21.10.2021 - 11:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden muss bei der Digitalisierung nachsitzen

Die schlechte Nachricht: Die Stadt Weiden hat zum zweiten Mal schwarz auf weiß mitgeteilt bekommen, dass sie bei der Digitalisierung hinterherhinkt. Die gute: Sie will das so schnell wie möglich ändern und "Smart City" werden.

Ein Mann demonstriert in Reutlingen die Smart-City-App, mit der Sehenswürdigkeiten, Geschäfte, Gaststätten oder auch der nächste Papierkorb angezeigt werden. In diese Richtung könnte auch Weiden gehen. Den Anfang dieser Digitalisierungsoffensive soll die Verwaltung machen, wünscht sich der Stadtrat.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Behördengänge via Handy erledigen, Online-Terminvergabe im Rathaus, fast alle Formulare zum Herunterladen: Solche Dinge zeichnen eine "Smart City" aus. So heißt ein gleichnamiges Förderprogramm des Bundesinnenministeriums. Weiden hat sich dafür in zwei Runden beworben und kam zweimal nicht zum Zug, bedauert Öffentlichkeitsarbeiterin Roswitha Ruidisch im Stadtrat.

Sie hat auch analysiert, woran das liegen könnte. Ihr Fazit: "Auffallend ist, dass Städte in das Programm kamen, die beim Breitbandausbau schon weit sind und dafür auch die personellen Ressourcen haben." Es gilt also, noch einige Hausaufgaben zu machen.

Netzwerk soll helfen

Dabei soll das Netzwerk "Bayern innovativ" helfen, in dem Weiden Mitglied ist. Es soll Verwaltungen bei der digitalen Transformation begleiten. Dazu macht unter anderem eine Roadshow am 3. November in der Stadt Station. In einem Tour-Bus werden Fragen geklärt, etwa: Wie kommt der Glasfaseranschluss ins Haus?

Als Baustellen in Weiden sind der Glasfaserausbau an Schulen und weitere Onlinedienste, etwa ein Ratsinformationssystem oder ein digitales Dokumentenmanagement ausgemacht. Das alles geht nicht von heute auf morgen, betont Ruidisch. Bis zur "Smart City" ist es ein längerer Prozess, in dem viele Einzelprojekte verknüpft werden müssen.

Weiter um "Smart City" kämpfen

Trotzdem muss in die Sache mehr Tempo, fordert Florian Graf (SPD). Benjamin Zeitler (CSU) stößt ins gleiche Horn: "Bitte jetzt kein 100-seitiges Strategiepapier erstellen, sondern sofort im Rathaus anfangen und die Bürger mitnehmen", fordert er die Verwaltung auf. Als Beispiel nennt er den digitalen Bauantrag, bei dem unter anderem der Landkreis Neustadt/WN Vorreiter ist.

Braucht es für so etwas unbedingt ein Förderprogramm, fragt Gisela Helgath (Demokratisch-Ökologisch-Weiden). Es müsste doch möglich sein, dass die Stadt per SMS ihren Bürgern mitteilt, wann die Müllabfuhr kommt oder der Pass zur Verlängerung ansteht. Im Prinzip ist sich der gesamte Stadtrat bei einer Gegenstimme von Sonja Schuhmacher einig: Weiden soll weiter darum kämpfen, "Smart City" zu werden.

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"Bitte jetzt kein 100-seitiges Strategiepapier erstellen, sondern sofort im Rathaus anfangen und die Bürger mitnehmen."

Benjamin Zeitler (CSU) fordert mehr Tempo auf dem Weg zur "Smart City"

 

 

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