15.03.2021 - 13:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Spruchbänder zum Auftakt der Wochen gegen Rassismus

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus haben begonnen. Das Aktionsbündnis "Weiden ist bunt" bringt aus diesem Anlass Transparente rund um den Michaelsturm an.

"Platz für Vielfalt" fordern die Aktivisten des Aktionsbündnisses gegen Rassismus.
von Helmut KunzProfil

Corona lässt heuer weder öffentliche Versammlungen, Lesungen, Konzerte noch Kinobesuche zu. Was bisher üblich war, geht nicht. Auch nicht bei den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, die noch bis 28. März dauern. Deshalb hatten Sebastian Flaschel und Nico Erhardt von „Weiden ist bunt“ die Idee, die Botschaften des Bündnisses am Montag in Form von Bannern und Transparenten rund um den Turm der Michaelskirche anzubringen. Dekan Thomas Guba hatte im Vorfeld sofort zugestimmt und beteiligte sich persönlich an der Aktion.

Neben diesen Signalen im städtischen Raum gibt es auch Auskünfte über eine Hashtag-Aktion. An unterschiedlichen Stellen und in den sozialen Medien werden über zehn Aufsteller positioniert, hinter denen Menschen mit ihren Meinungen stehen. Bewusste Statements für ihr Anliegen: #PlatzfürVielfalt, #PlatzfürSolidarität und #PlatzfürToleranz. Das diesjährige Motto lautet: „Solidarität. Grenzenlos.“ Susanne Reinhardt von "Demokratie leben" zeichnete für die Finanzierung verantwortlich. Weitere Initiatoren: Paul Zitzmann und Theresa Weidhas von "Arbeit und Leben" sowie Veit Wagner von "Weiden ist bunt."

Für alle sichtbar rufen Mitglieder des Aktionsbündnisses aus „Weiden ist bunt“, „Arbeit und Leben“ und „Demokratie leben“, der Kirchengemeinde von St. Michael, Amnesty International, Jugendforum und Integrationsbeirat der Stadt Weiden zwei Wochen lang die Thematik der rassistischen Diskriminierung ins Gedächtnis. Informationen liegen im Weltladen aus.

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Weiden in der Oberpfalz

Hintergrund: Im Mai 2020 tötete ein Polizist in Minneapolis einen Afroamerikaner. Die anschließenden "Black Lives Matter"-Proteste hatten auch hierzulande das Thema Rassismus in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Im Februar 2020 führte der Anschlag in Hanau vor Augen, wie tödlich Rassismus sein kann. Doch noch immer gebe es viel Erklärungsbedarf in der Gesellschaft, hieß es aus dem Bündnis.

Viele verstünden hinter Rassismus nur das, was schwarze Menschen und "People of Color" gezielt beleidige, abwerte oder angreife. Noch immer würden die meisten Deutschen Rassismus vor allem mit Nazis und rechtsextremen Gruppen verbinden. Das Wissen um unbewusste Stereotype und Denkmuster, die diese Gesellschaft durchzögen, setze sich nur langsam durch. Deshalb sei jeder Einzelne gefragt. Der Einzelne trage keine Schuld. Jeder habe aber die Verantwortung, diese rassistischen Grundannahmen bewusst zu machen und dagegenzuhalten.

Das Aktionsbündnis habe es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen zu helfen, ihr Denken, Sprechen und Handeln kritisch zu hinterfragen. Nur so entstünden antirassistische Perspektiven. Man wolle Menschen zuhören, die täglich unter rassistischer Diskriminierung litten und einen Beitrag dazu leisten, dass der Rassismus abnehme, dem sie ausgesetzt seien.

Hintergrund:

Protest gegen Rassismus

  • Im Mai 2020 tötet ein Polizist in Minneapolis den Afroamerikaner George Floyd
  • Unter dem Motto "Black Lives Matter" starten anschließend Proteste in den USA aber auch in europäischen Ländern, wie Deutschland.
  • Bereits im Februar 2020 erschoss ein 43-Jähriger neun Hanauer Bürger mit Migrationshintergrund. Das Bundeskriminalamt stufte die Tat als rechtsextremen Terrorakt mit rassistischen Motiven ein. Auch hier kommt es zu Protest- und Solidadritätsaktionen.
Weidener Gruppen treten vor der Michaelskirche am Beginn der Internationalen Wochen gegen Rassismus ein für Toleranz und Vielfalt.
Auch auf eine Hashtag-Aktion wird aufmerksam gemacht.
Auch auf eine Hashtag-Aktion wird aufmerksam gemacht.
Sebastian Flaschel von "Weiden ist bunt" bringt das Banner am Turmgeländer der Michaelskirche an.
Platz für Vielfalt fordern die Aktivisten des Aktionsbündnisses gegen Rassismus.
Platz für Vielfalt fordern die Aktivisten des Aktionsbündnisses gegen Rassismus.
Platz für Vielfalt fordern die Aktivisten des Aktionsbündnisses weithin sichtbar gegen Rassismus.
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