Weiden in der Oberpfalz
29.06.2021 - 09:04 Uhr

Weiden: Oberpfälzer Kunstverein sucht neue Bleibe

Irene Fritz führt die virtuelle Ausstellung vor. "Wenn die Realschule mal nicht mehr ist, haben wir ein Zeitdokument." Bild: Kunz
Irene Fritz führt die virtuelle Ausstellung vor. "Wenn die Realschule mal nicht mehr ist, haben wir ein Zeitdokument."

Der Oberpfälzer Kunstverein (OKV) blickt auf zwar schwierige, aber trotzdem auch erfolgreiche zwei Jahre zurück. „Wir haben neue Formate getestet, auch im digitalen Bereich“, unterstrich Vorsitzende Irene Fritz in der Jahreshauptversammlung im Schützenhaus. „Wir haben eine virtuelle Pfingstausstellung auf die Beine gestellt und waren hier in der Region einer der ersten kulturtragenden Vereine, der eine große Kunstausstellung hier eröffnen konnte.“

Die Coronazeit habe sich nicht negativ auf die Mitgliederzahl ausgewirkt. „Es gab keine Austritte. Wir konnten aber leider bis auf Alfred Hertrich keine neuen Mitglieder generieren, weil wir ja auch keine Jury haben stattfinden lassen können.“ Inzwischen liege aber eine Reihe neuer Bewerbungen vor. „Ich hoffe, dass es auch damit wieder weitergeht.“ Untätig gewesen seien die Mitglieder nicht. Die hätten in ihren Ateliers gearbeitet. „Da werden wir sicherlich zukünftig spannende Sachen sehen.“

In ihrem Rückblick erinnerte Fritz an das Kunstkaufhaus im Gewölberaum bei Sonna, die Pfingstausstellung mit der Sonderausstellung Druckgrafik und die Herbstausstellung mit Preview zum Kunstgenuss bis Mitternacht. Die Vorsitzende machte auch auf die Sparkassenausstellung oder die Ausstellung zum Raiffeisenbank-Kalender aufmerksam. Die Fäden wurden auch nach Annaberg-Buchholz gespannt.

Es habe Werkstattbesuche bei Mitgliedern und eine Kooperation mit dem Keramik-Museum anlässlich der "Afrika"-Ausstellung gegeben. Gemeinsam mit dem Kunstverein Pilsen sei heuer wieder die Kunstaktion „Farbe auf der Straße“ geplant. Das Motto: „Wurzeln und Symbole“. Austragungsort werde am 20. August Pilsen sein. 2022 komme die Ausstellung nach Weiden. Auf Anregung von Stadtrat Hans Forster schon im Vorfeld solle sie an der Fassade des Neuen Rathauses stattfinden. Die Herbstausstellung befasse sich heuer mit „Hundert Jahre Beuys“. Auf 2022 verlegt worden sei eine Ausstellung im Schmidthaus Nabburg.

Nach einer Satzungsänderung aufgrund einer formalen Anordnung des Finanzamts, verkündete stellvertretender Schatzmeister Hugo Braun-Meierhöfer volle Vereinskassen aufgrund der Corona-Pause. Er mahnte aber auch zur Sparsamkeit. Man sollte Rücklagen bilden. „Wir müssen in absehbarer Zeit aus der Realschule raus, die abgerissen wird.“ Dort würden im Keller bisher Sachen des OKV aufbewahrt. „Wir brauchen also einen Plan B. Ich glaube nämlich nicht, dass wir so schnell einen neuen Raum kriegen werden.“

Stadtrat Ali Zant schlug die FOS/BOS vor, die über Kapazitäten verfüge. Deutlicher wurde der Kassenwart, was die Ausstellungsmöglichkeiten anging. „Unser jahrzehntelanger Ausstellungraum fällt weg. Wir brauchen eine Lösung. Aber das wird eine größere Baustelle.“ Fritz: „Vielleicht müssen wir auf lange Zeit mit partiellen Ausstellungsräumen im Stadtgebiet auskommen.“ Es sei Aufgabe des Kulturamtes, hier ein Konzept zu erarbeiten.

Das von Stadträtin Brigitte Schwarz favorisierte Untergeschoss der Max-Reger-Halle komme wohl nicht in Frage, weil dort – „im Vorraum zur Toilette“ – hohe Mieten verlangt würden. „Es gäbe schon Orte“, meinte die Vorsitzende. Das Augustiner-Seminar, die Feuerwache oder das „Parapluie“ vielleicht. Es tue sich nichts, sagte Hertrich. „Eine Stadt wie Weiden braucht unbedingt eine Galerie", sagte er. „Wenn ich mir vorstelle, was Schwandorf, Hof, ja selbst Münchberg haben. Und Weiden schafft in dieser Hinsicht überhaupt nichts. Das ist doch eine Katastrophe.“

„Weiden tut schon was für die Kunst“, betonte Bürgermeister Reinhold Wildenauer. Auch er erkannte die Bedeutung eines „Kunsthauses". Das müsse einfach her. Leider gebe es in der Stadt vieles zu tun. Stadtrat Heiner Vierling betonte die große Bedeutung der Kunst für Weiden und lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Heimatring.

Die Jahresgabe wurde von Ingeborg Posrski gestaltet. Sie trägt passenderweise den Titel "Abstand - Coronajahr 2020". Bild: Kunz
Die Jahresgabe wurde von Ingeborg Posrski gestaltet. Sie trägt passenderweise den Titel "Abstand - Coronajahr 2020".
 
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