19.11.2018 - 19:39 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weg zur neuen Zentrale der SGW Stadtbau frei

Warteschleifen und Ehrenrunden gibt's für den Neubau des SGW Stadtbau im Grüngürtel am Stadtmühlweg genügend. Am Montag räumt der Stadtrat den Weg zur Verwaltungszentrale an der Leibnizstraße frei. Mit einer ungewöhnlichen Aktion.

Mit dem Erwerb des benachbarten Lohmer-Anwesens (rechts) hofft der Stadtrat, den Grünzug entlang des Stadtmühlbaches und der Leibnizstraße - trotz der Eingriffe durch den SGW-Zentrale - stärken zu können.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

War's nur Zufall oder ein geschickter, abgesprochener Schachzug? In der Stadtratssitzung am Montagabend ließ OB Kurt Seggewiß die Stadträte zunächst noch an der langen Leine über das Gewerbegebiet West IV diskutieren. Und zwar so lange, bis CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch augenscheinlich der Geduldsfaden riss und klagte, die Ausschüsse könnten ihre Arbeit einstellen, wenn der Stadtrat dann jeweils nochmals ausgiebig über jeden Tagesordnungspunkt diskutieren wolle. "Dann sparen wir uns die Ausschüsse und machen anstatt bisher acht oder neun Stadtratssitzungen eben 13 bis 15 im Jahr."

Die Konsequenz folgte beim nächsten Tagesordnungspunkt, und zwar die Genehmigung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für die nicht unumstrittene neue Zentrale der SGW Stadtbau im Grüngürtel des Stadtmühlbachs, nördlich des Parkdecks Naabwiesen an der Leibnizstraße. Erst vor kurzem sei im Bauausschuss darüber zweieinhalb Stunden gesprochen worden, weshalb er nur jeweils für jede Fraktion nur einen Redner zulassen wolle, erklärte Seggewiß den teilweise doch sehr verdutzten Stadträten.

Selbst das war anscheinend noch zu viel der Diskussionen: "Gleich abstimmen", forderte Hans Sperrer (CSU). Nach der Abstimmung (bei übrigens nur 10 Gegenstimmen) war die Rednerliste geschlossen. Auch Bau- und Planungsdezernent Oliver Seidel, der in seiner vorbereiteten 18-seitigen Stellungnahme jede Menge zum Standort und zur Ablehnung des Vorhabens durch die Bauverwaltung hätte sagen wollen, kam nicht zu Wort.

Dass Seidel als berufsmäßiger Stadtrat von diesem Sitzungsverlauf alles andere als begeistert war, zeigte er im Verlauf des Abends, indem er dem Sitzungsleiter stets dankte, wenn er den Sachstand vortragen "durfte". Die Mehrheit des Plenums hatte mit der diskussionslosen Behandlung des Satzungsbeschlusses kein Problem: Gegen die Stimmen von Gisela Helgath, Veit Wagner und Karl Bärnklau (Grüne), Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) sowie Karlheinz Schell, Josef Gebhardt und Gerald Bolleininger (jeweils SPD) kam die SGW zu ihrem Erfolg - übrigens nach mehrjährigem Zuwarten der Bauverwaltung.

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Kommentare

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Siegfried Götz

Grünzug wird bebaut!
Frag mich natürlich, wieso man den von Experten wie z.B. Dragomir & CO empfohlenen innerstädtischen Grünzug-Schutz befürwortet und dann aber dagegen entscheidet?
Viel Expertiesen-Geld für die Tonne!
Grüße: Siggi Götz

20.11.2018