Der Verkehr in der Dr.-Pfleger-Straße Richtung Sedanstraße läuft für die ÖPNV-Busse flüssiger im unteren Teil ab K&L Ruppert, seitdem die weiche Separation eingeführt wurde, da wegen der Fahrradstreifen einparkende Autos und das Einsteigen in die Fahrzeuge nicht mehr aufhält.
Das erfuhr eine Delegation der Freien Wähler (FW) mit Vorsitzendem Bernhard Schlicht von Busunternehmer Wolfgang Wies, der im Auftrag der Stadt den ÖPNV betreibt. Fatal wäre aber die Umwandlung dieses Bereiches als komplette Fußgängerzone. Das würde den Tod des bestehenden Liniennetzes und des ZOBs bedeuten. Ein ZOB am Bahnhof bediene zwar die Schiene besser, sei aber zu weit weg von der Innenstadt, gab der Busbetreiber zu bedenken. Eine Drehung des ZOB Richtung Leibnizstraße wäre möglich.
Investitionen tätigte die Firma Wies jüngst in die energetische Sanierung des Betriebshofs, die technische und zeitgemäße räumliche Ausstattung sowie Solarstromerzeugung. Moderne Abwassertechnik mit Wasserrückgewinnung bei der Buswäsche schont die Umwelt.
„Im Stadtbus Weiden fahren 24 Busse in der Verkehrsspitze, davon 13 in der umweltfreundlichen Euronorm VI, die 65 Prozent der Fahrleistung erbringen, zehn mit Euro V mit 34 Prozent und ein großer Gelenkbus, der ein Prozent Fahrleistung erbringt“, erläuterte Sohn Maximilian Wies. Nach dem BWL-Studium belegt er einen ÖPNV-Studiengang in Kassel.
Der ÖPNV sollte abends für Nachtschwärmer bis 23 Uhr laufen und nicht nach 20 Uhr enden, lautete eine Forderung der Freien Wähler. Wirtschaftlichkeit und Taktung hängen eng zusammen und es ist eine politische Entscheidung, wie die Fahrzeiten gewünscht werden, entgegnete Weis. Ein kleinerer Achtsitzer-Bus sei hier nicht die Lösung, da der Fuhrpark erweitert werden müsste. Eine kürzere Taktung auch am Wochenende verursache Mehrkosten, die günstigen Fahrpreisen entgegenwirken.
Bis die Elektromobilität für Stadtbusse serienreif werde, sei noch ein weiter Weg. In Bayern liefen im April 18 reine Elektrobusse, die aber das Dreifache eines Dieselbusses kosten. „Die öffentliche Stromleitungsstruktur müsste komplett erneuert werden, sonst läge das Industriegebiet am Pfreimder Weiher beim Ladevorgang der Busse flach“, erläuterte Wolfgang Wies.
Im Zusammenschluss von 26 Verkehrsunternehmen ist jede Haltestelle einer Wabe zugeordnet im sogenannten Tarif Oberpfalz Nord (TON) mit tariflicher Abdeckung der Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN, nördliches Schwandorf sowie die Stadt Amberg. Waben von Ein- bis Ausstieg diene zur Fahrpreisberechnung, die auch per App funktioniert. TON ist aber nicht mit einem Verkehrsverbund zu vergleichen, der gespeist von einem Topf der Kommunen, die anfallenden Kosten bei Unterdeckung übernehmen muss. Die Stadt Weiden ist nicht im TON, weil die Fahrpreise seit jeher hier niedriger sind. Als assoziierter Partner kann der Fahrgast in Weiden umsteigen und mit demselben Ticket aber weiterfahren. Insbesondere Job-Tickets stellen ein niederschwelliges Angebot dar, den ÖPNV privat zu nutzen. „Bei aller Energieeinsparung und Elektromobilität müssen auch der Kostenfaktor im Auge behalten werden, um mit einem attraktiven ÖPNV die Bürger mitzunehmen“, sagte Wolfgang Wies. FW-Vorsitzender Bernhard Schlicht dankte für die Einblicke.














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