25.06.2018 - 13:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

VW schiebt Schuld Skoda zu

Ein 35-Jähriger sieht sich betrogen mit einem mangelhaften Auto. Die Volkswagen AG sagt, den Wagen habe Skoda gebaut, nicht VW. Und der Richter lässt den Einwand gelten, auch wenn "der dümmste Landrichter weiß, dass Skoda zu VW gehört".

Symbolbild
von Gabi EichlProfil

Der Vohenstraußer klagt wie ein gutes Dutzend weiterer Autokäufer aus der Region vor dem Landgericht Weiden gegen die Volkswagen AG wegen der Schummelei mit Diesel-Motoren. Es geht um einen Skoda Octavia, der im Juni 2010 für rund 26 000 Euro gekauft wurde. Der Besitzer wirft dem VW-Konzern vor, bewusst ein mangelhaftes Fahrzeug auf den Markt gebracht zu haben und verlangt den Kaufpreises abzüglich der gefahrenen Kilometer. Schließlich habe sein Auto immens an Wert verloren und niemand könne ihm sagen, inwieweit die Manipulation den Motor geschädigt habe.

Kein Software-Update

Das von VW angebotene Software-Update hat der 35-Jährige noch nicht machen lassen, wie er auf Nachfrage von Richter Peter Werner sagte. Bisher habe ihm niemand versichern können, dass der Motor dadurch nicht Schaden nehme. Und wenn das der Fall sei, wer komme für den Schaden auf?

Vergleich abgelehnt

Der Kläger wird vertreten von der für diese Fälle bekannten Kanzlei Stoll & Sauer aus Lahr im Schwarzwald. Als Unterbevollmächtigter lehnte der Weidener Anwalt Johannes Zintl im Namen des Vohenstraußers den von Richter Werner vorgeschlagenen Vergleich ab, der auf eine Zahlung von 2500 Euro gezielt hatte. Der VW-Anwalt Martin Schwand aus Chemnitz wies den Schadenersatzanspruch zurück; durch das Software-Update sei der Wagen uneingeschränkt nutzbar.

Überdies sei das Fahrzeug von Skoda hergestellt worden, nicht von VW. Diesen Einwand bezeichnete Richter Werner als nicht unerheblich, "auch wenn der dümmste Landrichter weiß, dass Skoda zu VW gehört". Dennoch bleibe offen, wer den Motor hergestellt und eingebaut habe. Der Beschluss ergeht am 13. Juli.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.