08.12.2019 - 15:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ungarn unbedingt bekannter machen

Die Paprika verbinden viele mit Ungarn, aber was wissen wir sonst noch über dieses Land? Das fragen sich die Veranstalter eines Thementages an der OTH in Weiden.

Gastprofessor aus Ungarn Enre Horváth zusammen mit OTH-Professorin Denise Fischer und OTH-Vizepräsident Ulrich Müller.
von Siegfried BühnerProfil
Das Organisationsteam des Tags des Interkulturellen Austauschs zusammen mit Gastprofessor Endre Horváth und OTH-Vizepräsident Ulrich Müller ( Vierter und Dritter von rechts).

Die meisten Deutschen hätten nicht einmal ein Vorurteil über Ungarn, das kennzeichne das geringe Wissen über dieses Land, stellte Gastprofessor Endre Horváth, Wirtschaftswissenschaftler aus Budapest, in seinem Vortrag fest. Das OTH-Kompetenzzentrum Bayern-Mittelosteuropa hatte zu einem Tag des interkulturellen Austauschs zwischen Bayern und Ungarn eingeladen. Das Motto der Veranstaltung lautete „Typisch Ungarisch?!“

Im neuen ausschließlich englischsprachigen Studiengang „International Business Management“ steht das Land zusammen mit Rumänien im Mittelpunkt eines ganzen Semesters. Vorträge und Vorlesungen des Gastprofessors Horváth von der OTH-Partnerhochschule Dennis Gabor in Budapest gehören dabei zum Semesterprogramm. Der Thementag sollte auch die Öffentlichkeit auf das Land Ungarn aufmerksam machen. Mehrfach wies der Referent auf die Tatsache hin, dass man in Bayern, Deutschland und der ganzen Welt auf Menschen trifft, die selbst oder deren Vorfahren aus Ungarn stammen. „Man braucht nur an Joschka denken." Auch Toni Curtis und Tsa Tsa Gabor stammten aus Ungarn. Dass sie ungarische Wurzeln haben, bestätigten sogleich auch zwei Zuhörer des Vortrags.

„Ungarn sind extrem assimiliert“, nannte Horváth als einen der Gründe, warum das Land hier so selten thematisiert werde. Hunderttausende Auswanderer seien nach dem Aufstand in Ungarn im Jahre 1956 nach Deutschland ausgewandert. Eine große Rolle spiele in der ungarischen Nachkriegsgeschichte auch der „schwarze Tag des ungarischen Sports“ im Jahre 1954, als Ungarn im Weltmeisterschaftsfinale als haushoher Favorit gegen Deutschland verloren hat. Eine der Ursache für diese Niederlage, laut Horváth: „Ungarn sind individuelle Egoisten, das Geheimnis der Deutschen war der Teamgeist.“

„Ungarn sind Menschen wie du und ich, nur ganz anders“, sagte der Referent. Geduld hätten sie nicht, und schnelles Fahren sei typisch ungarisch. Wer glaube Finnisch und Ungarisch seien verwandte Sprachen, liege völlig falsch. Nur die Sprachmelodie hätten sie gemeinsam. Auch auf das Thema Victor Orban ging der Referent ein: „66 Prozent wählten Orban weil die Wirtschaft extrem gut läuft und alle Alternativen schlecht sind." Vergleichbare Erfolge seien in anderen ehemals kommunistisch regierten Ländern kaum auffindbar.

Wer sich mit dem ungarischen Nationalcharakter näher beschäftigen wolle, sollte das Buch "Ein Ungar kommt selten allein“ von Georg Kövary lesen, empfahl der Referent. Organisiert wurde der interkulturelle Austausch-Tag von OTH-Professorin Denise Fischer und Marian Mure vom OTH Kompetenzzentrum Bayern – Mittel-Osteuropa. OTH-Vizepräsident Professor Ulrich Müller hatte die Besucher begrüßt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.