23.10.2020 - 09:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Schätzlerbad-Sanierung wird nochmal teurer

Zwei Millionen Euro waren für das Schätzlerbad angedacht. Das Planungsbüro legt den Stadträten im Weidener Finanzausschuss allerdings zwei neue Vorschläge für eine Sanierung vor, die diesen Kostenrahmen sprengen.

Die Sanierung des Schätzlerbads beschäftigt die Stadträte im Finanzausschuss.
von Ernst FrischholzProfil

Gegenstand im Finanzausschuss waren die Kostenerhöhungen für die Umbaumaßnahmen des Schätzlerbads. Die Sitzungsvorlage sagt aus, dass der August-2019-Beschluss des Stadtrats, der auf einem Kostenvolumen von zwei Millionen Euro basiert, noch Gültigkeit hat. Hiernach wird die Stadt entsprechend Förderungen beantragen und einen Zuschuss von 100 Prozent der Nettosanierungskosten an den Schwimmverein als Betreiber des Schätzlerbads leisten. Aufgrund der Fördervorgaben musste die Stadt die Vergabe der Planungsleistungen europaweit ausschreiben. Aus diesem Verfahren ging als Sieger das Fachbüro Bauconcept in Lichtenstein (Sachsen) hervor.

Stadtkämmerin Cornelia Taubmann leitete ein, dass sich ein neuer Umfang ergebe und daraus die Frage, ob die Stadtvertreter damit einverstanden seien. Den neuen Umfang erläuterte Architekt Bert Hoffmann vom Planungsbüro. Die Kostenschätzungen aus 2019 (zwei Millionen Euro), die im Ursprung bei 1,6 Millionen Euro lagen, seien weit überholt. Sein Büro, so Hoffmann, ging die Planung ganz von vorne an und brachte dabei zwei Varianten ins Spiel: Fliesen oder Edelstahlbecken. Hoffmann zeigte per Beamer entsprechende Schwimmbäder auf. Der Vorteil von Edelstahlbecken bestehe langfristig im Unterhalt. Fliesen könnten reißen durch Temperaturunterschiede im Sommer und Winter. Die Pflege ist zudem aufwendiger. Berücksichtigt man diese Faktoren, Hoffmann legte die Messlatte auf 20 Jahre, ist Edelstahl die bessere Variante.

Vorausgesetzt, die Stadt handelt zügig, setzte Hoffmann eine Bauzeit bis zur Baderöffnung Mai 2022 an. Schnell zu Wort meldete sich Karl Bärnklau (Grüne/Bunte). Er vermisste eine Gegenüberstellung der ursprünglichen zur jetzigen Planung. "Da liegen Welten dazwischen." 3,24 Millionen Euro kostet die Fliesenvariante, 3,9 Millionen Euro das Edelstahl. Bärnklau betonte, es sei für ihn nicht nachvollziehbar, dass die Wartungskosten für 20 Jahre diese Differenz ausgleichen sollen.

Oberbürgermeister Jens Meyer griff auf den 2019-er Beschluss zurück. Das Schätzlerbad wird zwar nicht von der Stadt betrieben, aber "es steht uns gut zu Gesicht, auch als Oberzentrum, diese Freizeiteinrichtung zu fördern".

Roland Richter (SPD) sprach die gesellschaftliche Verpflichtung an. "Fakt ist der Jetzt-Stand", deshalb sei es unsinnig, alte und neue Planungen zu vergleichen. "Grob eine Million im Moment ist es uns als SPD wert", sagte Richter. Der SPD-Fraktionsvorsitzende betonte auch die Bedeutung der Stadt Weiden als Oberzentrum. "Wir wollen ab 2022 vollen Badebetrieb", betonte Richter.

Benjamin Zeitler (CSU) betonte, dass man in seiner Fraktion derzeit keine Alternative zum vorgestellten Konzept sieht. Zeitler hob heraus, dass man dem Schwimmverein dankbar sein müsse, wenn er diesen großen Schritt gehe.

Oberbürgermeister Meyer sah in den Aussagen gemeinsamen Konsens. Den neuen Gegebenheiten entsprechend, sollte dann auch die Stadt Fördermittel beantragen. Die Stadträte stimmten dem zu.

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