27.12.2020 - 10:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: 40 Gläubige bei Krippenfeier in Herz Jesu

Manche Pfarreien gingen mit der Cornonakrise an Heiligabend kreativ um. So auch Herz Jesu in Weiden.

von Helmut KunzProfil

Pfarrvikar Achim Dittrich nutzte vor hundert Menschen die Gelegenheit, den Gemeinschaftsgeist der Gläubigen, vor allem in der Nachbarschaft, zu beschwören. Als Alternative zur traditionellen Kinderchristmette in der Herz-Jesu-Kirche gestaltete der Geistliche mit Ehrenamtlichen und Freiwilligen drei Krippenfeiern im Freien. Das erste Krippenspiel fand am Geräteschuppen der Krumme-Äcker-Siedler statt. Später wurden "Oh du Fröhliche" und "Stille Nacht" auch in der Neuen Mitte und auf der Konradshöhe gesungen.

Obwohl im Gotteshaus, das normalerweise am Weihnachtsnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt ist, die Kinderchristmette ausfiel, ließ man es sich in der Herz-Jesu-Kirche nicht nehmen, die Geburt Jesu mit einem Krippenspiel zu feiern. Allerdings nur in kleiner und begrenzter Zahl und mit Abstand in den Kirchenbänken. Maria und Josef, Engel und Hirten trugen Mund-Nase-Masken. Wer zur Feier kommen wollte, musste sich vorher registrieren lassen. Mit nur 40 Besuchern kamen viel weniger, als erlaubt gewesen wären. „Selten lagen über dem Weihnachtsfest so viele Unsicherheiten wie in diesem Jahr“, unterstrich Stadtpfarrer Gerhard Pausch in seiner Weihnachtspredigt.

Die aktuelle Lage sei gefüllt mit bangen Fragen. „Wie geht es weiter? Kommen meine Angehörigen, komme ich selber gut durch diese unsichere Zeit?“ Dabei zog der Geistliche Parallelen zur Weihnachtsgeschichte. Auch hier drängten sich Fragen auf. „Wo kann das Kind zur Welt kommen? Welche Zukunft steht ihm bevor?“ Hier werde erzählt von der Herbergssuche, von Hirten auf dem Feld, die kaum einer ihrer Zeitgenossen beachtet habe.

Gerade diese Unbeachteten hätten aber die himmlische Erscheinung erleben dürfen. Auch wenn sie die Auswirkung zunächst gar nicht hätten einordnen können. Doch durch die Botschaft des Engels sei das Blatt gewendet worden: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude. Heute ist euch der Retter geboren, er ist der Messias, der Herr.“ Der Geistliche: „Ihre Angst verwandelt sich in Freude. Sie erahnen, dass ein ganz neuer Zeitabschnitt beginnt. Sie spüren: Im Hier und Jetzt berühren sich Himmel und Erde – und wir dürfen davon die ersten Zeugen sein.“

Pfarrer Pausch in seiner Predigt: „Diese Hoffnungsbotschaft ist auch in unsere Zeit hineingesprochen. Es ist eine Botschaft, die uns aufatmen lässt.“ "Fürchtet euch nicht" sei auch ein Aufruf für die Gegenwart. "Mit diesen Worten sind auch wir gemeint – mit all dem, was uns das Herz schwer macht.“ Was aber nicht bedeuten solle, dass alles nur halb so schlimm sei. „Nein, Angst kann man nicht einfach weggeblasen. Aber dieser Weihnachtswunsch des Engels will mit uns etwas Ähnliches machen wie mit den Hirten: Uns aus der Schockstarre lösen.“

Der Prozess des Loslassens von Ängsten begleite die Menschen wohl ihr ganzes Leben lang. Es gebe immer wieder Zeiten, in denen es besonders schwer falle. "Deshalb ist es wichtig immer wieder Zeit im Gebet mit dem zu verbringen, der die Angst besiegt hat – mit Jesus. Ihn besser kennenzulernen, indem wir in die Bibel schauen, im Gottesdienst seine Botschaft hören und sie zu Herzen nehmen."

Bethlehem sei heute dort, wo Menschen Phantasie entfalteten und neue Wege gingen, um einander Hoffnung zu schenken. Vor allem denen, die einsam, krank oder am Ende ihrer Kräfte seien. "Wir erleben in diesen Tagen so viele Menschen, die helfen. Sie gehen oft bis an die Grenzen ihrer Kräfte: Auf den Intensivstationen unserer Kliniken, in unseren Alten- und Pflegeheimen, in den Organisationen, die in diesen Tagen alles vorbereiten für die Impfungen. In der Politik tragen Frauen und Männer große Verantwortung und haben oftmals schwierige Entscheidungen zu treffen. Ihnen allen gilt unser Dank! Gott segne ihren Einsatz!"

St. Michael feiert mit Zoom-Gottesdienst

Weiden in der Oberpfalz

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.