21.06.2020 - 11:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tafel Weiden: "Sind bisher gut durch Coronakrise gekommen"

Der Betrieb bei der Weidener Tafel normalisiert sich langsam wieder. Und jetzt hilft auch noch eine Spende.

Josef Gebhardt (links) freut sich über eine Geldspende von Sabine und Bernd Mende.
von Helmut KunzProfil

Wie Tafel-Vorsitzender Josef Gebhardt erklärte, mussten während der Coronakrise zwei Drittel der Mitarbeiter – Ehrenamtliche wie Ein-Euro-Jobber – zuhause bleiben. Das Kundenaufkommen sei um 25 Prozent gesunken. Besonders ältere Tafel-Kunden habe er persönlich ermuntert, zu kommen. „Wir haben auch Lebensmittel zu den Leuten nach Hause gefahren.“

Die Unterhaltskosten waren um „etliche tausend Euro“ gestiegen. Als Gründe nannte Gebhardt Ausgaben für Mundschutz, literweise Desinfektionsmittel und den Aufbau von Schutzwänden. „Die Leute mussten sich die Hände desinfizieren. Unser Personal hat jeden Lebensmittelkorb desinfiziert.“ Zum Abholen von Lebensmitteln habe man weitere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen, was ein erheblicher zeitlicher Mehraufwand gewesen sei.

„Wir hatten aber im Gegensatz zu anderen Tafeln die ganze Zeit über geöffnet. Personal war da.“ Glücklicherweise wurden im Januar Räume angemietet, „so dass wir locker die Abstandsregeln gewährleisten konnten.“ Gebhardt: „Wir sind gut durch die Corona-Krise gekommen.“ Natürlich habe die komplette Logistik neu geplant werden müssen. Eine Blaupause für die Zukunft.

Während der Coronakrise bangten die Bedürftigen um die Lebensversorgung:

Weiden in der Oberpfalz

„Heute fragen mich die Leute, ob die Gefahr nun wohl endlich vorbei sei. Ich sage dann immer: Nein!“ Die Lockerung der Corona-Regeln täusche. Innerhalb seiner Mitarbeiterschaft, aber auch im Kundenkreis habe es keine Corona-Erkrankungen gegeben. Während der letzten Monate wurden die Kunden gebeten, ihre Kinder während des Einkaufs daheim zu lassen.

Aktuell bezögen in Weiden und dem Landkreis Neustadt 1200 Personen Nutzungskarten für die Tafel. Auf jede Karte kämen im Durchschnitt 2,5 Personen. Menschen zwischen 16 und 90 Jahren. 60 Prozent rekrutierten sich aus dem Hartz-IV-Bereich, wären eigentlich im arbeitsfähigen Alter, wie Gebhardt betonte. Nicht in Arbeit meist aufgrund von Langzeiterkrankungen und Scheidungen. 60 Prozent der Kartenempfänger kämen wiederum aus Weiden. Der Rest seien Landkreisbewohner. Zur Entlastung der Zentrale in der Fichtestraße habe man mittlerweile Außenstellen in Vohenstrauß, Floß, Mantel und Rothenstadt eingerichtet. Ein Verkaufsraum in Windischeschenbach sei geplant.

Das Wirtsehepaar Sabine und Bernd Mende vom „Parapluie“ spendete nun 500 Euro. „Das Geld brauchen wir dringend“, sagte Gebhardt. Der Betrag war der Erlös aus der Aktion „Kaffee vom Brett“, das der Vorsitzende des Fotostammtischs Winfried Kamm ins Leben gerufen hatte. Hintergrund: Gäste spenden Kaffee oder Speisen, die ans Brett geschrieben und von Bedürftigen eingelöst werden können. Außerdem wurde während der letzten „Livestage“-Konzerte eine Losaktion veranstaltet, deren Erlös für die „Tafel“ bestimmt war. Wegen der Coronakrise war die Aktion leider nur auf drei Konzerte begrenzt.

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