27.08.2018 - 18:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Volle Auswahl am 14. Oktober

Gleich 14 Parteien stellen sich zur Wahl für den Landtag. Das sind drei mehr als bei letzten Mal, darunter viele neue politische Organisationen. Auch neue, aber oft nicht unbekannte Gesichter tauchen im Stimmkreis Weiden auf.

Reinhold Bortner ist in Weiden bekannt, ob als Autovermieter oder als „DJ Borti“. Zur Landtagswahl steht er auf der Liste der Partei „Mut“.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

(blu) Am 14. Oktober wählen die Bürger in Bayern einen neuen Land- und Bezirkstag. Vor knapp fünf Jahren war die letzte Wahl - und in der Zwischenzeit hat sich einiges geändert. Statt 11 wie 2013 haben die Oberpfälzer diesmal die Wahl zwischen 14 Parteien. Da sind natürlich die üblichen Verdächtigen (CSU, SPD, Freie Wähler, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke, ÖDP, Bayernpartei). Die rechtsextreme NPD und die rechtskonservativen " Republikaner" treten in Bayern nicht mehr an. Die AfD als Neuzugang schickt dafür gleich acht Kandidaten ins Feld, einen für jeden Stimmkreis in der Oberpfalz.

"Kaderschmiede" der AfD

Die Stadt Weiden und der Landkreis Neustadt erweisen sich dabei als wahre Kaderschmiede der Partei, gleich drei der acht Direktkandidaten für die Oberpfalz stammen aus der Region: Roland Magerl aus Mantel (Stimmkreis Weiden), Stefan Löw aus Floß (Stimmkreis Tirschenreuth) und Claudia Marino aus Weiden (Stimmkreis Amberg-Sulzbach). Auch die Piratenpartei ist wieder mit dabei mit dem Direktkandidaten für den Stimmkreis Weiden, Daniel Stenzel, Software-Entwickler aus Luhe-Wildenau. Doch auch andere kleine Parteien stellen sich zur Wahl: So steht in der Oberpfalz für die Partei "Mut" der Weidener Autovermieter Reinhold Bortner, auch bekannt als "DJ Borti", auf der Liste der Zweitstimmen. Weiter dabei ist die V-Partei (Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer), die von Mitgliedern der Titanic-Redaktion gegründete PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative) und die bisher eher unbekannte Partei für Gesundheitsforschung.

Auch bei den Direktkandidaten für die größeren Parteien hat sich einiges getan. Nachdem Petra Dettenhöfer 2013 für die CSU satte 47,02 Prozent holte (8 Prozent mehr als 2008), tritt sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.

Oetzinger gegen Karl

Dafür geht der erst 34-jährige Stephan Oetzinger, Bürgermeister aus Mantel, ins Rennen. Gegen ihn tritt für die SPD wie im vergangenen Jahr die 58-jährige Landtagsabgeordnete Annette Karl aus Neustadt an. Bei den Freien Wählern kommt mit 63 Jahren Karl Meier, der schon für die Bundestagswahl 2017 als Direktkandidat ins Rennen ging.

Bei der Bezirkswahl ist der 64-jährige Lothar Höher (CSU) der einzige alte Hase, der sich schon 2013 aufstellen ließ. In Stadt und Land erreichte er bei den Erststimmen damals knapp über 50 Prozent. Norbert Freundorfer erzielte für die SPD 2013 nur knapp 20 Prozent. SPD-Stadträtin Sabine Zeidler will als Direktkandidatin für den Stimmkreis Weiden mehr holen.

Und noch eine Überraschung zeigt die Liste der Wahlkreisvorschläge: Der Weidener Arzt im Ruhestand, Dr. Karl Schmid, war bei der Bundestagswahl noch parteiloser Einzelbewerber. Nach einem Ergebnis von 0,7 Prozent im Wahlkreis Weiden hat er heuer Farbe bekannt: blau. Der Internist ist bei der Bezirkswahl Direktkandidat der AfD. Angemerkt

Zwei Politikerprobte treffen als Direktbewerber für die Landtagswahl aufeinander: Annette Karl (SPD) und Stephan Oetzinger (CSU).

Zwei Politikerprobte treffen als Direktbewerber für die Landtagswahl aufeinander: Annette Karl (SPD) und Stephan Oetzinger (CSU).

    Kommentar:

    Keine Wahl der Qual

    Wenn Politiker sich in der Öffentlichkeit immer aufgeregter verhalten, die Slogans immer reißerischer werden, ist das ein sicheres Zeichen für eine bevorstehende Wahl. Webadressen wie "spdmachtnix.de" und "soeder-machts.de" oder die Diskussion ums Familiengeld sind schon da.
    Und die Wahl bald auch: In etwa eineinhalb Monaten haben die Wähler in Bayern nach fünf Jahren wieder gleich vier Wahlzettel auszufüllen. Für die Landtags- und die Bezirkswahl müssen sie jeweils eine Erst- und Zweitstimme vergeben. Dabei haben sie viel Auswahl. Die Zahl der Parteien ist um einiges angestiegen. Das wird spannend. Und die meisten Politiker machen ja auch sauberen Wahlkampf, besonders auf kommunaler Ebene. Wir dürfen gespannt sein.

    Beate-Josefine Luber

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