04.10.2021 - 18:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Die Welt rettet die Insel: Mit der Lizenz zum Fahren

Auf der britischen Insel werden die Soldaten zu Lkw-Fahrern, damit dem Volk nicht der Sprit ausgeht. Das ist peinlich für einen wichtigen Industriestaat und sollte für alle als Warnung dienen, kommentiert Sebastian Böhm.

Ein Absperrband ist an einer Zapfsäule befestigt. Im Vereinigten Königreich haben derzeit viele Tankstellen kein Benzin. Hintergrund ist ein Mangel an Lastwagenfahrern.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil
Kommentar

Früher segelte die britische Armee über die Weltmeere und eroberte neue Landstriche für das Empire. Aktuell rettet James Bond als Angestellter des britischen Auslandsgeheimdienstes in den Kinos wieder die Welt. Die Vergangenheit und die Fiktion zeichnen aber ein rosigeres Bild von der British Army, als die Realität hergibt: In der fahren die Soldaten nämlich Lastwagen, damit dem Volk nicht der Sprit ausgeht. Der Grund: Auf der Insel gibt es einfach zu wenige Lkw-Fahrer, die Benzin und Diesel zu den Tankstellen bringen.

Das ist peinlich für einen wichtigen Industriestaat und sollte für alle als Warnung dienen. Solche Dinge passieren, wenn Länder in einer globalen Welt versuchen, den einsamen Weg zu gehen. Das hat jetzt auch die Regierung um Boris Johnson begriffen - allerdings viel zu spät. Rund 5000 ausländische Fahrer bekommen nun doch kurzfristige Arbeitsvisa, weil sie die Lizenz zum Fahren besitzen.

James Bond kann in den Kinos vielleicht die Welt vor dem Untergang bewahren, doch die Welt muss auf die Insel kommen, um Johnsons Fehler auszubügeln - das ist die traurige Realität.

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