13.11.2018 - 17:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Tower vom OB nie gewollt"

Heiner Schreml hätte den Abatay-Tower gern gebaut. Nach dem Kurzbericht des Oberbürgermeisters in der Bürgerversammlung will der Architekt doch einiges zurechtrücken. Dabei stellt er fest: "Der Tower wurde vom OB nie gewollt." Kurt Seggewiß widerspricht.

17 Stockwerke hoch sollte der Abatay-Tower die Stadt überragen. Architekt Heiner Schreml nimmt nun zu Aussagen des Oberbürgermeisters bei der Bürgerversammlung Stellung. Entwurf: Schreml
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Während Seggewiß am Donnerstag in der Bürgerversammlung betont hatte, dass für den Abatay-Tower nie offizielle Anträge gestellt wurden, bekräftigt Schreml, dass er am 16. Februar in der Stadtplanung, bei Baudezernent Oliver Seidel und Stadtplaner Friedrich Zeiss, "eingabeplanreife Pläne" des Abatay-Towers vorgelegt habe. Die Stadtplanung sei aber von Anfang an gegen das Projekt eingestellt gewesen. "Ab diesem Zeitpunkt wurde ein Hindernis nach dem anderen aufgebaut, zum Beispiel wurde eine öffentliche Veranstaltung gefordert." Mit diesem Widerstand und der ablehnenden Haltung sei ein kostenträchtiger vorhabenbezogener Bebauungsplan von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen.

Zur Sitzung des Bauausschusses am 8. Juli 2018 habe er, so Schreml, einen mit der Stadtplanung abgesprochenen Antrag gestellt: Inhalt: "Die Abatay-Tower beabsichtigt, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erstellen zu lassen. Da die Vorbereitung dafür lange Zeit beansprucht und hohe finanzielle Aufwendungen erfordert, bitten wir vorab um Ihre grundsätzliche Meinung, ob Sie diesem Bauvorhaben auf der Grundlage der beigelegten Pläne 1:200 und 1:100 und des Modells im Maßstab 1:500 vom 21. Februar 2018 zustimmen können."

Vorbereitung lief bereits

Baudezernent Seidel habe diesen Antrag eigenmächtig umformuliert, so der Vorwurf Schremls, und dem Bauausschuss vorgeschlagen, dem Bauherrn einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zu verweigern. "Mit seinem Beschlussvorschlag hat Seidel alles zuvor gemeinsam Besprochene in Frage gestellt und das Bauvorhaben Abatay-Tower zum Scheitern gebracht", erklärt Schreml.

Bei der Vorbereitung des "Planungsprozesses" fiel Schreml auf, dass der Stadtplanung offenbar unbekannt war, dass vor einem vorhabenbezogenen Bebauungsplanes erst ein formeller Einleitungsantrag gestellt werden muss.

Der Architekt berichtet weiter, dass er vor der Sitzung des Bauausschusses bereits mit der Dragomir Stadtplanung aus München Gespräche geführt habe. Die renommierten Planer, die derzeit den Flächennutzungsplan der Stadt bearbeiten und bereits den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Stadtgalerie erstellten, seien bereit gewesen, das Projekt Abatay-Tower planungsrechtlich auf den Weg zu bringen. Nach der Bauausschusssitzung sei dies alles aber obsolet gewesen. "Wir stecken doch kein Geld und keine Energie in ein Projekt, das offensichtlich in Weiden keine Chance erhält."

Kein Wort zum Schwarzbau

Schreml sieht sich mit seinen Vorbehalten auch durch die Aussagen des Oberbürgermeisters bestätigt: Seggewiß hatte in der Bürgerversammlung festgestellt, dass es bisher in Weiden nur achtgeschossige Wohngebäude gebe und dies vorerst auch so bleibe.

Keine Äußerung gibt es von Schreml hingegen zu den Schwarzbauten, die Turkut Abatay in den Gebäuden des Josefshauses vorgenommen hat. Mit diesem eigenmächtigen Handeln hatte der Investor das bis dahin großzügige Wohlwollen der Stadträte auf eine harte Probe gestellt und schließlich verspielt.

Alle Wege aufgezeigt

Der Vorwurf des Architekten, dass er den Tower nie gewollt habe, gehe ins Leere, betont Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. "Dieses Projekt entscheidet nicht ein Oberbürgermeister, sondern die Gremien der Stadt wie Bauausschuss und Stadtrat. Wir haben dem Investor und Architekten den Weg gezeigt, der zu gehen ist. Ohne vorhabenbezogenen Bebauungsplan, in dem die zahlreichen Fragen wie etwa zur Erschließung und zur Verträglichkeit zu beantworten sind, geht es nicht. Wir haben aber seit der Bauausschusssitzung im Juli nichts mehr vom Projekt Abatay-Tower gehört."

Bereits im Sommer hatte Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel die von Heiner Schreml erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und betont, es liege am Investor und dessen Planer, das Vorhaben Abatay-Tower voranzubringen. Dazu seien eben die notwendigen Schritte zu gehen. Ein derart stadtbildprägendes Bauwerk müsse hohen stadtgestalterischen Ansprüchen genügen.

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