07.06.2018 - 12:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Superprojekt" für alle Kinder

Es ist ein Programm, von dem alle profitieren. Der Staat fördert Einrichtungen, die Kinder aus Flüchtlingsfamilien betreuen. Die Kindergarten-Leiterinnen ziehen Bilanz.

Die Kindergartenleiter ziehen erste Bilanz über das Förderprogramm für Flüchtlingskinder. Mit dabei sind Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann, Dekan Johannes Lukas (Erster und Zweiter von links) sowie Jugendamtsverteterin Beate Hoge (Vierte von links).
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Der Name des Förderprogramms klingt kompliziert: „Richtlinie zur Förderung der Bildung, Erziehung und Betreuung von Asylbewerber- und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen“. Tatsächlich geht es um einen ganz einfachen Sachverhalt. Weil immer mehr Kinder aus Flüchtlingsfamilien die Kindergärten und Horte in Weiden besuchen, gibt es Geld vom Staat für Ausstattung und Spielgeräte. Rund 9000 Euro waren es im vergangenen Jahr, jetzt wurde Bilanz gezogen. Im Kindergarten und Hort Sankt Konrad waren dazu die Leiterinnen von 14 Kindertageseinrichtungen in Weiden zusammengekommen.

„Es ist ein Superprojekt“, lobte die Gastgeberin Barbara Zehrer das Förderprogramm des Bayrischen Arbeits- und Familienministeriums. Beate Hoge vom Jugendamt Weiden erläuterte die Details: 53 Kinder von Asylbewerbern würden derzeit die Kinderbetreuungseinrichtungen in Weiden besuchen, aber „980 Kinder in ganz Weiden profitieren von diesem Förderprogramm“. Schließlich würde gemeinsam gelernt und gespielt. In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es auch: „Das Kennenlernen der abendländischen Kultur ist ein weiterer Schwerpunkt des Programms“. Alle Einrichtungen konnten Wünsche äußern. Gekauft wurden etwa Bildkarten, Bücher, Tischspiele aber auch Smartphones und Notebooks für die Betreuungskräfte.

Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann sah darin einen Beitrag zur Integration der Flüchtlingsfamilien. Er erinnerte daran, dass sich für die Stadt Weiden ohne die Zuwandererwellen der letzten Jahrzehnte die negative Bevölkerungsprognose von nur noch 30.000 Einwohnern bewahrheitet hätte. Dekan Johannes Lukas freute sich, dass „Kinder bereits in jungen Jahren integriert werden, denn diese sind flexibler als Erwachsene“. Das Förderprogramm wird in diesem und im nächsten Jahr fortgesetzt.

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