07.02.2020 - 11:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener will "Ninja Warrior" werden: Nach Krankheit zurückgekämpft

Stefan Dewald ist begeisterter Sportler – bis er im vergangenen Sommer einen schweren epileptischen Anfall erleidet. Doch er kämpft sich zurück. Nun hat er sogar die Chance, in der RTL-TV-Show "Ninja Warrior" aufzutreten.

von Stefan NeidlProfil

Er war schon immer sportbegeistert, erzählt der Weidener Stefan Dewald. Er probierte bereits Eishockey, Krafttraining, Wakeboard, Snowboard, Bouldern und Fußball aus. Auf den Geschmack für spezielle Parcours kam er über Ninja-Parks und der Teilnahme am 18-Kilometer-Lauf "Tough Mudder" in Süddeutschland. "Was mich daran faszinierte, war das Teamgefühl. Schwere Aufgaben und Hindernisse gemeinsam zu bewältigen", erzählt der Sachbearbeiter.

Bereits 2019 bewarb er sich bei den Castings zu "Ninja Warrior". Seine Leistungen waren so gut, dass er die Zusage für die TV-Show bereits hatte. Doch so weit kam es nicht. Kurz nach seinem 30. Geburtstag, am 13. Juli, war er in der Weidener Innenstadt unterwegs. Plötzlich fühlte er sich merkwürdig, erzählt er. "Ich dachte an Müdigkeit vom Training." Dann könne er an nichts mehr erinnern. Seine Freunde erzählten ihm danach, er habe zu zittern angefangen und keine Luft mehr bekommen. Eine Freundin, mit der er damals unterwegs war, arbeitet in der Notaufnahme und erkannte sofort einen epileptischen Anfall. Sie leistete Erste Hilfe und rief den Krankenwagen.

Ärzte diagnostizierten ein blutendes Kavernom, also eine Gefäßfehlbildung im Gehirn. In einer mehrstündigen Operation entfernten sie das Kavernom. Bei Untersuchungen fanden die Mediziner 13 weitere Kavernome. Die sind gutartig, aber regelmäßige Kontrollen sind nun Pflicht für Dewald.

Der Weidener lag für mehrere Wochen im Krankenhaus. Danach durfte er monatelang keinen Sport machen. Mit Hilfe seiner Familie und besten Freunde stand er diese schwere Zeit durch. Heute ist er wieder voll im Training. Die Gedanken an den Vorfall und das Bewusstsein, dass weitere Kavernome in seinem Körper vorhanden sind beschäftigen ihn aber. "Meine positive Einstellung und der Blick nach vorne stärken mich aber immer wieder", sagt der 30-Jährige.

Seine Erholung lief so gut, dass er sich ein zweites Mal als "Ninja Warrior" versuchen wollte. Für den zweiten Versuch trainierte er speziell Griffkraft, Kraftausdauer und Cardio. Unterstützt wird er viel von Freunden, so "können wir uns gegenseitig pushen". Dazu macht er weiter Bouldern, Crossfit und Parcours.

Die zweiten "Try Outs" fanden nun Ende Januar in München statt. In seiner Gruppe sei er der Beste gewesen und er habe viel Lob von den Konkurrenten erhalten, erklärt er. "Der Ninja-Sport ist wie eine große Familie. Es herrschte Teamfeeling." Einzig eine Balanceübung machte ihm Probleme. Dies bereite ihm sonst keine Schwierigkeiten.

Der Veranstalter sei sehr an seinem Anfallserlebnis interessiert gewesen. Ob dies seine Chance auf eine Qualifikation zur TV-Show erhöht, möchte Stefan nicht sagen. Er will ein Vorbild sein. So etwas zu erleiden und sich zurückzukämpfen, damit will er andere inspirieren. Trotzdem möchte Dewald nicht deswegen ausgewählt werden, sondern nur durch seine Leistung überzeugen.

Ob er in der Show starten darf, das erfährt Stefan Dewald Ende März. Die TV-Aufzeichnungen finden im Mai und Juni in Karlsruhe statt. Die Ausstrahlung soll Ende des Jahres erfolgen.

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