18.12.2020 - 09:36 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tom Wirth aus Weiden: Reisen trotz Corona

Tom Wirth zieht es hinaus in die Welt. Der Weidener Reisefotograf ist immer auf der Suche nach Motiven, die er mit seiner Kamera einfangen kann. Auch 2020 bleibt er nicht zu Hause.

Tom Wirth auf Gran Canaria.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Am 6. Dezember kehrte Tom Wirth aus Las Palmas zurück. Eine Woche lang hatte der Reisefotograf aus Weiden auf Gran Canaria Urlaub gemacht. "Die Insel zählt nicht zum Risikogebiet und als ich in Deutschland wegflogen bin, hatte sie einen Inzidenzwert von 16", erzählt er. Für den 41-Jährigen ist Reisen nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft. Auch in einem Jahr, in dem viele Entscheidungen von der Coronapandemie beeinflusst sind, bleibt er nicht zu Hause. Dafür wurde er auf seiner Facebook-Seite auch angefeindet. "Ich halte mich immer an alle Hygienevorschriften und würde nie in ein Risikoland reisen", sagt Wirth.

Über 50 Länder auf der ganzen Welt hat Tom Wirth bereits besucht, doch in Coronazeiten einen Urlaub zu planen, fordert auch einen erfahrenen Weltenbummler wie ihn. Bevor er am 28. November in Leipzig in den Flieger steigen darf, muss er einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Allerdings muss das Dokument auf Englisch oder Spanisch sein. "Wer übersetzt mir einen Coronatest?", fragt sich Wirth. Eine befreundete Ärztin hilft ihm schließlich mit einem Attest samt QR-Code aus der Patsche. Außerdem verlangt Spanien die Registrierung in einer App, die während des Urlaubs aktiv sein muss.

Nur 40 Passagiere

Normalerweise passen in das Flugzeug, mit dem Wirth nach Gran Canaria reist, rund 150 Personen. Doch in der Maschine der Sundair, eine kleine in Stralsund gegründeten Flotte, sitzen höchstens 40 Menschen. Die Kanaren-Insel ist für Wirth nur eine Notlösung. "Bevor ich heuer überhaupt nicht mehr wegkomme", sagt er. Überall auf Gran Canaria gilt Maskenpflicht, auch am Strand. Auf öffentlichen Plätzen darf weder geraucht noch Alkohol getrunken werden. Selbst die Maske nur mal kurz zu lüften, kann einem ein Bußgeld von 200 Euro einbringen. Etliche Lokale haben geschlossen. "In manchen gibt es zwar am Abend Livemusik, doch es darf keiner tanzen", berichtet der Weidener.

In der Woche auf der Insel macht er Ausflüge, geht viel am Strand spazieren und unternimmt eine Tour mit dem Cabrio, immer auf der Suche nach schönen Fotomotiven. Der Rückflug gestaltet sich allerdings anders als geplant, da die Airline den Flug nach Leipzig kurzerhand gestrichen hat. Wirth schaut sich selbst nach einer Alternative um und kann einen Flug für Sonntag nach Berlin organisieren.

Von schwimmenden Schweinchen und der Sehnsucht nach der Karibik

Weiden in der Oberpfalz

Die Erfahrungen, dass es in Coronazeiten mit Flügen nicht so klappt wie sonst, hat der Reisefotograf bereits nach dem ersten Lockdown gemacht. "Ich habe heuer an die 1800 Euro in den Wind geschossen, da sechs bis acht Flüge gestrichen worden sind", blickt er zurück. All die Unannehmlichkeiten können Tom Wirth nicht davon abhalten, die Welt zu bereisen. "Ich war aber heuer nur in Europa unterwegs", erzählt er. Im Juli und August fährt er nach Budapest, Tschechien, Polen, Estland und Rumänien. Eigentlich standen noch Lettland und Litauen auf dem Plan, doch dieser Plan ließ sich nicht mehr umsetzen.

Kaum Touristen in Budapest

In Rumänien fotografiert er unter anderem Schloss Dracula. In Budapest ist deutlich zu spüren, dass die Touristen wegbleiben. Eine Woche lange erkundet er die ungarische Hauptstadt. "Normalerweise bleiben ich nie so lange in einer Stadt", erzählt Wirt. Sehr beeindruckt hat ihn Estland. "Tallinn ist für mich eine der schönsten Hauptstädte Europas – sehr modern, sehr romantisch und vielfältig." Besonders schwärmt er von der Insel Kihnu und der einheimischen Reiseführerin Mare Mätas, die ihm erklärt, warum die Frauen auf der Insel das Sagen haben. Über Jahrhunderte hinweg haben sie das kulturelle Erben aufrecht erhalten, da die Männer als Fischer und Seefahrer immer unterwegs waren.

Wie es 2021 weitergeht, kann auch Tom Wirth noch nicht sagen. "Ich möchte noch einmal nach Tschernobyl und natürlich wieder in die Karibik, mein Lieblingsziel", hofft er. Eine Impfung, die vor dem Coronavirus schützt, ist für ihn auf jeden Fall eine Option. "Hauptsache, ich kann wieder reisen", sagt er. "Ich gehe lieber auf Nummer sicher." Auch 2020 war ihm die Sicherheit wichtig. "Von Mai bis jetzt habe ich mich 27-mal auf Corona testen lassen und war immer negativ." Zu Weihnachten würde er gerne nach Prag reisen, wo ihn die geschmückten Brücken und die Stimmung in der Altstadt faszinieren. "Ob das geht, wird sich zeigen."

Tom Wirth zeigt seine Bilder auf Facebook

Hintergrund:

Die besten Fotos auf ToWiBi

  • Facebookseite mit besten Bildern der Reise
  • "ToWiBi" hat mittlerweile 3790 Fans
  • Tom Wirth unternimmt am liebsten Fernreisen, bevorzugtes Ziel: Karibik
  • Begehrtes Fotomotiv Wirths: "Lost Places" wie zum Beispiel Tschernobyl
Auf dem Funkturm in Tallinn.
In Bukarest.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.