17.07.2018 - 17:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Bruchpilot landet in Nürnberg

Tierisch was los ist bei Horstbetreuerin Helga Bradatsch. Sie bringt den verletzten Jungstorch vom Interimspfleger in Tirschenreuth in den Nürnberger Tiergarten auf die Quarantänestation. Eine Rückkehr nach Weiden scheint ausgeschlossen.

Im Schwitzkasten: Eine Mitarbeiterin des Nürnberger Tiergartens schnappt sich an der Schranke zum Zoo den verletzten Weidener Jungstorch und bringt ihn auf die Quarantänestation.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

(mte) Ganz so glimpflich ist die Bruchlandung des Jungstorchs am Freitag in der Fußgängerzone dann doch nicht ausgegangen. "Der Vogel hinkt", weiß Storchenhorstbetreuerin Helga Bradatsch. Sie brachte ihn deshalb am Dienstag von seinem Zwischenaufenthalt in Tirschenreuth in die Quarantänestation des Nürnberger Tiergartens. Kein leichtes Unterfangen.

Denn ein Storch muss stehend befördert werden. "Sonst bekommt er Durchblutungsstörungen", weiß Bradatsch. Also besorgte sie noch am Vortag einen Karton im Baumarkt für die Stehendbeförderung eines Jungstorchs. Der Kollege vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), Simon Adolf Küblböck aus Weiherhammer, baute einen Sitz aus seinem Wagen aus, um den Karton samt Vogel im Hochformat darin unterzubringen - und los ging es am Dienstag in Richtung des Interimspflegers in Tirschenreuth zu einer Uhrzeit, wo selbst manch früher Vogel noch ein Nickerchen macht.

In Tirschenreuth kam der Jungstorch in den Karton, wo er nahezu die ganze Fahrt nach Nürnberg recht unruhig mit den Füßen scharte. Am Tiergarten selbst war an einer Schranke Endstation für die LBV-Delegation. "Wir durften gar nicht aufs Gelände. Der Vogel musste ja in eine Quarantäne-Station, da herrschen bestimmte Gesetze", sagt Bradatsch. Da herrscht aber auch viel Fachkompetenz mit Tierärzten und -pflegern hoffen sie und Küblböck. "Vielleicht muss das Bein geröngt und geschient werden. Auf jeden Fall aber hat der Weidener Jungstorch im Nürnberger Tiergarten die besten Chancen auf eine gute Zukunft", ist sich der Experte aus Weiherhammer sicher. Allerdings sei eine Rückkehr in seine Weidener Heimat ausgeschlossen. Der Transport sei zu anstrengend für den Vogel. Deshalb werde er wohl in Nürnberg ausgewildert.

Raus aus dem Karton, rein in ein neues Leben: Der Weidener Jungstorch wird wohl nicht mehr aus Nürnberg zurückkehren.

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