(rns) Gleich sechs Anklageschriften gegen einen 19-Jährigen musste Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Peter Frischholz am Montag vor dem Jugendschöffengericht vortragen. Der junge Iraker lebt seit kurzem in einer Unterkunft in Neuburg/Donau, worüber man im Weidener Asylbewerberheim sehr froh sein dürfte. Eine der Taten, die dem jungen Mann vorgeworfen werden, spielte sich im Heim in der Kasernenstraße ab.
Als im September der Leiter den 19-Jährigen darauf hinwies, dass eine Freundin nicht dort übernachten dürfe, drohte dieser dem Mann und beleidigte ihn. Später teilte er dem Hausmeister mit, dass er den Heimleiter "tot machen" werde. "Irgendwann erwische ich ihn", hatte der Iraker gesagt. Anschließend schlug er mit der Faust die Scheibe eines Schaukastens ein. Eine weitere Anklage bezog sich auf eine Körperverletzung in einem Einkaufsmarkt in der Frauenrichter Straße. Dort war er im September mit einem Deutschen in Streit geraten, hatte diesen dann beim Verlassen des Geschäfts abgepasst, niedergeschlagen und das Gesicht des am Boden Liegenden mehrfach auf den Asphalt gestoßen. Der Mann trug einen Nasenbeinbruch, Hämatome und Prellungen davon.
Weitere Anklagepunkte waren der Diebstahl einer Whiskey-Flasche in einem anderen Markt in der Frauenrichter Straße, eine Schlägerei im Juni letzten Jahres, bei der er zusammen mit drei Landsleuten einen anderen am Josef-Witt-Platz übel zusammengeschlagen hatte, sowie eine weitere Schlägerei unter Ausländern. Die schwerwiegendste Tat, die dem berufslosen Ledigen angelastet wird, betraf einen Vorfall im Dezember im City-Center. Ein etwas älterer Iraker, der am Montag mitangeklagt worden wäre, aber zur Verhandlung nicht erschien, rempelte einen 53-Jährige an, der auf dem Weg zur Toilette im Haus war. Statt sich zu entschuldigen, zog der, ebenfalls im Weidener Asylbewerberheim Wohnende, sofort ein Teppichmesser und stach in Richtung des Weideners. Dieser wehrte den Angreifer zwar mit seinem Regenschirm ab, ging aber infolge eines Stoßes leicht in die Knie. In diesem Moment stürmte von hinten der Angeklagte heran und versetzte dem Kraftfahrer einen Stoß und Schläge auf den Schädel.
Passanten brachten den fast Bewusstlosen in das Friseurgeschäft im City-Center. Von hier aus habe er noch beobachtet, so berichtete der Mann, wie die beiden Iraker wenig später mit Verstärkung zurück kamen. Sie hatten ihre Ledergürtel zu Peitschen umfunktioniert und wollten offensichtlich Rache dafür nehmen, dass ein beherzter städtischer Angestellter ihrem Opfer zu Hilfe gekommen war. Dieser 33-Jährige trug bei der Auseinandersetzung Verletzungen durch die als Waffe benutzten Gürtelschnallen davon. Im Rahmen einer Großfahndung konnte die Polizei den damals 18-Jährigen in der Innenstadt festnehmen.
Der Angeklagte, vertreten von Rechtsanwalt Rouven Colbatz, bestritt den Großteil der Vorwürfe nicht. Lediglich einige Punkte versuchte er abzuschwächen. "Mache ihn tot" habe er gegenüber dem Hausmeister nicht gesagt. Im City- Center habe er nur seinem Kumpel helfen wollen. Bei der Schlägerei unter Asylbewerbern habe es vorher Pöbeleien gegeben. Und dem Mann mit der gebrochenen Nase habe er "nur eine Kopfnuss gegeben".
Zahlreiche Zeugen bestätigten am Montag die Sachverhalte, wie in der Anklage aufgeführt. Am Montag, 30. Juli, werden weitere gehört. Dann sollen die Plädoyers folgen.












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