13.03.2019 - 17:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden singt für mehr Toleranz

Bis zum 24. März finden in ganz Deutschland mehr als 1700 Veranstaltungen gegen Rassismus und Menschfeindlichkeit statt. Auch in Weiden ist einiges zum Thema geplant. Auftakt ist am Samstag, 16. März, mit einem akustischen "Flashmob".

Sie engagieren sich gemeinsam gegen Rassismus: (sitzend von links) Manfred Weiß (Ehrenamtskoordinator in der Diakonie für Flüchtlingshilfe), Nico Erhardt Aktionsbündnis Weiden ist bunt), Veit Wagner (Amnesty International), Dr. Heidi Nickl (IPPNW) und (stehend) Paul Zitzmann (GEW), Roswitha Ruidisch (Stadt Weiden), Theresa Weidhas (Jugendforum Arbeit und Leben), Marina Jurovetskaia (Jüdische Gemeinde), Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Mehrere Chöre, Musikgruppen, Lehrer und auch Schulbands treffen sich am Samstag vor dem Alten Rathaus zu einem gemeinsamen Singen. Die Aktion ist Auftakt zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus, die bundesweit jedes Jahr im März stattfinden. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Europawahlen im Mai lautet das Motto heuer "Europa wählt Menschenwürde".

Die Gesangseinlage auf dem Marktplatz soll einem Flashmob gleichen, sagte Theresa Weidhas vom Jugendforum Arbeit und Leben bei einem Pressegespräch, zu dem die teilnehmenden Organisationen eingeladen hatten. "Wir rechnen mit bis zu 80 Teilnehmern", freute sich Weidhas über die Resonanz im Vorfeld. Los geht´s um 10.30 Uhr.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß allen gedankt, die sich gegen Rassismus engagieren. Er freue sich besonders, dass sich die Jüdische Gemeinde beteiligt. Sie sei ein "Mosaikstein von Weiden".

Stimmungsmache gegen Muslime und antisemitische Sprüche ärgern Veit Wagner von Amnesty International . "Sie verätzen das Klima in der Gesellschaft." Wie bunt Weiden sei, habe eindrucksvoll eine Übersicht der über 100 verschiedenen Nationalitäten in Weiden in der Tageszeitung gezeigt. Gerne hätte man die Ausstellung "Du Jude" der Christlich-jüdischen Gesellschaft in Köln nach Weiden an die Schulen geholt. "Sie ist so begehrt, dass es leider nicht geklappt hat. Wir werden das nachholen", versprach Wagner.

Gegen Ausgrenzung und Rassismus setzt sich auch das Aktionsbündnis "Weiden ist bunt" ein, das sich vor zehn Jahren gründete. Das Motto "Europa wählt Menschenwürde" würde man voll und ganz unterstützen, sagte Nico Erhardt. Akzente setze neben den Aktionen im März auch das Seifenkistenrennen am 14. Juli, das ebenso für Vielfalt und Toleranz stehe.

Auf die Bedeutung der Wochen gegen Rassismus verwies Dr. Heidi Nickl von der IPPNW (Internationaler Zusammenschluss von Ärzten, die sich unter anderem für die Abrüstung atomarer Waffen einsetzen). Der Gedenktag am 21. März erinnere an 1960, als während einer friedlichen Demonstration in Südafrika gegen das Apartheid-Regime Dutzende Schwarze von weißen Polizisten erschossen wurden. Seit 1995 wird der Gedenktag auch in Deutschland begangen.

  • Samstag, 16. März: 10 Uhr Demo "Gemeinsam gegen Rechts", initiiert von der SPD, vor dem Alten Rathaus. Um 10.30 Uhr "Flashmob" der Chöre auf dem Oberen Markt zu "Menschenwürde statt Ausgrenzung". Im Anschluss spricht Bürgermeister Jens Meyer.
  • Dienstag, 19. März: Um 20 Uhr singt Hubert Treml nachdenkliche Lieder, die auf Witz und Menschlichkeit setzen. Das Konzert "Ich bin so frei" findet im Anschluss an den Gottesdienst in St. Josef im Pfarrheim statt. (Kartenvorverkauf unter Telefon 0961/39083-0).
  • Mittwoch, 20. März: Das Neue Welt Kino zeigt um 19.30 Uhr die Groteske "Der schwarze Nazi". Der Film handelt vom Kongolesen Sikumoya, der sich auf seine Einbürgerung vorbereitet. Unter dem Druck von Rassismus und Vorurteilen passt er sich immer stärker an die „deutsche Kultur“ an. Doch irgendwann ist es zu viel. Er bricht zusammen. Im Koma ereignet sich dann die Metamorphose. Sikumoya ist nun der scheinbar „perfekte Deutsche“. Er überholt die Neonazis einfach von rechts und beginnt ihnen Teile ihrer absurden Ideologie streitig zu machen … Beim anschließenden Filmgespräch sind der Regisseur Tilman König und der Hauptdarsteller Aloysius Itoka anwesend.
  • Donnerstag, 21. März (Internationaler Tag gegen Rassismus): Professor Dr. Julia Bernstein von der Universität Frankfurt stellt die neuesten Forschungsergebnisse zum Antisemitismus in Deutschland vor. Beginn ist um 17 Uhr in der Synagoge der Jüdischen Gemeinde, Ringstraße 17. Eintritt frei.
  • Dienstag, 26. März: Vortrag mit dem Arzt und Buchautor Till Bastian zu "Weltbürgertum und die ökologischen Katastrophen - Strategien für den Frieden. Beginn 19.30 Uhr im "Café Mitte", Am Stockerhutpark 1.

In Weiden leben über 100 Nationalitäten.

Weiden in der Oberpfalz

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