08.04.2021 - 17:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tafel Weiden-Neustadt/WN: Suche nach neuem Vorsitzenden läuft auf Hochtouren

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Schon lange möchte Tafel-Vorsitzender Josef Gebhardt die Verantwortung an einen Nachfolger abgeben. Fehlende Bewerber und die Corona-Pandemie haben das bisher erschwert. Doch jetzt scheint eine Lösung in Sicht.

Die Versorgung Bedürftiger in Weiden und dem Landkreis läuft dank der Tafel Weiden-Neustadt/WN auch in Coronazeiten reibungslos. Anders die Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Hier hofft Josef Gebhardt auf eine baldige Lösung.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Der Laden läuft. Auf die Versorgung mit Lebensmitteln und frischem Obst und Gemüse können sich die Bedürftigen in der Stadt Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN auch in der Corona-Pandemie verlassen. "Wir hatten immer geöffnet und darauf bin ich besonders stolz", sagt Tafel-Vorsitzender Josef Gebhardt auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Für 1800 Erwachsene und 1100 Kinder war die Tafel mit ihren Außenstellen in Rothenstadt, Mantel, Floß, Windischeschenbach und Vohenstrauß auch im Jahr 2020 eine verlässliche Anlaufstelle. "Wir haben 1100 Abholkarten ausgegeben", sagt Gebhardt und ergänzt zum Verständnis, dass hinter jedem Schein 2,5 Personen stehen würden. Erschreckend viele Kinder seien darunter. Die treffe Armut ganz besonders.

Schwierige Suche

Für Gebhardt, wie für die zwölf festen Mitarbeiter und die rund 70 ehrenamtlichen Helfer, ist die Tafel seit über zwölf Jahren ein Erfolgsmodell. Damit es auch weiterhin am Laufen gehalten wird, sucht der Vorsitzende schon lange nach einer neuen Führung. Denn außer ihm wird auch sein Stellvertreter Engelbert Mayer seinen Posten zur Verfügung stellen. Die Suche gestaltete sich bislang schwierig, denn die Aufgabe "erledige man nicht eben mal so nebenbei". Corona kam erschwerend dazu, so dass regelmäßige Vorstandssitzungen oder Versammlungen kaum möglich waren.

Dem nicht genug, rutschte Josef Gebhardt Anfang des Jahres auf einer Eisplatte aus und zog sich einen komplizierten Bruch zu. Die Genesung werde langwierig, weiß der 75-Jährige, der sich im Moment auf Reha befindet. Auch in dieser Situation seien seine Gedanken immer bei der Tafel. "Fast täglich stehe ich mit meinem Team in Kontakt. Wir hoffen, dass wir im Mai ein Treffen abhalten können. Denn es gibt viel zu besprechen." Es gebe Ideen für eine Nachfolgeregelung. Zu viel will und kann Gebhardt noch nicht verraten. Nur so viel: "Es gibt eine gemeinnützige Organisation aus Weiden, die sich für die Übernahme der Tafel interessiert. Außerdem haben Einzelne aus dem Kreis der Helfer signalisiert, dass sie sich vorstellen könnten als Geschäftsführer zu fungieren."

40 000 Euro Mehrkosten

Möglichkeiten, die noch intensiv diskutiert werden müssen. Hinter den Kulissen stehe man mit den Interessenten im regen Austausch. Eine Hilfsorganisation brächte natürlich Erfahrung mit. Auch eine semi-professionelle Lösung mit einem Geschäftsführer könnte er sich vorstellen. "Doch da kommen wir mit dem Geld nicht hin. Wir bräuchten aus dem Stand Mehreinnahmen von 40 000 Euro im Jahr, um die Stelle finanzieren zu können." Das sei im Moment nicht zu schultern, sagt der Vorsitzende. Aber noch sei nichts entschieden. Er sei optimistisch, dass es zu einer Lösung kommt. Der oder die neuen Verantwortlichen würden eine gut organisierte Struktur übernehmen. "Wir sind zufrieden in der momentanen Lage und haben auch Corona bisher gemeistert." Nachdem in der ersten Welle der Pandemie die Lebensmittelspenden um 20 Prozent einbrachen und zum Teil kaum Nachschub kam, unter anderem, weil die Gastronomie schließen musste, waren die Helfer in der zweiten Welle besser vorbereitet. Auch dank einiger treuer Unternehmen aus der Region, die "an uns denken", ist Gebhardt dankbar. Eine verlässliche Bank seien auch die vielen Helfer.

Die Tafel wird durch Spender und Sponsoren unterstützt, wobei auch hier Corona im vergangenen Jahr die Barspenden etwas spärlicher habe fließen lassen. "Die bräuchten wir aber unter anderem für den Unterhalt des Fuhrparks. Die drei Fahrzeuge samt Kühllaster sind zuletzt 85 000 Kilometer gefahren. Der Verschleiß ist hoch." Sehnsüchtig erwartet werde von allen die Eröffnung des Cafés in den Räumen der Tafel in der Fichtestraße. "Es ist alles vorbereitet", sagt Josef Gebhardt.

Armut hat viele Gesichter - auch in Weiden und im Kreis Neustadt/WN

Info:

Aktuelle Vorstandschaft der Tafel Weiden-Neustadt/WN

  • Vorsitzender Josef Gebhardt (hört auf)
  • Stellvertreter Engelbert Mayer (hört auf)
  • Schatzmeisterin Gabriele Glaubitz
  • Schriftführerin Angelika Michel
  • Beisitzer Hermann Rothballer

Außerdem engagieren sich als Kassenprüfer Elmar Grosser und Stefanie Sperrer und die Beiräte Horst Fabriz, Norbert Griesbacher, Ingrid Karl, Martin Höhne, Diana Hermann und Hedwig Reger.

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