28.06.2019 - 11:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tom Wirth: Seine Fotos wecken Fernweh

Seit vielen Jahren reist Tom Wirth um die Welt. Über 50 Länder hat der Weidener schon besucht. Seine Kamera ist immer mit im Gepäck.

von Michaela Lowak Kontakt Profil

Weiden. "Früher war ich derjenige, der auf den Fotos drauf war", erzählt Tom Wirth. "Dann habe ich irgendwann selbst angefangen, mehr mit dem Handy zu fotografieren." Aus dem anfänglichen Knipsen wird schnell ein Hobby. Zunächst kauft sich der 40-Jährige eine Spiegelreflexkamera. Und so nach und nach kommen mehrere Objektive dazu. Inzwischen kann er sich nicht mehr vorstellen, ohne seine Kamera irgendwo hinzufahren. "Das Foto steht an erster Stelle, dann kommt alles andere", gibt er schmunzelnd zu. Seine nächste Tour im August führt ihn nach Georgien in die Geisterstadt Akamara. Weitere Ziele 2019 waren Tschernobyl, Prag, Ägypten und Jamaika. Auf die Karibikinsel lockt es den Weidener immer wieder. "Da war ich mit 18 zum ersten Mal", erinnert er sich. "Und da habe ich gewusst, dass ist mein Land." Doch das hält ihn nicht davon ab, sich auch andere Orte vorzunehmen. Deshalb besuchte er neben Jamaika 2018 auch noch Marokko und die Bahamas. 2017 flog er nach Tunesien und Vietnam.

Als er vor ein paar Jahren anfängt, seine Bilder auf einer Facebookseite (ToWiBi) zu veröffentlichen, merkt er erst wie viel Interesse er damit weckt. "Viele wollen wissen wie's war, wenn ich von meinen Reisen zurück komme." Besonders der Rastaman, den er in der Pelican-Bar in Treasure Beach auf Jamaika ablichtet, bekommt besonders viele Likes. Auch ein Foto von den schwimmenden Schweinchen auf der Bahamas-Insel Big Major Cay fällt ins Auge. "Die Schweinchen wollte ich unbedingt fotografieren", erinnert sich Wirth. Als er einer Reisefreundin davon vorschwärmt, ist sie gleich dabei. "Da fahren wir hin", sind sich die beiden einig.

Bevor der Hobbyfotograf in den Flieger steigt, informiert er sich gründlich und versucht vieles vorher zu organisieren. Auf den Bahamas war er außerhalb der Hauptsaison und so fuhr das Ausflugsboot nur einmal wöchentlich zur Insel mit den Schweinen. "Mich reizt es an Orte zu reisen, wo nicht jeder hinfährt", erklärt Wirth seine Leidenschaft. Deshalb fotografierte auch zwei Tage im Sperrgebiet von Tschernobyl. Dennoch gibt es für ihn Grenzen. "Lost Places haben zwar ihren Reiz, doch wenn man irgendwo nicht reinkann, dann ist es halt so", sagt er.

Auf Jamaika entstehen viele seiner emotionalsten Fotos. Bei seiner letzten Reise hatte er das Foto des an Krebs verstorbenen Marios aus der Nähe von Altenburg dabei. Mario wollte immer einmal die Heimat von Bob Marley besuchen, aber hat es nicht mehr geschafft. Als Tom Wirth den Jamaikanern von diesem Wunsch erzählt, sind viele sofort bereit, das gerahmte Foto in die Hand zu nehmen und sich damit fotografieren zu lassen. "Sie sind sehr respektvoll damit umgegangen", erzählt Wirth. Mit dem besten Freund von Mario und den Eltern hält er immer noch Kontakt.

In seinem Reisegepäck befindet sich außerdem ein Bierdeckel der Zoiglwirtschaft "Waldhauser" in Neustadt. "Die gehört meinem Onkel und meiner Tante", sagt er. Wer immer bereit ist, das Filzl in die Kamera zu halten, ist dem Hobbyfotografen willkommen.

Und so kommt es, dass ein Rastaman mit Dreadlocks ebenso Werbung für den Zoigl macht wie zwei Marokkaner aus Marakesch, die so gar nichts mit Bier am Hut haben.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.