„Als Schulleiterin bin ich sehr stolz auf dich“, sagte die Rektorin der Rehbühlschule, Tanja Willax-Nickl, als sie am Freitag Franziska Peter die von Kultusminister Michael Piazolo unterzeichnete Urkunde für den dritten Preis des Landeswettbewerbs „Erinnerungszeichen – Der Geschichte ein Gesicht geben“ in der Kategorie Grundschule überreichen durfte. Die Zweitklässlerin hatte mit ihrem Beitrag „Aventin – Eintrag in ein Freundschaftsbuch“ ein Preisgeld von 300 Euro gewonnen.
Die Aventinstraße sehe Franziska jeden Tag, weil sie dort wohne, formulierte die Rektorin die Laudatio der Jury. Immer wieder habe sie sich gefragt, was Aventin bedeute. Den Wettbewerb habe sie zum Anlass genommen, eigenständig zu recherchieren und auf die Suche danach zu gehen, was sich hinter dem Namen Aventin verberge. Antworten darauf habe die Schülerin im Internet und im Stadtarchiv gefunden, wo sie von Stadtarchivarin Petra Vorsatz unterstützt worden sei.
So habe sie herausgefunden, dass Aventin ein großer bayerischer Geschichtsschreiber gewesen sei, der eigentlich Johann Turmair hieß, 1477 in Abensberg geboren wurde und 1534 in Regensburg starb. Die Gundschülerin habe herausgefunden, dass Aventin bereits 1523 die erste bayerische Landkarte sowie eine "Baierische Chronik" veröffentlicht habe. „Sie freut sich sehr, dass sie in einer Straße wohnt, die nach einem großen bayerischen Geschichtsschreiber benannt ist.“
Um noch mehr zu erfahren, habe sich Franziska das Buch „Aventinus, Pionier der Geschichtsforschung“ besorgt, das ihr die Stadtarchivarin empfohlen hatte. Gemeinsam mit ihrer Mutter Simone Peter, einer Lehrerin am Augustinus-Gymnasium, habe sie das Buch bearbeitet. „Sehr kreativ und eigenständig dokumentierte die Zweitklässlerin ihre Rechercheergebnisse und historischen Erkenntnisse“, hieß es in der Laudation weiter.
In einem Freundschaftsbuch habe sie Kopien von Portaits, Landkarten und Denkmälern mit erläuternden handschriftlich ausgeführten Texten zusammengestellt. Sie habe Aventin aus seiner persönlichen Perspektive heraus erzählen lassen und die Annäherung an die historische Person exemplarisch anhand eines Ausschnitts der bayerischen Landesgeschichte, der bis heute nachwirke, gezeigt.
Franziskas Bedürfnis, über den Straßennamen ihres Wohnortes etwas herauszufinden, mache deutlich, dass sie Spuren der Vergangenheit als bedeutsam für die Gegenwart erachte.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.