13.06.2021 - 12:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Hütte des Alpenvereins wieder Wanderziel

Tirol ist seit Freitag kein Risikogebiet mehr und die Mitglieder der DAV-Sektion Weiden erwarten wieder Wanderer auf ihrer Berghütte. Die Erarbeitung eines Hygienekonzeptes stellt sie allerdings vor Herausforderungen.

Die "Weidener Hütte" darf wieder Wanderer empfangen.
von Helmut KunzProfil

Nach einem einigermaßen normalen Sommerbetrieb 2020 musste die "Weidener Hütte" des Alpenvereins, Sektion Weiden, im Winter dicht machen. "Seit Samstag, 12. Juni, haben wir wieder geöffnet", berichtet Schatzmeisterin Doris Reil. Tirol ist seit Freitag kein Risikogebiet mehr.

"Im Sommer war der Lockdown noch nicht gar so streng. Zwar musste Hüttenwirt Gerhard Baumgartner Mitte März letzten Jahres zwei Wochen früher schließen als geplant. Aber dann hatte er ab Juni mit dem entsprechenden Hygienekonzept noch eine gute Saison. Wir waren zufrieden."

Anfang Oktober, also wieder zwei Wochen früher als normal, war dann wieder Zapfenstreich. "Wir mussten damals unsere Gemeinschaftsfahrt kurzfristig wegen des Lockdowns absagen." Natürlich wurden die Zimmer schon im letzten Jahr umgerüstet, zwischen den einzelnen Bettenlagern wurden Trennwände aufgestellt. "Unser Hüttenwirt hatte eine Anzahl von Auflagen. Betroffen waren aber vor allem wir von der Sektion. Wir mussten ja die Hygienemittel bezahlen."

"Als Alpenverein setzen wir auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Wir waren deswegen geschockt, als der Wirt die Lufttrockner in den Toiletten wegen der Aerosole gegen Einmalpapierhandtücher austauschen musste." Massig Müll sei angefallen. Die Entsorgung von Papier auf einer Hütte in den Alpen sei ungleich schwieriger, als unten in der Stadt. "Inzwischen verlangen viele Hütten von ihren Gästen, dass sie ihre eigenen Handtücher mitbringen."

Mehr Müll durch Corona

Auf der Weidener Hütte gibt es 56 Betten: 30 Zimmer- und ein 26 Personen fassendes Matratzenlager. Für dieses Jahr gebe es bereits eine Reihe von Buchungen, sagt die Schatzmeisterin. Ausgebucht sei man aber noch nicht. "Die Leute verhielten sich einfach noch vorsichtig. Die Regeln könnten sich jederzeit ändern. Viele warteten erst einmal ab."

In normalen Jahren sei die Hütte, die auf 1799 Meter in den Tuxer Alpen liegt, schon ausgebucht. Vor allem an den Wochenenden. Unter der Woche sei sie meist nur in den Ferien voll belegt. "Ohne Reservierung geht dann nichts. Und in der Coronazeit schon gar nicht."

Die Hütte sei in eineinhalb bis zwei Stunden fußläufig zu erreichen. "Da führt sogar ein nicht öffentlicher Wirtschaftsweg für den Wirt und zu den Almen hoch."

Aufs Vereinsleben habe Corona massive Auswirkungen gehabt. "Wir konnten von der Sektion keine Veranstaltung durchführen", sagt die Schatzmeisterin. Die Jahreshauptversammlung müsse nachgeholt werden. Auch die Kletterhalle mit der Kletterwand in der Berufsschule sei geschlossen gewesen. "Seit letzter Woche gibt es wieder Kletterkurse." Auch ein Kontakt zur Geschäftsstelle habe nur mit Termin vereinbart werden können.

Die Coronaregeln würden in jedem österreichischen Bundesland anders gehandhabt, erklärt die Frau des Vereinsvorsitzenden. "In Österreich zählt eine Gruppe als ein Haushalt. In Bayern ist das anders. Hier braucht man ohne PCR-Test in der Gruppe gar nicht aufsteigen." Und das mache Planungen so schwierig. Sie persönlich sei im letzten Jahr auf der Hütte gewesen. "Das war ein reiner Arbeitseinsatz. Normalerweise sind wir mehrmals im Jahr unten."

Nur mit Reservierung

Hintergrund:

Die Weidener Hütte

  • Liegt auf 1799 Metern Höhe, Tuxer Alpen im Bundesland Tirol in Österreich
  • Übernachten kann jeder, Mitgliedschaft im Alpenverein nicht notwendig
  • Preise: Erwachsene (Schlafplatz im Zimmer für Mitglieder): 17 Euro, Nichtmitglieder 28 Euro; Matratzenplatz: 12 Euro, Nichtmitglieder 23 Euro
  • Aktuell Maskenpflicht im Gastraum (nicht am Tisch) und auf dem Weg zu den Zimmern
  • DAV-Sektion Weiden: 2620 Mitglieder (Stand: 31.12.2020)

Wandern auf dem Goldsteig

 

 

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