31.05.2021 - 00:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verlegerin erinnert sich: "Es gab Nächte, da war es knapp"

Dr. Barbara Shanahan verantwortete viele Jahre als Geschäftsführende Verlegerin für Technik die Druckerei von Oberpfalz-Medien. In diese Zeit fielen wegweisende Entscheidungen, unter anderem der Bau des Druckzentrums in Weiden-West.

Verlegerin Barbara Shanahan, vor dem Porträt ihres Vaters Anton Döhler.
von Externer BeitragProfil

ONETZ: Frau Dr. Shanahan, erinnern Sie sich noch an die Anfänge in den 70er Jahren an der Weigelstraße? Als erster Betrieb, umgeben von Wiese und Sumpf?

Dr. Barbara Shanahan: Ich erinnere mich noch gut an die Zeit nach dem Umzug aus der Ringstraße. Mit der Verlegung des Standortes in das Stadtzentrum haben die Verleger eine wahrlich wegweisende Entscheidung getroffen und damit das Weidener Stadtbild deutlich mit geprägt.



ONETZ: Gab es Nächte, wo es knapp war, dass am nächsten Morgen eine Zeitung erscheint?

Dr. Barbara Shanahn: Es gab sicherlich die eine oder andere Nacht, die uns ein paar graue Haare hat wachsen lassen. Besonders ist mir eine Nacht im Gedächtnis, in der während der Produktion ganze dreimal das Papier gerissen ist. Da war es durchaus knapp, alle Zeitungen noch rechtzeitig in die Auslieferung zu bringen. Noch dramatischer war es, als ein Maschinenteil durch einen Papierstau völlig verbogen und die Rotationsmaschine lahm gelegt wurde. Glücklicherweise konnten unsere Mitarbeiter durch Kompetenz, Geschick und Engagement den Supergau gerade noch abwenden und unsere Leser haben ihre Zeitung pünktlich erhalten.

ONETZ: Einige Mitarbeiter waren extra in New York, um die jetzige Druckmaschine Commander CT vor der Kaufentscheidung zu besichtigen. Wären Sie gerne mitgeflogen?

Dr. Barbara Shanahan: Wer wäre das nicht? Doch hier ging es darum, unseren Mitarbeitern Einblick vor Ort zu ermöglichen, so dass sie die Maschine in Aktion erleben und aktiv den Erfahrungsaustausch mit den Kollegen in New York suchen konnten. Das stand für uns an erster Stelle und selbstverständlich haben sie unser volles Vertrauen genossen.

ONETZ: Oberpfalz-Medien versteht sich als Stimme der Region. Zum Ausdruck kommt dies auch durch ein eigenes Druckzentrum, das in einem Weidener Industriegebiet errichtet wurde. Ist dieses Bekenntnis zur Oberpfalz eine Selbstverständlichkeit?

Dr. Barbara Shanahan: Der Verlag ist fest mit der Region verwurzelt. Wir verstehen uns als Stimme der Region. Damit ist es für uns natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass unser Standort im Herzen der wunderschönen Oberpfalz – unserer Oberpfalz – liegt.

ONETZ: Dass man als ausgebildete Ärztin in die Geschäftsführungs-Riege eines mittelständischen Unternehmens aufsteigt und die Verantwortung für die Technik übernimmt, ist kein klassischer Weg. Haben Sie manchmal mit Wehmut auf die medizinische Karriere zurückgeblickt?

Dr. Barbara Shanahan: Alles hat seine Zeit. Der Verlag war natürlich schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Und ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, einige Jahre ärztlich tätig zu sein. Dennoch habe ich sehr gerne die Verantwortung übernommen und die damit einhergehenden Herausforderungen im Verlag angenommen. Die Zukunft des Verlages aktiv zu gestalten und unternehmerische Entscheidungen zu treffen, hat mir immer viel Freude bereitet und ich kann ohne Wehmut, dafür aber mit viel Stolz und Zufriedenheit auf meine berufliche Laufbahn zurückblicken.

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ONETZ: Die Entwicklung der elektronischen Medien hat eine Dynamik erfahren, die viele überrascht hat. Auch Sie?

Dr. Barbara Shanahan: Der Markt entwickelt sich natürlich immer weiter und hat mit der Digitalisierung rasant Geschwindigkeit aufgenommen. Der Verlag ist sehr gut aufgestellt, um aktuelle und kommende Veränderungen anzunehmen und weiterhin eine aktive Rolle in der Medienlandschaft zu spielen.

 

 

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