11.01.2021 - 17:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener im Corona-Lockdown: Diese Ziele sind im 15-Kilometer-Radius

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Die 7-Tage-Inzidenz von 217,6 in Weiden schreibt es vor: Touristische Ziele außerhalb der 15-Kilometer-Marke sind für Weidener nun tabu. Wie weit aber kommt man ab der Stadtgrenze? Wir haben versucht nachzumessen.

Auf jeden Fall bis zum Fahrenberg im Nord-Osten, womöglich gar knapp bis zum Monte Kaolino im Süd-Westen. Die neuen Coronaregeln gelten ab Montag und damit der 15-Kilometer-Radius um Weiden in der Oberpfalz, das aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 217,6 hat.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Seit Montag gilt für die Stadt Weiden der 15-Kilometer-Radius für touristische Ausflugsziele. Grund dafür ist eine 7-Tage-Inzidenz von über 200. Das Robert-Koch-Institut meldet für Montag (11. Januar) einen Wert von 217,6. Damit liegt Weiden eindeutig über dem kritischen Wert und fällt damit unter die 15-Kilometer-Regel. Dieser Radius darf ab sofort also nur noch verlassen werden, wenn triftige Gründe vorliegen. Dazu zählen Fahrten in die Arbeit und zum Einkaufen. Wer zum Schlittenfahren oder zum Wandern möchte, muss sich Alternativen innerhalb der Grenze suchen.

Viele lohnende Ziele in der Umgebung scheinen für die Weidener tabu, andere lassen sich problemlos erreichen. Zu beachten ist, die 15 Kilometer gelten ab der Stadtgrenze, und es wird Luftlinie gemessen. So rücken Ziele nah, die relativ weit weg erscheinen. Eine Auswahl auf Basis unserer Berechnungen, die nicht auf den Meter genau erfolgen können und damit ohne Gewähr sind:

Weiden reißt weiter 200er-Inzidenz, Kreis Neustadt knapp drunter

Weiden in der Oberpfalz

Diese Ziele sind möglich

  • Wer mit dem Auto ins Ski- und Snowboardzentrum Fahrenberg im Altlandkreis Vohenstrauß fahren möchte, muss normalerweise von Weiden aus 21 Kilometer für eine einfache Fahrt einkalkulieren. Ab Stadtgrenze kurz vor Theisseil gemessen verkürzt sich die Strecke, und es sind nur noch rund 14 Kilometer.
  • Das Skilanglaufzentrum Silberhütte (Landkreis Tirschenreuth) schafft es gerade noch so in den 15-Kilometer-Radius (gemessen ab der Stadtgrenze bei Theisseil). Mit dem Auto sind es auf der Straße 25 Kilometer von Weiden aus.
  • Ein lohendes Ziel innerhalb der 15 Kilometer ist der Naturerlebnispfad im Klingenbachtal bei Kohlberg. Die Marktgemeinde im Südwesten des Landkreises fällt ganz eindeutig in den Radius.
  • Der größte Bewegungsspielraum bietet sich Richtung Südosten. Da Trauschendorf zur Stadt Weiden gehört, können Wanderer Ziele bis Moosbach (15 km), Böhmischbruck (13 km) oder kurz vor Tännesberg wählen.
  • Gerade noch so erreichen Ausflügler den Wanderparkplatz im Johannisthal bei Windischeschenbach (15 km ab Stadtgrenze Nord). Von hier aus bieten sich schöne Routen ins Waldnaabtal an. Die Wanderparkplätze bei Bernstein (16 km) oder Falkenberg (20 km) liegen außerhalb der Markierung.

Diese Ziele sind nicht möglich

  • Auf eine schöne Winterwanderung zum Oberpfalzturm im Steinwald müssen die Weidener derzeit verzichten. Für die einfache Strecke von der Weidener Nordgrenze nach Pfaben im Steinwald werden etwa 20 Kilometer veranschlagt.
  • Tabu ist auch ein Ausflug zur Burgruine Waldeck im Landkreis Tirschenreuth. Mit knapp 30 Kilometern Wegstrecke liegt das Ausflugsziel eindeutig zu weit weg.
  • Ebenfalls außerhalb des Radius liegt Schloss Guteneck im Landkreis Schwandorf mit 26 Kilometern einfach.
  • Über all die anderen weiter entfernt liegenden Ziele muss nicht diskutiert werden. Zu weit entfernt sind Fränkische Schweiz (Pottenstein 60 km), das Fichtelgebirge (Ochsenkopf 50 km) oder der Bayerische Wald (Großer Arber 100 km).
Kommentar:

Wozu in die Ferne schweifen?

Viele Weidener fahren gerne auf die Silberhütte oder den Fahrenberg. Dank der Stadtgrenzenregelung liegen beide Ziele innerhalb des erlaubten Radius'. Schlittenfahren, Skilanglauf (auch wenn nicht offiziell gespurt ist) oder einfach nur Wandern machen in tiefverschneiter Landschaft richtig Spaß. Und wie erwartet, werden sich auf den Höhen des Oberpfälzer Waldes die Ausflügler drängen, als gebe es keine Corona-Pandemie. Natürlich ist die Ansteckungsgefahr im Freien eher gering, doch muss man wirklich dahin fahren, wo alle hinwollen? Rund um Weiden gibt es so viele schöne Wanderwege und auch Schlittenberge, auf die man ausweichen kann. Es lohnt sich auch, das Auto einmal komplett stehen zu lassen, zu Fuß in die Natur zu gehen und Dinge zu entdecken, an denen man früher einfach vorbeigefahren ist. Fischerberg, Naabauen, Sauerbachtal, Manteler Forst, die Gegend rund um den Schießlweiher oder das Lerautal bieten sich für einen entspannten Spaziergang geradezu an. Für die einen ist das Glas halb leer, für die anderen halb voll. Ich zähle mich lieber zur letzteren Gruppe, denn es macht eindeutig mehr Spaß, sich über die kleinen schönen Dinge zu freuen, als ständig über etwas zu meckern.

Michaela Lowak

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.