13.03.2020 - 14:24 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Schulen schließen ab Montag: Unterricht per Internet

Das Coronavirus und seine Folgen: Ab Montag bleiben auch die Klassenzimmer in den Weidener Schulen bis zu den Osterferien geschlossen. Das darf laut Kultusministerium aber nicht mit Ferien verwechselt werden.

Strahlende Gesichter zum Schulschluss am Freitag an der Pestalozzi-Mittelschule in Weiden. Bis zu den Osterferien heißt das für die Schüler jetzt allerdings nicht Däumchen drehen, sondern Zuhause lernen.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Für viele Eltern stellt sich die Frage, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen, wenn sie berufstätig sind. "Für Schüler der Klassen eins bis sechs wird die Betreuung sichergestellt, so wie es angeordnet ist", sagte Oberstudiendirektor Reinhard Hauer vom Elly-Heuss-Gymnasium. Der Schulleiter greift dafür auf Kräfte des Elly-Eins-Plus-Teams zurück und auf die Räume, in denen ansonsten die Nachmittagsbetreuung stattfindet. Die Schulschließung darf nicht mit Ferien verwechselt werden, betont er. Denn die Schüler werden per Internet Arbeitsmaterialien und -aufträge erhalten - über "Mebis", ein Internetportal des Kultusministeriums. "Bei den Rechnerkapazitäten klemmt es derzeit noch etwas", räumte Hauer ein. Er war jedoch optimistisch, dass dieses Problem schnell gelöst wird.

Über den "Schulmanager Online" hat das Augustinus-Gymnasium ein virtuelles Klassenzimmer eingerichtet, in dem nach Angaben von Schulleiter Ulrich Winter für jede Klasse ein Ordner angelegt ist. Dort werden die Lehrer bis zu den Osterferien Unterrichtsmaterialien bereitstellen. Alle Lehrer stehen außerdem - wie an den anderen Schulen auch - für Rückfragen per E-Mail zur Verfügung.

Weiter gilt laut Winter: "Das Augustinus-Gymnasium darf von Schülern sowie von Eltern und Erziehungsberechtigten - vorläufig - bis zum 19. April nicht betreten werden." Dennoch wird eine Notbetreuung für die Jahrgangsstufen fünf und sechs eingerichtet. Dabei hält sich die Schule an die Vorgabe von Staatsminister Michael Piazolo: Die Betreuung ist möglich, falls beide Elternteile oder im Fall von Alleinerziehenden das eine Elternteil in "systemkritischen Berufen" - zum Beispiel als Arzt, Pflegekraft oder Polizist - tätig ist. Betroffene sollen sich möglichst bald melden.

Ganz so eng will Realschuldirektor Michael Meier von der Hans-Scholl-Realschule die Grenzen nicht ziehen. Wobei er am Freitagvormittag darauf hinwies, dass ihm noch keine offiziellen Anweisungen aus dem Kultusministerium vorliegen. Nach seinem Kenntnisstand sei die Betreuung für Fünft- und Sechstklässler sicherzustellen, wobei er nicht die Absicht habe, die Berufe der Eltern abzufragen. Die Eltern werden per Eltern-Schüler-Informations-System (Esis) über den Unterrichtsstoff informiert.

Nur auf die Kinder von Eltern in "systemkritischen Berufen" will dagegen Rektorin Susanne Genser die Notbetreuung an der Sophie-Scholl-Realschule begrenzen. "Wie vorgegeben." Die beiden "Mebis"-Koordinatoren der Schule hätten seit Mittwoch mit den Schülerinnen den Umgang mit dem System geübt, um die Versorgung mit Unterrichtsmaterialien sicherzustellen. "Es ist noch etwas holprig, aber die Kapazitäten werden noch aufgerüstet."

"Wir haben uns ein teures Infoportal samt Elternportal geleistet." Oberstudiendirektorin Sigrid Bloch vom Kepler-Gymnasium ist deshalb überzeugt, die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern der 5. bis 10. Jahrgangsstufe über dieses "Elternportal" sicherstellen zu können. Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe werden über die Plattform "Mebis" versorgt. Was die Notbetreuung betrifft, wartet die Schulleiterin noch auf konkrete Informationen aus dem Kultusministerium. "Wenn es gefordert wird, können wir die Betreuung noch kurzfristig organisieren."

An den Grund- und Mittelschulen in Weiden und dem Landkreis Neustadt haben einige Lehrer den Kindern bereits am Freitag Aufgaben mit nach Hause gegeben, berichtet Schulamtsdirektorin Elisabeth Junkawitsch. Andere Schulen nutzen "Mebis", "Esis" oder E-Mails, um Unterrichtsmaterialien zu übermitteln. Die Notbetreuung für die Erst- bis Sechstklässler werde auf alle Fälle sichergestellt. Sie richte sich in erster Linie an Kinder von Eltern, die beide in systemkritischen Berufen tätig sind.

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