17.02.2020 - 11:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Trend bei Tattoos: Asiatische Drachen statt "Arschgeweih"

Über 20 Aussteller zeigen bei der Weidener "Tattoo Expo" im Evangelischen Vereinshaus die neuesten Trends beim Tätowieren. Asiatische Motive sind in der Tattoo-Szene gefragt.

Wer schön sein will, muss leiden. Die pieksende Nadel im Nacken ist gewiss nicht jedermanns Sache.
von Helmut KunzProfil

„Kein Mensch will heute noch ein Arschgeweih.“ Das Tattoo am verlängerten Rücken habe ausgedient, sei so was von „out“, erklärte der Schweizer Tätowierer Rico am Wochenende bei der „Tattoo Expo" im Evangelischen Vereinshaus. „Ich bin seit 30 Jahren im Geschäft und habe nur ein einziges Arschgeweih tätowiert. Und das ist 20 Jahre her.“ Klare Trends gebe es keine. Als Einstiegskörperteil sei bei den Kunden nach wie vor der Arm gefragt. Dann kämen Rücken, Brust und Hals.

Der Oberarm wird am häufigsten tätowiert.

„Die Leute entscheiden selbst, was sie wollen. Es geht dabei meist um Stilrichtungen.“ Viele würden sich für realistische Motive entschließen, sagt Rico. „Old School ist wieder im Kommen.“ Die Szene sei sehr individuell. Wenn man aber schon von einer Mode sprechen wolle, dann komme wohl die asiatische Tattoo-Kunst in Betracht. Damit seien keine chinesischen Wortzeichen gemeint, sondern eher Drachenabbildungen. „Ein Riesenaufwand“, wie der Experte versichert. „Das sind schon Highlights, auch für mich.“ So ein Tätowierungsprozess könne sich in vielen Sitzungen über ein Jahr erstrecken. Asiatische Tätowierungen seien sehr aufwendig.“ Und die filigranen Kunstwerke kosteten Geld: „Um die 6000 Euro.“

Tattoo-Messe in Evangelischen Vereinshaus.

Die zweitägige „Tattoo Expo“ organisierte der Veranstaltungsservice Weiden. Die inzwischen zweite Ausstellung erstreckte sich über zwei Stockwerke. 25 Tattoo-Studios waren aus ganz Deutschland angereist. Eines kam aus Tschechien. Die Besucher hatten Gelegenheit, sich sofort vor Ort tätowieren oder piercen zu lassen. Auffallend viele Amerikaner waren unter den Besuchern.

Man verzichte bewusst auf Freak-Shows, sagte der Veranstalter. Die Besucher können sich informieren und den Tätowierern erst einmal über die Schulter schauen. „Der eine tätowiert vom Foto weg, der andere bevorzugt Black & Grey-Arbeiten, wieder ein anderer Small-Tattoos.“ Auf jedem Gebiet gebe es Experten.

Für die musikalische Umrahmung sorgte Alleinunterhalter Ben Stone. Am Abend wurden im Saal die besten Tattoos ausgezeichnet.

Er hat es hinter sich und fühlt sich jetzt pudelwohl in seiner Haut.
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