Weiden in der Oberpfalz
15.05.2019 - 16:09 Uhr

Vorwurf: Fünf Mal missbraucht

Auf drei Tage ist ein Prozess angesetzt, bei dem es um Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in mehreren Fällen geht. Doch schon jetzt zeigen sich Schwierigkeiten auf, in dieser Zeit Klarheit zu schaffen.

Symbolbild. Bild: Volker Hartmann/dpa
Symbolbild.

Der Angeklagte macht von seinem Schweigerecht Gebrauch und lässt nur seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Matthias Haberl, sprechen. Die fünf Vorwürfe scheinen, auf den ersten Blick, etwas suspekt.

Im Oktober 2016 soll ein damals 26-Jähriger seine 17-jährige Freundin im Bett seiner Wohnung gegen ihren Willen auf den Mund geküsst haben. Sie soll es nicht geschafft haben, ihn wegzuschieben, so dass es dann zur Vergewaltigung gekommen sei, wirft die Anklage von Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Matthias Biehler dem Mann aus dem östlichen Landkreis Neustadt/WN vor. Kurz nach Neujahr 2017 soll der Angeklagte die junge Frau auf einer öffentlich zugänglichen Toilette gegen die Tür gedrückt und am Geschlechtsteil berührt haben. Der dritte Vorfall soll sich kurz vor ihrem 18. Geburtstag im Jahr 2017 ereignet haben. Als sie erneut beim Angeklagten in dessen Bett lag und eine weitere junge Frau dabei gewesen sei, habe der Mann den Wunsch geäußert, es „neben ihr zu tun“. Dann habe er seine Freundin angefasst.

Kurz nach ihrem 18. Geburtstag, gegen 22 Uhr beim Rauchen in der Garage, soll der Angeklagte sie wieder gegen ihren Willen zwischen den Beinen angefasst und anschließend den Geschlechtsverkehr mit ihr ausgeübt haben. Als schließlich das angebliche Opfer und der Angeklagte wieder einmal zusammen im Bett lagen, soll der körperlich Überlegene die nun 18-Jährige von hinten unsittlich berührt, den Unterkörper entkleidet, ihre Hände festgehalten und sie vergewaltigt haben.

Rechtsanwältin Monika Sehmsdorf beantragte als Vertreterin der Nebenklage den Ausschluss der Öffentlichkeit und des Angeklagten von der Verhandlung, da ihre Mandantin psychisch sehr belastet sei. Bis Juni vergangenen Jahres sei diese in psychologischer Behandlung gewesen. Und: „Wenn er da sitzt, bringt sie keinen Ton heraus“, so Sehmsdorf. Die mutmaßlich Geschädigte wurde anschließend drei Stunden lang vernommen. Am Nachmittag befragte das Gericht noch die Mutter und den Bruder sowie die beste Freundin des mutmaßlichen Opfers, mit der der Angeklagte angeblich die Ménage-à-trois vorhatte.

Am Freitag um 9 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann sind vier Polizeibeamte und eine weitere Zeugin geladen.

 
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