26.04.2021 - 18:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Schnelltests im NOC und im Alten Rathaus sind gefragt

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Lange warten muss an den Schnellteststationen in der Weidener Innenstadt niemand. Nach über einer Woche haben sich die Abläufe gut eingespielt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich trotzdem vorher anmelden. Wir haben nachgefragt.

Die Malteser-Mitarbeiterin nimmt den Testwilligen an der Station im Alten Rathaus in Empfang. Bis auf Freitag und Sonntag hat das Schnelltestzentrum täglich geöffnet und wird mittlerweile gut frequentiert.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Ein Besuch im Krankenhaus, im Baumarkt oder im Uhrengeschäft, die Gründe für den aktuell notwendigen Schnelltest sind so vielfältig wie die Antigen-Tests selbst. Je nachdem, welcher verwendet wird, reicht die Anwendung vom Spucken bis zur Stäbchenprobe im oberen Nasenbereich. Für manchen offenbar keine angenehme Vorstellung. Und so lautet die wohl am häufigsten gestellte Frage in den Schnellteststationen im Moment, ob es weh tut und wie tief in die Nase „gebohrt“ wird. Dieter Landgraf kann beruhigen. „Es ist alles halb so wild. Das erste Mal etwas unangenehm, aber dann Routine.“ Der Geschäftsführer des Malteser Hilfsdienstes Weiden hat sich selbst schon mehrere Mal testen lassen und rät: „Bleiben Sie einfach locker und denken an was Schönes.“

Gesagt, getan. Seit die Teststation im Alten Rathaus am 17. April eingerichtet wurde, haben sich täglich 100 bis 130 Personen einem Antigen-Schnelltest unterzogen. Malteser-Mitarbeiter kümmern sich um die Abläufe. Anfangs sei der Zuspruch noch etwas mäßig gewesen, sagt Landgraf auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. „Doch mittlerweile wird das von der Stadt initiierte Testzentrum angenommen. Unsere Listen sind voll.“ Deshalb rät der Malteser-Chef Testwilligen, sich vorher einen Termin zu besorgen. Den gebe es telefonisch oder per E-Mail in der Touristinfo. Am Montagmittag seien sogar noch welche verfügbar gewesen.

Personalaufwand hoch

Landgraf könnte sich vorstellen, auch am Freitag zu testen. Bislang sei dies (bis auf Sonntag) der einzige noch testfreie Tag. Auch aus dem Landkreis oder von Unternehmen gebe es Anfragen. Für ihn sei jetzt aber erst einmal wichtig, dass die bestehenden Testzentren laufen. Der Aufwand sei enorm. Im Alten Rathaus seien pro Tag sechs Mitarbeiter (Angestellte und ehrenamtliche Helfer) im Einsatz. Sie alle wurden vorab durch einen Arzt geschult. Die Testabstriche würden ausschließlich von examiniertem Personal wie Arzthelferinnen oder Altenpflegerinnen durchgeführt.

Bislang sei noch kein positiv Getesteter dabei gewesen, zieht Dieter Landgraf eine erste Bilanz. „Das ist sehr gut. Und es zeigt auch, wie wichtig es bleibt zu testen.“ Schlägt der Schnelltest übrigens an, dann erstatten die Mitarbeiter Meldung beim Gesundheitsamt. „Jeder Getestete muss vorher unterschreiben, dass seine Daten im Falle eines positiven Ergebnisses weitergeleitet werden“, erklärt der Geschäftsführer. Die Person müsse sich dann in Quarantäne begeben und einen PCR-Test machen lassen.

Gut zu tun haben auch die Mitarbeiter des Labordienstleisters Synlab im Einkaufscenter NOC. Dort startete das Testzentrum bereits am 14. April. Freitag, Samstag und Montag seien besonders starke Tage, heißt es dort aus dem Team der rund sieben Mitarbeiter. Sie leisten mit 300 bis 400 Tests am Tag wahre Akkordarbeit, die sich lohnt. „Am ersten Test-Samstag haben wir auffällig viele positiv Getestete rausgezogen“, teilt Dr. Dr. Hans-Wolfgang Schultis auf Anfrage mit. Die Zahl habe sich im unteren zweistelligen Bereich bewegt. Für den Ärztlichen Leiter bei Synlab schon überraschend, weil es gleich mehrere waren, aber auch „eine gute Sache“. „Besser wir fischen sie raus, als dass die Leute, ohne es zu wissen, dass sie infiziert sind, draußen rumlaufen.“

Netz an Teststationen

Nach Auskunft des Landratsamtes in Neustadt/WN könnte sich das Angebot an Schnellteststationen in der Stadt sowie im Landkreis Neustadt noch erweitern. „Durch die allgemein bestehende hohe Nachfrage nach Schnelltestes hat sich zwischenzeitlich ein recht ansehnliches Netz an Testmöglichkeiten gebildet, welches laufend ausgebaut wird“, teilt stellvertretender Pressesprecher Marcel Weidner mit. „Wir erhalten fast täglich Anfragen von Drittanbietern, die eine Teststelle einrichten wollen.“

Dabei sei der Ablauf wie folgt, erklärt Weidner: Die jeweiligen (privaten) Anbieter errichten eigenständig eine Teststation und melden diese dem Gesundheitsamt Weiden-Neustadt. Das erteilt nach Überprüfung der Voraussetzungen dann die entsprechende Beauftragung.

Konkreter wird Roswitha Ruidisch von der Pressestelle der Stadt. Sie weiß von weiteren Teststationen außerhalb des zentralen Innenstadtbereichs, wie sie auf Anfrage bestätigt. Diese sind:

  • Untere Bauscherstraße (Kaufland): Betreiber Ecolog GmbH
  • Leimbergerstraße (Hagebaumarkt): Betreiber Ambulante Intensivpflege Holding GmbH
  • Regensburger Straße (OBI): Betreiber N. N.
  • Dr.-Martin-Luther-Straße (Poco): Betreiber H.i. Glove &T Services GmbH
  • Ulrich-Schönberger-Str. 11 (BRK)
  • Verschiedene Übersichten zu Schnelltestmöglichkeiten in Arztpraxen, Apotheken und Testzentren (Stand: 26.4.2021) findet sich unter anderem auf folgenden Webseiten: www.weiden.de, www.neustadt.de, www.onetz.de/3214315 und www.kvweiden.brk.de

Kostenlose Schnelltests in Weiden und im Kreis Neustadt/WN

Weiden in der Oberpfalz

Shopping-Ampel: Wo darf ich einkaufen?

Oberpfalz
Kommentar:

Ein Stück Normalität

Widerwillig lässt der Mann die Prozedur über sich ergehen. Er wolle das eigentlich gar nicht, aber er muss, wiederholt er immer wieder. Die Mitarbeiter der Malteser in der Schnellteststation im Alten Rathaus sind zuerst irritiert. Es sei überhaupt nicht schlimm, reden sie ihm gut zu. Es stellt sich heraus, dass sein Arbeitgeber ihn zum Schnelltest geschickt hat. Als das Ergebnis negativ ausfällt, ist der Mann doch erleichtert, dass er wieder zur Arbeit darf. Nur eine der Situationen, wie sie die Mitarbeiter in den Schnelltestzentren der Region erleben und bewältigen. Das Positive überwiegt, sagt der Malteser-Chef.

Das kann ich nur bestätigen, als ich in der Test-Warteschlange im NOC stehe. Auch als technische Probleme auftreten und wir um etwas Geduld gebeten werden. Die Wartenden bleiben gelassen. Freundliche Helfer weisen den Weg, das Stäbchen in der Nase ist kaum zu spüren. Am Ende ein negatives Ergebnis, und alle sind happy. Auch der Händler um die Ecke, bei dem ich nun einkaufen darf. Ein wenig Normalität. Zumindest für den Moment.

Stephanie Hladik

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.