24.07.2018 - 21:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Taktgeber für eine jazzige Woche

Beim Weidener Jazz-Seminar setzt Thomas Stock seit Jahren auf den selben Rhythmus. Mit Erfolg. Am Montag stehen erneut mehr als 50 lernwillige Musiker beim Schlagzeuger auf der Matte.

Organisator und Schlagzeug-Dozent Thomas Stock (53). Beim Jazz-Seminar setzt er auf einen bewährten, festen Rhythmus.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

(rg) Auch so eine Erfahrung aus den vergangenen 15 Jahren: Werbung in großen Fachmagazinen "haben wir zwar mal probiert, gebracht hat's aber wenig", wie Thomas Stock erzählt. Und trotzdem ist auch das 16. Weidener Jazz-Seminar kurz vor dem Start in der nächsten Woche nahezu ausgebucht. Mehr als 50 Musiker, vom Anfänger bis zum Profi, werden an der Franz-Grothe-Schule wieder Jazz in Theorie und Praxis pauken. Aus ganz Deutschland kommen sie. Wie aber erfährt man in Berlin, Stuttgart, Bad Tölz vom ganz speziellen Musik-Unterricht in der Oberpfalz? Organisator Stock: "Die meisten Neuteilnehmer rekrutieren sich aus Weiterempfehlung." Mundpropaganda, die Gold wert ist.

Auch in organisatorischer Hinsicht ist das Jazz-Seminar - ein Gemeinschaftsprojekt von Grothe-Schule und Jazz-Zirkel - mittlerweile fast ein Selbstläufer: Das Programm steht im Grunde seit Jahren, vom Unterrichtsangebot bis hin zum Fahrplan der öffentlichen Konzerte und Sessions. Selbst die Dozenten werden 2018 die selben sein wie im vergangenen Jahr - da war immerhin Gesangslehrerin Monika Zunhammer (München) neu. Ferner mit dabei: Norbert Ziegler (Trompete), Juri Smirnov (Saxofon, Querflöte), Gerhard Kraus (Gitarre), Michael Flügel (Klavier), Markus Fritsch (Kontrabass, E-Bass) und Thomas Stock selbst (Schlagzeug). Sie alle musizieren wieder in der Sparkasse: beim Dozentenkonzert am Dienstag. Für Montag und Mittwoch stehen sie mit den Schülern bei improvisierten Sessions im "Bistrot Paris" auf der Bühne. Höhepunkt eines jeden Jazz-Seminars ist für den Organisator das Abschlusskonzert am Donnerstag an selber Stelle. "Es ist immer spannend zu sehen, ob das, was wir einstudiert haben, auch funktioniert."

Obwohl der Aufwand im Vergleich zu den Anfangsjahren spürbar geringer ist, beschäftigt sich Stock über ein Dreivierteljahr immer wieder mit der Organisation - "von der Abschlussrechnung im September bis hin zur Gewinnung von Dozenten und Sponsoren ab November". Das Jazz-Seminar bezeichnet er als "eine der bestfinanzierten Angelegenheiten" im Weidener Kulturleben: Zu 94 Prozent trage es sich selbst. Kein Wunder, bei dem Zuspruch. Gerade zwei Plätze sind noch frei für Kurzentschlossene: einer in Gesang und einer in Bass.

Die Zukunft des renommierten Seminars dürfte also nicht in Frage stehen. Auch wenn Stock persönlich nach Veränderung strebt. Denn der 53-Jährige hört als Musiklehrer an der Franz-Grothe-Schule auf, um sich beruflich noch stärker auf sein weiteres Standbein zu verlagern - der Naturfilmerei. Seine Werke, unter anderem über den Oberpfälzer Wald, laufen mittlerweile auf großen einschlägigen Festivals. Auch seinen Bands und Ensembles wie dem "Ballhausorchester", "Desafinado" und "Fusion X" bleibt er treu. Und dem Weidener Jazz-Seminar? Tatsächlich soll hier ebenfalls alles beim alten bleiben: Trotz seines Abschieds von der Grothe-Schule will Thomas Stock es auch künftig auf die Beine stellen.


Die Konzerte:

Die Konzerte

Montag, 30. Juli, 20.15 Uhr: Erste Sessionim "Bistrot Paris"

Dienstag, 31. Juli, 20 Uhr: Dozentenkonzertin der Sparkasse (Bahnhofstraße)

Mittwoch, 1. August, 20.15 Uhr: Zweite Sessionim "Bistrot Paris"

Donnerstag, 2. August, 20.15 Uhr: Abschlusskonzertder Kursteilnehmer im "Bistrot Paris"

Alle Jazzinteressierten sind eingeladen. (rg)



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