29.03.2021 - 12:20 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: So klappt es mit dem Kinderfahrrad zu Ostern

Wenn der Osterhase ein Kinder- oder Jugendfahrrad bringen soll, ist Eile geboten. Die Nachfrage ist derzeit groß. Wir bieten einen Überblick, was bei den Weidener Händlern sonst noch beachtet werden muss.

Bei "Jackson" Lingl in der "Bike-Station" wird die Auswahl an Kinderrädern langsam knapp.
von Helmut KunzProfil

Meister Lampe muss jetzt auf Computer umsteigen. „Click & Collect“, hört sich relativ einfach an. Aber der Einkauf ist für den Osterhasen komplizierter geworden. Immerhin kann er an Ostern neben seinen Nestern mit den bunten Eiern auch kurzfristig noch das eine oder andere Kinderfahrrad verstecken. Wie eine Umfrage unter Weidener Fahrradhändlern ergab, ist die Nachfrage sehr stark. Das betont auch Stephan Loew von „Lifestyle – Bicycles and Sports“. Er habe momentan jedoch noch viele Modelle auf Lager.

„Allerdings hat sich die Arbeit verdoppelt und verdreifacht.“ Die Gründe lägen auf der Hand: Der Lockdown und die damit verbundenen Vorschriften und Probleme. „Die politischen Entscheidungen verunsichern unsere Kunden. Die wissen schon gar nicht mehr, was sie dürfen und was nicht.“ Auf den Einzelhandel wirke sich die Situation verheerend aus. „Wir kratzen an unserer Existenz.“

Kein Warenbestand

Gerade im Bereich des Fahrradhandels. „Unser Geschäftsmodell beruht auf Vororder. Alles was hier im Laden steht, ist bereits bezahlt. Wir haben keinen Warenbestand auf Kommissionsbasis.“ Allein schon deshalb versuche man das Machbare machbar zu machen. Abstandsregeln, Hygiene: „Zu unserer normalen Arbeit kommen wir gar nicht mehr.“

Anders als Erwachsene favorisierten Kinder und Jugendliche nach wie vor bunte Räder. Das Einstiegsalter liege bei drei Jahren, sagt der Experte. „Das sind dann Laufräder, noch ohne Pedale.“ Ist der Vorrat erst mal aufgebraucht, gibt es Lieferschwierigkeiten. „Die Containerschiffe aus Asien verlangen inzwischen den sechsfachen Preis.“ Man müsse wissen, dass selbst die großen Namen aus der Oberpfalz ihr komplettes Material aus Fernost beziehen würden. „Die Räder werden bei uns nur zusammengeschraubt.“ Den Herstellern habe die angespannte Situation inzwischen die Augen geöffnet: "Die wollen ihre Produktionsstätten wieder näher an Europa."

Keine Probefahrten

"Dass die Kinder ihre Räder vorher testen und zur Probe fahren, ist in Weiden aufgrund der hohen Inzidenzzahlen nicht erlaubt", erklärt "Cube-Store"-Geschäftsführer Walter Arnold. "Nur 'Click & Collect' und 'Call & Collect' sind möglich." Die Nachfrage nach Rädern sei allgemein sehr stark. Das betreffe auch Kinderräder. "Zur Zeit haben wir noch eine Anzahl vorrätig. Aber der Lieferengpass ist mittlerweile groß." Wer ein bestimmtes Modell bevorzuge, müsse sich auf lange Wartezeiten einstellen. "Das liegt an den eingebrochenen Lieferketten und an den Problemen an den Grenzen."

E-Bikes für Kindern würden bei ihm noch nicht ganz so stark nachgefragt. Was wohl auch eine Preisfrage sei. Aber auch das werde sich ändern, aufgrund der starken E-Bike-Nachfrage bei den Eltern. "Man will ja schließlich zusammen Radl-Touren unternehmen. Wir bieten E-Bikes für Kinder schon ab zehn Jahren an." Die Geschwindigkeit im Nachwuchsbereich sei allerdings auf 20 Stundenkilometer reduziert. "Man will das Risiko bei Kindern minimieren." Beim Kauf eines Kinderrades sollte man vor allem auf eine vernünftige Ausstattung und das Gewicht achten. Es sollte nicht zu schwer sein. "Natürlich sollte auch die Optik stimmen."

E-Bikes, auch für Jugendliche, lassen sich sehr gut innerhalb der Familie an jüngere Geschwister weiterreichen oder auch weiterverkaufen, erzählt Fachverkäufer Jürgen Schertl vom „Zweiradcenter Weiden“. „Für ein vier Jahre altes E-Bike bekommt man noch bis zu 900 Euro.“ Trotzdem halte sich der E-Bike-Kauf im Jugendbereich noch in Grenzen. „Letztes Jahr haben wir nur fünf davon verkauft.“ Das Einstiegsalter liege bei zwölf Jahren. Ostern? „Momentan haben wir im Kinder- und Jugendbereich nur noch wenig vorrätig. Das wird schon bis Mai, Juni dauern, bis Nachschub kommt.“ Probefahrten seien möglich. „Aber ohne Personenkontakt.“ Die Räder würden dazu vor die Tür gestellt. Ganz wichtig: Die Größe. „Die Kinder sollten keine zu großen Räder kaufen. Dann achten wir auch auf Vorkenntnisse.“ Kinder, die schon Laufrad gefahren seien, sollten vielleicht auf Stützhilfen verzichten.

Keine Teilelieferung wegen Corona

Stefan "Jackson" Lingl von der "Bike-Station Weiden" lässt keine Probefahrten zu. "Auch wir haben nur 'Click & Collect'-System." Die Kunden würden die Räder auf der Homepage im Internet suchen und dann bestellen. "Nur bei der Abholung dürfen sich die Kinder kurz drauf setzen, aber ohne Probefahrt." Die Nachfrage nach Kinderrädern sei auch hier sehr groß. "Wir haben fast nichts mehr da. Alles ausverkauft. Und alles was wir neu bekommen ist gleich wieder weg. Ein bisschen was für Ostern geht noch. Aber nur noch wenig." Schuld sei Corona: "Grenzen dicht, keine Teilelieferung möglich. 'Ghost' kann nicht ausreichend produzieren. Jedenfalls bekommen wir nicht die Masse, die wir eigentlich bräuchten."

"Bei uns wächst der E-Bike-Anteil bei Jugendlichen immer mehr", berichtet "Jackson". "Das merkt man von Jahr zu Jahr. Inzwischen gibt es auch Kinder-E-Bikes mit 24 Zoll." Bei den Kinderbikes sollte man vor allem auf die Handhabung achten. Leicht sollten sie sein. Beim Kauf von "Ghost"-Rädern achteten die Eltern vor allem auf die Ausstattung.

Kauf übers Schaufenster

"Es ist schon was da. Aber je näher es auf Ostern zugeht, desto kleiner wird die Auswahl", warnt Ludwig Russ von "Radsport Russ" Zauderer. Auch bei ihm dürften die Kunden nicht ins Geschäft, erklärt Tochter Christiane Russ. Safety first. "Der Kauf funktioniert entweder übers Schaufenster. Wir machen auch Fotos oder beantworten Anfragen per E-Mail. Wer dann ein blaues Fahrrad in einer bestimmten Größe wünscht, dem stellen wir ein blaues Fahrrad in der jeweiligen Größe vor unsere Tür."

Welche Räder besonders nachgefragt würden? "Es kommt immer aufs jeweilige Alter der Kinder an: Ob mit Stütze oder ohne Stütze. Wie sicher sie sich fühlen. Einige nehmen Laufräder, andere Roller." Christiane Russ: "Wir verkaufen Fahrgeräte ab einem Alter von zwei Jahren." Die Händlerin: "Ab zehn, zwölf Jahren interessierten sich Kinder, vor allem aber Jugendliche auch schon für E-Bikes, damit die ganze Familie fahren kann." Allerdings sei hier die Nachfrage noch mäßig. "Weil es doch eine Sache des Geldes ist." Immerhin koste ein vernünftiges Jugend-E-Bike zwischen 1600 und 2000 Euro.

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Weiden in der Oberpfalz

"Dass die Kinder ihre Räder vorher testen und zur Probe fahren, ist in Weiden aufgrund der hohen Inzidenzzahlen nicht erlaubt."

"Cube-Store"-Geschäftsführer Walter Arnold

 

 

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