27.09.2019 - 13:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Thomas Eberl verspricht ein schmerzfreies Leben

Mit der These, seinen Zuhörern ein lebenslanges schmerzfreies Leben ermöglichen zu wollen, lehnte sich Thomas Eberl am Donnerstagabend beim Oberpfalz-Medien-Kurs weit aus dem Fenster.

Hier steckt die Ursache des Schmerzes.
von Helmut KunzProfil

Der gelernte Sportwissenschaftler aus Niederbayern baute, anders als Wunderheiler mit ihren Tabletten oder „Schlaf dich schlank“-Besteller-Autoren, auf Tastpunkte und die Physiognomie des Menschen.

Nur fünf Minuten am Tag seien nötig, um mit Hilfe seines ritualisierten Trainingsprogramms maximale Effektivität zu erzeugen, erklärte der Autor des Buchs „Das Eberl-Training“ den Besuchern. Die Massagen an den Schmerzstellen müssten den Menschen in Fleisch und Blut übergehen, wie das tägliche Zähneputzen. Er sprach von „Vollautomatismus“.

Seine Ergebnisse trage er seit 25 Jahren zusammen. „Die Reise geht immer weiter. Man lernt nie aus“, berichtete der Referent. „Ich bin praktisch fächerübergreifend tätig. Wenn es um den Menschen geht, dann geht es um Psychologie, Sportmedizin, physiotherapeutische Maßnahmen und Trainingswissenschaftliches. Und das versuche ich, zu einem leistungsfähigen Paket zusammenzuschnüren.“

„Schmerzfrei – ein Leben lang“, sei kein leeres Versprechen. Da stecke schon Sinn dahinter. „Das muss ich mit Leben füllen. Ich will, dass die Leute mit dem richtigen Handwerkszeug ausgerüstet, aus meinen Vorträgen hinausmarschieren.“ Als Sportwissenschaftler sei man eben auf das Effektivste gepolt.

Eberl sieht sich als Vorreiter. „Ich bin oft auf Ärztekongressen.“ Das Problem: „Wenn du durch den medizinischen Forschungstrichter musst, dauert es rund 20 Jahre, bis deine Arbeit vielleicht anerkannt wird. Da gibt es Studien, Ergebnisse, Gegenstudien. Und natürlich geht’s dabei immer um ein Produkt, ums liebe Geld.“

Ihm ging es um alle Schmerzen. Zur dauerhaften Schmerzbekämpfung hatte er eine Systematik, einen Fahrplan parat. „Ich will meinen Zuhörern ein gewisses Grundverständnis vermitteln. Wenn man versteht, um was es wirklich geht, ist man auch gewappnet.“

„Das ist Handwerkszeug.“ Das würde natürlich auch ein Therapeut hinkriegen. „Aber bei dem hält die schmerzfreie Zeit vielleicht einen Tag lang an.“ Das von ihm entwickelte Trainingsprogramm hingegen, sei mit Vertrauen auf das eigene Körperverständnis, auf Dauer angelegt, müsse allerdings täglich die besagten fünf Minuten lang erneuert werden.

Zur Ursache der Schmerzentwicklung: „Unser Körper verrenkt sich nach klassischen Mustern." Das machte er anschaulich mit deutlich überzogenen Verrenkungen. Der unterwürfigen Haltung eines nach vorne gesenkten Kopfes setzte er zum Beispiel das erhobene Haupt entgegen. Im Lauf des Lebens gebe es viele belastende Veränderungen in der Körperhaltung. Dem müsse entgegengewirkt werden. Und: „Das bringe ich den Leuten bei.“

Und sein Publikum war eifrig bei der Sache, wenn Eberl etwa zur Nackendruckpunktmassage mit den eigenen Fingerkappen aufforderte, einhergehend mit kräftigem Kopfschütteln. Dies wirkte wie bei Hunden, denen nach dem Bad die Mundwinkel wild hin und her flattern. „Dauerfeuer“ nannte das Eberl. „Das ist der kleine Preis, den man dafür bezahlen muss.“ Die kommenden zwei Stunden arbeitete sich die Gruppe vom Kopf nach unten weiter. Der Referent liefere ihnen das Know How. Den Rest sollten die Zuhörer zuhause später selber tun. Die versprochene Erfolgseinstellung? „Sofort“.

Sein von ihm entwickeltes tägliches Trainingsprogramm müsse in Fleisch und Blut übergehen wie das Zähneputzen, fordert Thomas Eberl.
Mit den Fingerkuppen den Schmerz im Nacken wegmassieren. Thomas Eberl verspricht bei täglicher Anwendung dauernde Schmerzfreiheit.
Genau so ist es richtig. Mit den Fingerkuppen den Schmerz im Nacken wegmassieren. Thomas Eberl verspricht bei täglicher Anwendung dauernde Schmerzfreiheit.
In seinem Vortrag erläuterte der Sportwissenschaftler seinem Publikum, wie man Schmerzen zuleibe rücken kann.
Mit Fingerübungen zeigt Thomas Eberl seinem Publikum die Bewältigung von Schmerzen.

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