25.08.2020 - 16:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tierheim-Neubau: "Geduldsfaden reißt"

Ende 2020 erlischt die Betriebserlaubnis für das Tierheim Weiden. Ein Neubau soll schon seit langem her. Doch die Finanzierung ist noch immer nicht sicher. Mariele Junak vom Tierschutzverein Weiden sagt, ihre Geduld sei langsam am Ende.

Sie haben die Hauptarbeit mit der Planung, dem Bau und der Finanzierung des neuen Tierheims: Schatzmeister Norbert Ziegler und Vorsitzende Mariele Junak.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Eigentlich sollte im Frühjahr der Startschuss für den Neubau des Weidener Tierheims fallen, doch die Kommunalwahl und Corona verzögerten die Planungen. Nun ist fast Herbst, und noch immer gibt es keinen Starttermin. Die Zeit drängt: Ende des Jahres erlischt die Betriebserlaubnis für das Tierheim. Mariele Junak vom Tierschutzverein Weiden findet deutliche Worte für die momentane Lage: "Wir haben lange genug diskutiert, und langsam reißt mein Geduldsfaden."

Ihr Verein habe die Bauvorplanung für den Neubau des Tierheims im vergangenen Jahr in die Hand genommen. Kostenpunkt: insgesamt 4 Millionen Euro. Eine halbe Million Euro steuert der Verein bei. Die Stadt Weiden habe zugesagt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, also 1,5 Millionen Euro. Den Rest müssten die Landkreis-Kommunen berappen. Doch mit der Kostenbeteiligung der Kommunen ist es so eine Sache.

In Moosbach stimmten die Markträte in der letzten Sitzung zwar mit deutlicher Mehrheit dafür, für 20 beziehungsweise 25 Jahre den jährlichen Beitrag von 3995 beziehungsweise 3478 Euro zu leisten. Aber nur unter einer Bedingung: wenn die anderen Kommunen mitziehen. Das sei aber alles andere als sicher, wie Junak weiß. Mit jeder Gemeinde müsse nämlich einzeln ein Vertrag geschlossen werden. Doch nicht alle haben Fundtiere im Ort - und sehen sich deshalb nicht in der Verantwortung. Die Tierschützerin hat dazu eine klare Meinung: "Es geht einfach um Solidarität, da sollten doch alle zusammenhalten."

Mariele Junak ist mittlerweile so weit, dass sie sagt: "Wenn zu wenige Gemeinden mitziehen, canceln wir das Projekt im Notfall - dann wird aus dem Tierheim eben ein Gnadenhof, und die Kommunen müssen die Fundtierverwaltung selbst übernehmen." Ihr Verein würde nur noch beratend zur Seite stehen.

Ein radikaler Satz aus dem Mund der Tierschützerin. Doch Junak sieht keine andere Möglichkeit mehr, wie sie betont. Sie hoffe, dass es im September Klarheit gibt, wie und ob es weitergehen wird. "Wir stehen jedenfalls in den Startlöchern." Und Junak gibt sich optimistisch: "Ich glaube, es klappt." Große Unterstützung erhalte sie von Landrat Andreas Meier. Und das sei auch nötig: "Denn wir als Verein können das finanziell alleine nicht stemmen."

Der Marktrat Moosbach knüpft die Beteiligung an eine Bedingung

Moosbach
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