26.10.2020 - 12:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener RBO-Busse fahren umwelt- und fahrgastschonend

Die Bustochter der Bahn, RBO, hat mittlerweile alle Linienbusse mit Telematik ausgestattet. Dadurch sollen die Fahrer nicht nur beim sanften Anfahren und geschmeidigen Bremsen unterstützt werden, sondern auch Diesel sparen.

In der Waschhalle simuliert Horst Waldthier ein starkes Abbremsen, das sich auf dem Monitor als leuchtender Balken (links) darstellt.
von Walter BeyerleinProfil

Die DB-Regio spart durch den Einsatz von Telematik rund 100.000 Tonnen CO₂ auf Schiene und Straßen ein. Im Weidener Betriebshof der Deutschen Bahn hatte Werkstattleiter Christian Felder die Einführung des Telematik-Assistenz-Systems befürwortet.

Felder betonte nun, dass die Einsparungen beim Dieselverbrauch und die Verringerung des CO₂-Ausstoßes nur einen Teil der Vorzüge der neuen Technik ausmache. "Das Telematik-Assistenz-System ermöglicht den Fahrern ein fahrgastfreundliches Fahren", sagte Felder. Dafür sorgt der kleine Bildschirm links vom Lenkrad, leicht erhöht und deshalb im idealen Blickwinkel des Fahrers – ohne diesen allzu sehr vom laufenden Straßenverkehr abzulenken. Dieser Bildschirm macht den Fahrer durch Symbole auf Verkehrssituationen oder auch auf den Zustand einer Straße aufmerksam.

Da gibt es beispielsweise dicke rote Balken für starkes Abbremsen, ein umfallendes Männchen, wenn der Zustand einer Straße schlecht ist, der Omnibus den Anschein macht, ins Schlingern zu kommen oder der Fahrer die Kurve zu schnell anfährt. "Weil sich dann der Fahrgast unwohl fühlen konnte, kommt eine entsprechende Warnung an den Fahrer", erklärte Felder. Wenn auf der Straße „keine besonderen Vorkommnisse“ zu erkennen sind, bleibt der Bildschirm dunkel. Horst Waldthier, seit 32 Jahren Omnibusfahrer bei der Deutschen Bahn, bestätigte, dass die Fahrt vor allem für die Fahrgäste angenehmer ist.

Bernd Honerkamp, Sprecher des Deutsche-Bahn-Regionalbüro in München, nannte aktuelle Zahlen: 100.000 Tonnen CO₂ auf der Schiene und der Straße spart die Bahn seit der Einführung der neuen Technologie jährlich ein. Die DB Regio bringe den Verbrauch fossiler Kraftstoffe nach unten und habe die Klima- und Verkehrswende im Nahverkehr auch in Zeiten von Corona fest im Blick.

Das Telematik-Assistenz-System zeigt Leerlauf, Beschleunigungen und Bremsverhalten nicht nur optisch im Bildschirm an, sondern gibt dem Fahrer in Echtzeit Rückmeldungen zum Fahrstil. Und gerade das Bewusstsein des eigenen Fahrstils mache es aus, dass Busfahrer den CO₂-Ausstoß um bis zu sieben Prozent reduzieren können, verdeutlichte Honerkamp. Die Einsparung von 100.000 Tonnen CO₂ entspreche dem Verbrauch von Strom und Heizwärme einer mittelgroßen Stadt wie Weiden. Für Weiden schätzte Honerkamp die Einsparung des CO₂-Ausstoßes auf rund 18.000 Tonnen ein.

Lena Ascherl (20) ist Busfahrerin bei der Firma Wies in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Der kleine Bildschirm links vom Lenkrad des DB-Region-Omnibusses zeigt dem Fahrer Auffälligkeiten auf der Straße, oder auch die notwendige Stärke des Abbremsen in Verbindung mit der möglichen Beeinträchtigung von Fahrgästen an.
Werkstattleiter Christian Felder (links) und Omnibusfahrer Horst Waldthier loben die Vorteile der neuen Technik.
Bernd Honerkamp, Sprecher Bayern DB Regio, Werkstattleiter Christian Felder und Omnibusfahrer Horst Waldthier (von links) loben die Vorzüge des neuen Techniksystems in Verbindung mit der Einsparung des CO2-Ausstosses.
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