14.09.2018 - 08:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vortragsreihe zur Flüchtlingspolitik

Angesichts aufgeheizter Diskussionen will Jost Hess (AK Asyl) den Blick fürs Wesentliche schärfen. Bei drei Vorträgen mit Experten will er aufklären.

Seit Jahren ist Fotograf Erik Marquardt vor Ort unterwegs: in Afghanistan, entlang der Balkanroute oder – wie im Bild zu sehen – im Mittelmeer. Am 27. September spricht der 30-Jährige in Weiden.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Weiden. (ca) Gerade jetzt bestehe wieder die Situation, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken. "Da muss doch weiß Gott ein ganz erhebliches Lebensproblemen bestehen. Da kommt keiner, weil es ihm irgendwie Spaß macht." Der Arbeitskreis Asyl, dessen Vorsitzender Jost Hess ist, bietet zur Information über die aktuelle Flüchtlingspolitik drei beachtenswerte Informationsveranstaltungen an. Überschrieben ist die Reihe mit dem Titel "Flucht nach Europa - Die Grenzen der Menschlichkeit".

Den Auftakt macht am Donnerstag, 27. September, um 20 Uhr im Pfarrheim St. Josef der freie Fotojournalist Erik Marquardt.Marquardt reist seit vielen Jahren an die Brennpunkte. Er schildert die Situation auf hoher See vor der libyschen Küste; er berichtet von der Balkanroute und aus Afghanistan. Wo kommen die Menschen her? Warum setzen sich so viele Menschen auf seeuntüchtige Boote? Diese und weitere Fragen wird Marquardt beantworten, so dass am Ende ein Bild über die Flucht nach Europa entsteht.

Am Donnerstag, 11. Oktober, wieder um 20 Uhr im Gemeindesaal St. Josef, hat der AK Asyl den Taz-Journalisten Christian Jakob zu Gast. Er befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema: "Diktatoren als Türsteher Europas - Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert". Denn genau dies passiere, meint auch Jost Hess: Die Europäische Union setze sich mit afrikanischen Diktatoren an einen Tisch, nur um zu verhindern, dass aus diesen Ländern weitere Flüchtlinge nach Europa ziehen.

Schließlich wird Karl Kopp, Leiter der Europa-Abteilung von Pro Asyl, nach Weiden kommen. Sein Thema: "Festung Europa - Eine Politik der Abschottung". Er will Stellung dazu nehmen, was die europäische Abschreckungspolitik für Geflüchtete bedeutet. Hess kennt Kopp seit vielen Jahren: "Er weiß, wovon er redet, wenn er beispielsweise über die Situation in den griechischen Hotspots berichtet. Wenn so ein Lager für 1500 Menschen angelegt ist und 8000 sind drin, dann sprengt das alles, was wir uns hier vorstellen können. Zeit und Ort des Vortrags stehen noch nicht fest. Grenzen der Menschlichkeit? Jost Hess: "Die darf es nicht geben."

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