Wegen erhöhten Gasdurchflusses begann die "Open Grid Europe", die alte Verdichtungsstation Megal von 1980 in Rothenstadt ab März 2016 zu erweitern. 8,8 Kilometer Gasleitungen verlegte die Firma auf dem Gelände nahe des Naabbergs unterirdisch neu und investierte 126 Millionen Euro in den technischen Ausbau. Restarbeiten im Außenbereich sind noch im Gange.
Der Leiter des Betriebsbereichs Ost, Thomas Penzl, und Kommunikationsbeauftragter Helmut Roloff aus Essen nahmen sich Zeit, um CSU-Fraktionsvorsitzendem Markus Bäumler, Christian Doleschal und Maria Sponsel, Stephan Gollwitzer, Hans Forster und weiteren Gästen die Technik der Gasverdichtung nahezubringen.
Besichtigt wurde mit Schutzkleidung das Steuerzentrum, dessen Regler und Schieber vollelektronisch von Essen aus geregelt wird. Herzstücke sind der Gasverdichter in einer großen Halle und der Motor aus einer Turbine der Flugzeugtechnik mit über 20.000 PS Leistung, der den Druck auf 100 bar in den Leitungen und Geschwindigkeit für den Weitertransport aufbaut. Mit der Verdichtung erhöht sich die Temperatur des Gases und ein nachgeschalteter Kühler regelt dieses physikalische Reaktion. In Rothenstadt können 2,5 Millionen Kubikmeter Gas pro Stunde verdichtet werden.
„Gibt es beim Gasleitungsbau Raumwiderstand, wie dies bei den geplanten Stromleitungen der Fall ist?“, wollte Benjamin Zeitler wissen. Dazu erläuterte Thomas Penzl, dass für eine Gasleitung zehn Meter Raumbreite veranschlagt wird und für die HGÜ-Stromleitung 34 Meter nötig sind. Mit dem geplanten Abschalten der Atomkraftwerke 2022 in Deutschland werde dem Erdgas mehr Bedeutung zukommen und die Energiewende müsse eine Neuordnung erfahren. Um sich nicht ausschließlich dem fossilen Brennstoff Erdgas zu unterwerfen laufen Strategien an, um Wasserstoff als Energieträger der Zukunft in den Pipelines zu transportieren.
Lobende Worte sprach Penzl den Rothenstädter Anwohnern und der Stadt Weiden aus, die dem Vorhaben der Erweiterung der Gasverdichtungsstation positiv gegenübergestanden seien. 74 Mitarbeiter sind in Waidhaus, 15 in Rothenstadt tätig – alle aus der Region mit Rufbereitschaft rund um die Uhr, um bei einem Störfall eingreifen zu können. Kommandant Michael Hösl von der Feuerwehr Rothenstadt vereinbarte einen Termin zur Geländebegehung mit seinen Feuerwehrkameraden. Bei einem Ernstfall in der Verdichtungsstation läuft die vollautomatische Fernüberwachung an. Die Löschsysteme greifen bei einem Brand ein und die Halle der Gasverdichtung wird komplett mit CO2 geflutet, um ein Feuer sofort zu ersticken.













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