Als die Stadtwerke Weiden im September dieses Jahres eine Preissteigerung der Tarife für Erdgas bekanntgaben, schwang schon so etwas wie eine dumpfe Vorahnung mit. Im November, hieß es damals, werde man einen weiteren Anstieg bekanntgeben müssen, dann auch für die Strompreise. Es war erwartet worden, dass die Tariferhöhung heftiger ausfallen würde. Damals ging eine Beispielrechnung von 95 Euro an Mehrkosten für Familien pro Monat ab November aus.
Nun sind die neuen Tarife ab Januar da. Und die errechneten Mehrkosten für Kunden im Netzgebiet der Stadt Weiden lassen die Zahlen aus dem Frühherbst verblassen.
Doppelter Arbeitspreis
Ein Vierpersonenhaushalt, der etwa 20.000 Kilowattstunden Gas im Jahr verbraucht, bekommt ab Januar monatlich eine um 125 Euro höhere Gasrechnung als bislang. Auf ein Jahr gerechnet – sollten die Preise gleich bleiben – wären das 1500 Euro zusätzliche Ausgaben. Wer die Gas-Grundversorgung bezieht zahlt ab Januar sogar 267 Euro mehr pro Monat, im Jahr wären das 3204 Euro mehr als mit den derzeitigen Tarifen. Der Arbeitspreis steigt hier, verglichen mit den Tarifen ab November, von gut 14 auf mehr als 30 Cent pro Kilowattstunde.
"Die gestiegene Nachfrage nach Energie und die aktuelle weltpolitische Lage – verschuldet durch den Krieg in der Ukraine – hat zu einem dramatischen Anstieg der Erdgaspreise geführt. Seit Jahresbeginn hat sich der Gaspreis an der Handelsmärkten vervielfacht", schreiben die Stadtwerke dazu in einer Pressemitteilung. Man könne trotz des "strukturierten und nachhaltigen Einkaufs die enorme Steigerung der Beschaffungspreise nicht mehr kompensieren".
Zahlungstermin verschieben?
Beim Strom gehen die Preise der Stadtwerke ebenfalls nach oben. Auf einen Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Stromverbrauch kommen im Jahr monatliche Mehrkosten von 78 Euro zu, berechnet der Versorger. Das wäre ein Plus von 936 Euro im Jahr.
Kunden, die die Forderungen nicht mehr stemmen können, bieten die Stadtwerke laut Mitteilung "individuelle Lösungen wie etwa die Verschiebung des Zahlungstermins oder aber die Nutzung der verschiedenen sozialen Unterstützungsmöglichkeiten an". Man werde selbstverständlich die Preise wieder senken, sobald der Energiemarkt wieder mehr Spielraum böte. Mögliche Erleichterungen durch die Gas- und Strompreisbremse wollen die Stadtwerke sofort an Kunden weitergeben. So fair die Lösungen klingen, den ersten Schock der Kunden dürften sie kaum abmildern können.













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