30.08.2018 - 18:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Überraschende Bilanz nach großer Hitze

Ist Hitze besonders gesundheitsschädigend? Was passiert, wenn das Wetter umschlägt? Kann man sich bei Hitze vor gesundheitlichen Gefahren schützen? Die Integrative Leitstelle zieht Bilanz und liefert überraschende Antworten.

Trotz des ungewöhnlich heißen Sommers hat es in diesem Jahr nicht bedeutend mehr Notarzteinsätze gegeben als in den vergangenen Jahren.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Schlappheit, Erschöpfung, Schwindelgefühl. Gefühlt liegt einer der heißesten Sommer seit langem hinter uns, mit Spitzentemperaturen seit Anfang April. Nun scheinen die heißen Tage vorüber zu sein und es stellt sich die Frage, inwiefern sich die außergewöhnlich hohen Temperaturen auf die Gesundheit der Menschen ausgewirkt haben.

"Gefühlt" habe es in diesem Sommer mehr kreislauf- und hitzebedingte Einsätze als im Vorjahr gegeben, sagt Andreas Scheuner, stellvertretender Rettungsdienstleister vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Weiden-Neustadt. Dabei handle es sich jedoch um eine subjektive Einschätzung. Genaue Zahlen könne er nicht nennen, da das BRK zwar die Anzahl der Einsätze, nicht jedoch genaue Diagnosen erfasse.

Michael Reindl, Pressesprecher der Kliniken Nordoberpfalz meint ebenfalls, dass in diesem Sommer in der Notaufnahme "gefühlt mehr los" war als in den vergangenen Sommern. Er betont jedoch, dass es "bei gewohnten Krankheitsbildern wie etwa Kreislaufproblemen keine signifikante Steigerung zu den Vorjahren" gegeben habe. Und das Herzinfarkt-Risiko steige hauptsächlich dann, wenn eine Phase stabilen Wetters plötzlich endet, erklärt Professor Robert Schwinger, Chefarzt für Innere Medizin bei den Kliniken Nordoberpfalz (wir berichteten).

Jürgen Meyer, Pressesprecher der Integrierten Leitstelle Nordoberpfalz (ILS), nennt konkrete Zahlen: Zwischen dem ersten April und dem 29. August 2018 gab es 3113 Einsätze. Im selben Zeitraum des vergangenen Jahres waren es 3098 Einsätze - also nahezu identisch viele. Die Zahlen der Jahre zuvor lagen ebenso nach beisammen. Auch bei Herzinfarkten, Schlaganfällen, Hitzeschlägen, Sonnenstichen, Badeunfällen und Austrocknungen gebe es im Vergleich zu den vergangenen Jahren zahlenmäßig keine signifikanten Ausreißer im Einsatzbereich.

Für Meyer sei es entscheidend, dass sich die Menschen rechtzeitig auf extreme Wetterbedingungen einstellen können. "Wenn sich die Leute auf etwas vorbereiten können, dann merken wir deutlich, dass die Einsatzzahlen verschwindend gering sind." Der Mensch sei dann durchaus bereit, "gute Ratschläge" zu befolgen: Also etwa bei extremer Hitze viel zu trinken und direkte Sonneneinstrahlung zu meiden. Das entspreche auch "dem gesunden Menschenverstand", betont Reindl.

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