05.11.2019 - 10:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Unternehmer weiter als Politik

Großer Optimismus herrscht bei der Mittelstandsunion Nordoberpfalz. Im Pressegespräch zum Jahresende tragen die Teilnehmer dafür zahlreiche Argumente vor.

Standortbestimmung bei der Mittelstandsunion (MU) Nordoberpfalz. Mit dabei (von links): Bezirksvorsitzender Benjamin Zeitler, stellvertretender Vorsitzender der MU Tirschenreuth Stefan Prechtl, Kreisverbandsvorsitzender Nordoberpfalz Harald Gollwitzer und der Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht.
von Siegfried BühnerProfil

„Wir Unternehmer sehen die nördliche Oberpfalz längst als eine gemeinsame Wirtschaftsregion", stellte Harald Gollwitzer, Vorsitzender der Mittelstandsunion Nordoberpfalz, fest. Deshalb seien die Unternehmer auch schon weiter als die Politik. Gollwitzer sagte dies beim traditionellen Pressegespräch zum Jahresende in Weiden. Mit dabei waren auch der Vorsitzende der Mittelstandsunion Oberpfalz, Benjamin Zeitler, sowie Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht.

Für Gollwitzer ist es besonders wichtig, dass auch in der Politik alle drei Gebietskörperschaften der nördlichen Oberpfalz mit einer Stimme sprechen. Er setzt dabei auf die kommende Kommunalwahl und hofft, dass sich überall die Unionskandidaten als Landrat beziehungsweise Oberbürgermeister durchsetzen. So wäre es viel leichter, die Interessen der Region bei der bayerischen Staatsregierung zu vertreten, meint er.

Mehr Zusammenarbeit forderte Stefan Prechtl, stellvertretender Vorsitzender der Mittelstandsunion Tirschenreuth: „Die nördliche Oberpfalz muss noch stärker zusammenrücken." In der Mittelstandsunion selbst werde die einheitliche nördliche Oberpfalz längst „gelebt“, stellte er fest.

Auch Forderungen an die Bundespolitik wurden formuliert. Nach Gollwitzers Meinung werden die Chancen aus steigenden Staatseinnahmen zu wenig genutzt. Gefordert werde aus Sicht des Mittelstands die komplette Soli-Abschaffung und eine „Steuerreform, von der die Unternehmen profitieren“. Steuer- und Sozialpolitik parallel zu praktizieren, hält Gollwitzer für richtig.

Über die Rolle der Stadt Weiden in der nördlichen Oberpfalz sprach Zeitler. „Weiden muss an der Spitze der neuen Entwicklungen sein und dafür Initiator und Anstoßgeber sein.“ Themenfelder dabei seien 5G, Wasserstoff und künstliche Intelligenz sowie auch die Digitalisierung im klassischen Handwerk. „Der Mittelstand führt zur wirtschaftlichen Stärke von Weiden“, sagte Zeitler. Neue Gewerbeflächen seien in Weiden dringend notwendig. „Aus Unternehmersicht dauert es zu lange, diese bereitzustellen."

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht empfahl, die bestehenden „Fördertöpfe des Bundes“ intensiv zu nutzen. Die Haushaltsansätze allein für Fachhochschulen seien für das kommende Jahr um sieben Prozent gesteigert worden. Groß sei die Chance für die Luce-Stiftung, im Bundeswettbewerb für „exzellente berufliche Bildung“ zu den 15 Besten zu gehören und bis zu zehn Millionen Fördergelder zu erhalten. Viele Unternehmen in der Region könnten davon profitieren.

Im GR-(Wirtschafts-)Förderungsprogramm will Rupprecht dafür „kämpfen“, dass die gegenwärtigen geltenden Fördermöglichkeiten für die Stadt Weiden bis zum Jahr 2022 verlängert werden. Danach falle die Stadt allerdings wegen ihrer positiven wirtschaftlichen Entwicklung aus dem Programm heraus.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.