28.05.2020 - 15:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiterhin gute Chancen für Auszubildende

Anders als der allgemeine Arbeitsmarkt ist der Ausbildungsstellenmarkt in der nördlichen Oberpfalz derzeit weitgehend stabil. Jugendliche haben aber weniger Hilfen zur Berufswahl.

Informationsangebote wie hier auf der Ausbildungsmesse 2019 fehlten in diesem Jahr
von Siegfried BühnerProfil

Weitgehend unberührt von der Coronakrise zeigt sich derzeit der Ausbildungsstellenmarkt. Die bundesweiten Negativschlagzeilen, zum Beispiel dass im Handwerk im kommenden Ausbildungsjahr jeder vierte Ausbildungsbetrieb weniger Ausbildungsstellen besetzen wird, treffen für die nördliche Oberpfalz nicht zu. „Die Ausbildungsbereitschaft von Arbeitgebern im Bezirk der Arbeitsagentur Weiden liegt weiterhin auf hohem Niveau“, sagt Arbeitsagenturchef Thomas Würdinger. Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur verzeichnet keinerlei Rücknahmen gemeldeter Ausbildungsstellen.

Die aktuellen Zahlen zum Ausbildungsstellenmarkt der Arbeitsagentur Weiden bestätigen diese Beobachtungen. Für die noch rund 500 Bewerber, die derzeit noch keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben, stehen 1200 unbesetzte Ausbildungsplätze, 100 mehr als vor einem Jahr, zur Verfügung. Allenfalls aus einem im Vergleich zum Vorjahr leicht rückgängigen Zugang an zusätzlichen Ausbildungsstellen im Frühjahr können überhaupt Spuren der gesamtwirtschaftlich schwierigen Situation abgelesen werden. Eine demographisch weiterhin um fast sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr rückläufige Bewerberzahl entlastet auf der Bewerberseite ohnehin.

Auch die Kammern beurteilen die Lage am Ausbildungsstellenmarkt weiterhin positiv. „Trotz der einen oder anderen Verunsicherung wie es im Herbst weitergeht, stehen die Betriebe zu ihren abgeschlossenen Verträgen“, sagt Florian Rieder, Geschäftsführer beim IHK-Gremium Nordoberpfalz. Für die IHK ist der Ausbildungsstellenmarkt somit weitgehend stabil. Dazu trage auch schon der nach wie vor bestehende Fachkräftebedarf bei. Ähnlich lautet die Lagebeurteilung bei der Kreishandwerkerschaft Nordoberpfalz. Auch dort liegen keine Meldungen über eine sinkende Ausbildungsbereitschaft der Handwerksbetriebe vor. Viele wären in Anbetracht des Bewerbermangels ohnehin froh, überhaupt einen Auszubildenden einstellen zu können, betont die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nordoberpfalz Christa Neubauer-Kreutzer. Mit dem Satz „bewerbt euch, Azubis werden immer gesucht“ empfiehlt die Neubauer-Kreutzer eine Bewerbung in einem Handwerksbetrieb. Die stabile Situation im Handwerk bestätigt sich auch darin, dass die Abschlussprüfungen in den einzelnen Handwerksberufen in den kommenden Wochen wie geplant stattfinden können.

Coronazeit-bedingte Einschränkungen spüren Bewerber laut Margot Salfetter, Teamleiterin der Berufsberatung der Arbeitsagentur, allerdings im Bereich Berufsorientierung. „Abgesagte Ausbildungsmessen beispielsweise in Weiden, Waldsassen oder Kemnath tun uns schon weh“ stellt die Teamleiterin fest. Damit entfielen neben der Vorstellung von Ausbildungsbetrieben auch Bewerbungstrainings, Eignungstests und Speed-Datings. Wegen geschlossener Schulen und Versammlungsverboten mussten auch zahlreiche andere geplante Berufsinformationsveranstaltungen abgesagt werden. Und manches Betriebspraktikum war wegen der weitverbreiteten Kurzarbeit nicht möglich. Dennoch sagt Teamleiterin Salfetter: „Die Berufsberatung begleitet die Jugendlichen bei der Berufswahl auch in dieser außergewöhnlichen Zeit und lässt niemand alleine.“

Wichtig sei für Schüler und deren Eltern „auf einfache und unkomplizierte Weise ansprechbar zu sein“. Deshalb steht ab sofort für Fragen der Berufswahl die zusätzliche thematische Servicerufnummer 0961/4092530 zur Verfügung. Berufsberater bieten den Ratsuchenden aus dem Bezirk der Arbeitsagentur Weiden unter dieser Rufnummer telefonisch Hilfestellung bei der Berufswahl an. Daneben gibt es nach wie vor für Fragen der Berufswahl die BA-Hotline 0800/4555500 oder die E-Mail-Adresse Weiden.Berufsberatung[at]arbeitsagentur[dot]de „Die Zeit der Krise kann gut für die Planung der eigenen beruflichen Zukunft genutzt werden“ stellt Salfetter fest und empfiehlt vor allem sich dabei die eigenen Stärken bewusst zu machen.

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