensuche nach den „Vier Vierheiten im Neustädter Schloss“. „Der Steinzeug-Humpen des Windischeschenbacher Richters Andreas Jan“ hat es zehn Seiten lang Michael Neubauer angetan. Und Josef Eimer setzt sich mit dem Eigentümer des Schlosses Wernberg, Otto Freiherr von Roman, auseinander.

Für Bernhard Weigl war eine Szene aus der Zeit des Simultaneums in Weiden Grund dafür, den Aufsatz „Am Bart gezogen“ zu schreiben. Alfred Kunz beleuchtet die Geschichte der Gendarmerie im Bezirksamt Tirschenreuth. Wie es den Zeugen Jehovas während des NS-Gewaltregimes ergangen ist, behandelt Harald Fähnrich. Und Anton Fleischmann widmet sich wieder seinem Lieblingsthema Luhe. Diesmal befasste er sich mit der alten Holzbrücke über der Naab und deren Nachfolgern.

Auf Kartuschensuche geht Heinrich Deinzer auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Marc Rothballer schreibt über Therese Tesdorpf-Sickebergers literarische Erinnerungen an Weiherhammer. Den Schlusspunkt setzt Heiner Aichinger. Seine Geschichte: „Z’sammaklabts (Strandgut der Heimatgeschichte)“. Das Buch wird gefördert vom Bezirk Oberpfalz und wird vom Heimatkundlichen Arbeitskreis in der Schulgasse 3a in Weiden vertrieben.

Adalbert Busl präsentiert Interessierten und Autoren den 64. Band aus der Reihe "Oberpfälzer Heimat".
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