Update 05.02.2021 - 10:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidens Gründerszene zieht es in die Obere Bauscherstraße

Die Start-Up-Gemeinde der Region soll sich ausbreiten. Dazu rollt ein schöner Batzen Geld aus München nach Weiden. Ein neues Domizil bekommen die Gründer auch noch in der Stadt.

Das frühere Verwaltungsgebäude der Telekom soll eine Art Gründerzentrum für junge Digitalunternehmen werden.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger freut sich. Aus der Fraktionsreserve, also den Haushaltsmitteln über die die Abgeordneten verfügen können, eiste er 55000 Euro für die Digitale Gründerinitiative Oberpfalz (DGO) frei. Damit sollen sich junge Digital-Start-Ups besser entfalten können.

Bislang hat die DGO außer einem Standort in Amberg ein Stockwerk im E-House gleich bei der OTH am Hetzenrichter Weg angemietet. Neun Kleinunternehmen haben darin auf 170 Quadratmetern Platz. Aber nicht mehr viel. Daher soll weiterer Raum angemietet werden. Das frische Geld aus dem Landtag ist für Möbel und EDV bestimmt. Anvisiert sind 400 Quadratmeter im Telekom-Gebäude an der Oberen Bauscherstraße.

Die Telekom nutzt diesen mehrstöckigen Klotz schon länger nicht mehr. Er gehört einem externen Dienstleister, der ISS Facility Services Holding GmbH aus Düsseldorf. Sie verwaltet und verwertet alle Liegenschaften der Telekom bundesweit.

"Wir haben viele konkrete Anfragen für Neugründungen", freut sich Dr. Wolfgang Weber von der OTH, der die Aktivitäten der DGO koordiniert. Neun junge Unternehmen hat er dabei unter seinen Fittichen. Das größte davon ist die Cipa GmbH, eine digitale Plattform für die Verpackungsindustrie, insbesondere den Bereich Wellpappe. Die von Stefan Uebelacker Anfang 2020 gegründete Firma entwickelt mit ihren 19 Mitarbeitern die Plattform openpack.de. Sie versteht sich als All-in-One-Lösung und bietet ein stark wachsendes Ökosystem für alle Partner der Verpackungsindustrie. Cipa zieht wohl in die Bauscherstraße und macht damit Platz für ein bis zwei Neuankömmlinge im E-House, erklärt Weber. Die übrigen Start-UPs der DGO sind:

  • Luminus Energie GmbH: Sie will als Dienstleister Gewerbetreibende mit dem passenden Energieversorger zusammenbringen und sich dabei um Vertragsmanagement und Einsparpotenziale kümmern. Sie verspricht Partnern bis zu 20 Prozent weniger Energiekosten pro Jahr und hat nach eigenen Angaben Hunderten von Kunden.
  • Medienagentur Andrea Will: Digitale Mediengestaltungsagentur einer OTH-Studentin.
  • Adigi.ai: Künstliche Intelligenz in der Reisebranche. Das Unternehmen gehört nix-wie-weg.de-Gründer Nicolas Götz aus Parkstein.
  • Wombambino: Online-Shop für innovative Schlafsäcke.
  • Strawbinary: Web-Development und Cloud-Services.
  • Ein namentlich noch geheimes Start-Up mit einem innovativen Shopping-Konzept.

Für Oetzinger ist die DGO "ein Musterbeispiel für Wissenstransfer von der Hochschule in die regionale Wirtschaft". Die Gründerinitiative kooperiert dabei außer mit der OTH Weiden-Amberg auch mit der OTH Regensburg, der Uni Regensburg und dem IT-Sicherheitscluster e.V. Ziel ist der Aufbau einer nachhaltigen Gründungskultur über Netzwerke. Konsortialführer ist die R-Tech GmbH Regensburg. Die OTH Amberg-Weiden managt in Abstimmung mit R-Tech eher die Aktivitäten in der nördlichen Oberpfalz. Die DGO geht auf einen Wettbewerb des bayerischen Wirtschaftsministeriums für jeden Regierungsbezirk aus dem Jahr 2015 zurück. Den Preis für eine Gründerinitiative in der Oberpfalz holte sich die hiesige OTH. Das ist bislang mit 1,8 Millionen Euro Förderung verbunden. Für Gebäudeflächen digitaler Start-Ups übernimmt das Ministerium 90 Prozent der Miete, die Unternehmen selbst den Rest.

"Die Digitale Gründerinitiative Oberpfalz ist ein Musterbeispiel für Wissenstransfer von der Hochschule in die regionale Wirtschaft."

Stephan Oetzinger

Die Onetz-Themenseite zur OTH Amberg-Weiden

 

 

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