uz) Der Zweiakter feiert im Pfarrheim St. Johannes Premiere. Eric Swan bringt es einfach nicht übers Herz, seiner Frau Linda zu gestehen, dass er vor zwei Jahren seinen Job verloren hat. Stattdessen sucht er nach Lösungen, um seine Kosten zu decken. So erfindet er fürs Sozialamt einen gerade nach Kanada ausgewanderten Untermieter und nach dem Schneeballprinzip andere diverse Hausbewohner und Härtefälle, für die es lukrative, wenn auch illegale öffentliche Mittel gibt.
25 000 pro Jahr steuerfrei bringt das Lügenkonstrukt ein. ."Sie haben mir immer Geld angeboten, ich hab' es gar nicht verlangt." Erst ein Kontrollbesuch der Behörde tritt eine Lawine los. Erics Welt steht Kopf. Und jetzt braucht er plötzlich Komplizen. Klar, dass die "Konrader" in dieser blitzschnell erzählten, raffiniert verschlungenen Geschichte die komplette Bandbreite ihres Talents ausspielen können.
Ein Heidenspaß, der zur Lachlawine wird, wenn Eric seine diversen Einnahmequellen aus Alters-, Invaliden-, Unfall- und Frührente, Schlechtwetter-, Kranken-, Wohn- und Kindergeld und sogar die tägliche Schulmilch schlagfertig erklären muss und retten will. Die Verwandlungskomödie aus der Feder des Briten Michael Cooney kracht nur so vor zündenden Einfällen. Ein Mix aus "Catch me if you can" mit Leonardo DiCaprio und "Ein irrer Typ" mit Jean Paul Belmondo, der dem Sozialamt einen behinderten und kinderreichen Vater vorspielt.
Die Handlung ruft schon eine gewisse Häme und Bewunderung hervor, wie lupenrein bei den "Konradern" der Sozialstaat ausgetrickst wird. Das Publikum ist immer auf der Seite des Leistungsempfängers. Unterstützung findet der Hausherr in seinem einzigen wahren Untermieter, Norman Bassett. Der wird gespielt von Stefan Malzer, der brillant den anfangs ahnungslosen, aber an den Herausforderungen wachsenden Mitverschwörer gibt.
Stefan Neubauer schlüpft in die Rolle des Eric, der sich mit seinen kriminellen Machenschaften wie in einem Spinnennetz immer enger verfängt und trotzdem einen kühlen Kopf behält. Die Überraschung des Abends ist Maximilian Hegner, seines Zeichens Außenprüfer des Sozialamts. Anfangs kontrolliert und behördlich aufgestellt, am Ende sturzbesoffen und Garant für knochentrockene Sprüche und Gesten. Auf alle Fälle: naiv. Die Troika ist der Abräumer beim Schlussapplaus.
In weiteren Rollen zu sehen: Heiner Balk als Onkel George, der als diphtherieverseuchte, allerdings noch recht lebendige Leiche von Mr. Forbright (Andreas Herrlein) abtransportiert wird, Franziska Birkner als ahnungslose Linda Swan, Heidi Holzer als Sally Chessington, Ulrike Troppmann als Dr. Chapman, Rita Dineiger als Sozialamtschefin Mrs. Cowper und Elisabeth Lang als Bassett-Braut Brenda Dixon. Weitere Aufführungen der herrlichen Geschichte gibt es noch bis 13. Oktober, jeweils freitags und samstags.















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