15.08.2021 - 11:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weniger Verkehr, weniger Unfälle: Corona-Effekt auf A 93 und A 6

Vieles, aber nicht alles ist schlecht an der Pandemie. Auf den Autobahn-Abschnitten, welche die Weidener Verkehrspolizei betreut, ist eine bedenkliche Entwicklung vorübergehend gebremst.

Nach einem Unfall im Oktober 2020 staut sich der Verkehr bei Altenstadt/WN. Insgesamt aber gingen die Unfallzahlen auf der A93 und der A6 stark zurück.
von Redaktion onetzProfil

Von Florian Staufer

Einen deutlichen Corona-Effekt hat die Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Weiden festgestellt – insbesondere auch bei der Verkehrsbelastung auf den Autobahnen. Für rund 80 Autobahn-Kilometer ist sie zuständig: auf der A93 von Pechbrunn bis Wernberg und auf der A6 von Leuchtenberg bis zur tschechischen Grenze. Laut der Statistik, welche die Gesetzeshüter jetzt veröffentlicht haben, waren 2020 etwa 11,5 Millionen Fahrzeuge auf der A93 unterwegs – 2,3 Millionen weniger als im Vorjahr, immerhin noch 500.000 weniger als im Jahr 2011. Auch auf der A6 sank das Verkehrsaufkommen 2020 im Vergleich zu 2019 von ca. 6,3 auf 4,7 Millionen Fahrzeuge. Weiter gestiegen ist zumindest der Anteil des Schwerverkehrs. Etwa 18 Prozent (-2 Prozent) sind es auf der A93. Auf der A 6 beträgt der Anteil 45 Prozent – ein Anstieg um 8 Prozentpunkte. Weitere Besonderheiten in der Jahresstatistik für die Autobahnen:

Viel weniger Unfälle

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle auf der A93 und der A6 ging binnen Jahresfrist auf 364 zurück (-18 Prozent). Bei 45 Zusammenstößen (2019: 56) kam es zu 70 Verletzten (-29). Auf der A93 im VPI-Bereich Weiden wird bei den Unfallzahlen (333, -11 Prozent) das zweite Jahr in Folge der Zehn-Jahres-Durchschnittswert unterschritten, auf der A6 wird mit 31 Unfällen (-56 Prozent) gar der niedrigste Wert verzeichnet. Nach Einschätzung der Polizei ist dies aber ebenfalls hauptsächlich den coronabedingten Einschränkungen geschuldet. Nach drei Verkehrstoten 2019 gab es 2020 keine Todesopfer bei Unfällen zu beklagen. Die häufigsten Unfallursachen: persönliche Fahrfehler (130) und zu wenig Abstand (30).

Nur 40 Unfallfluchten

Die rückläufige Entwicklung zeigt sich im Corona-Jahr auch bei der Zahl der Unfallfluchten: 40 auf der A93 (2019: 57) und nur 3 auf der A6 (2019: 12). Die Polizei konnte etwa jede dritte aufklären. Dafür waren 8 Verkehrsteilnehmer als Geisterfahrer unterwegs – 3 mehr als 2019. 2 von ihnen verursachten Unfälle. So zum Beispiel ein alkoholisierter 19-Jähriger, der bereits in Tschechien auf der falschen Seite auf die A6 auffuhr und nahe Waidhaus bei einem Ausweichmanöver einen Lastwagen streifte. Alle Geisterfahrten fanden ein glimpfliches Ende.

Ohne Führerschein

Mit 101 Anzeigen, 24 mehr als 2019, führt das Fahren ohne Fahrerlaubnis auch 2020 die Statistik der Straftaten auf der Autobahn an. Weiterhin auffällig: wie im Vorjahr 35 Fälle von Tankbetrug an der Rastanlage Waldnaabtal. Insgesamt verzeichnete die VPI Weiden 171 Straftaten (+12).

13.400 Temposünder

Innerorts wurde der schnellste Raser mit 97 km/h anstelle der erlaubten 50 im Landkreis Tirschenreuth geblitzt. Ein weiterer Temposünder brachte es bei erlaubten 100 km/h im Landkreis Neustadt auf 176 Sachen. Auf der A93 überschritt ein Fahrer die erlaubte Geschwindigkeit in der 120er-Zone bei Weiden mit 194 km/h deutlich. Insgesamt wurden 2020 mit ca. 932.000 Fahrzeugen bei 969 durchgeführten Geschwindigkeitsmessungen durch die Polizei (2019: 665000 Kfz, 842 Messungen) mehr Kontrollen als 2019 veranlasst. 13.403 Fahrer waren zu schnell dran, eine Quote von 1,43 Prozent (2019: 1,78 Prozent). Es gab 9392 Verwarnungen, 4011 Anzeigen und 426 Fahrverbote.

173 Fahrverbote für Drängler

Bei 83 Abstandsmessungen stießen die Gesetzeshüter auf 1453 schwarze Schafe. Unter anderem waren 173 Fahrverbote die Folge. 41 Mal ergaben sich dabei auch andere Straftatbestände wie Fahren ohne Fahrerlaubnis. Bei 130 weiteren Messeinsätzen brachte die Videoüberwachung 149 Verstöße ans Licht. Hier gab es 145 Anzeigen und 4 Verwarnungen.

Gefahr im Verzug

3198 Fahrzeuge nahm die Verkehrspolizei bei Lkw-Kontrollen unter die Lupe und beanstandete davon 1428, eine Quote von 44,7 Prozent (2019: 55 Prozent). Die Beanstandungsquote im Gefahrgutbereich betrug bei insgesamt 718 Kontrollen sogar 56 Prozent. Hier kam es in der Folge zu 401 Anzeigen. Bei 127 Gefahrguttransporten war die Ladung nicht ausreichend gesichert.

Erfolgreiche Schleierfahnder

Den Schleierfahndern der Fahndungskontrollgruppe Verkehr gelangen 444 Aufgriffe (+40). Daraus resultierten 326 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren (2019: 327). 87 Delikte fallen in den Bereich der Rauschgiftkriminalität, darunter 61 Fahrten unter Drogeneinfluss. Meist werden in den Fahrzeugen geringe Mengen Marihuana oder Crystal Meth für den Eigenkonsum gefunden. Ein Drogenkurier hatte aber deutlich mehr dabei und seine Fracht für die Reise von Frankreich nach Serbien fachmännisch in seinem Fahrzeug verbaut: sechs Kilo Cannabis Er wurde dafür später zu vier Jahren Haft verurteilt. Im Bereich der Eigentumskriminalität (5 Fälle) gelang vor allem mit der Sicherstellung hochwertiger Elektrowerkzeuge, die bei Kfz-Aufbrüchen entwendet worden waren, ein Fahndungserfolg. Weitere Delikte waren unter anderem 39 Vergehen nach dem Waffengesetz, 22 Urkundenfälschungen, 2 Schleusungen.

Die Statistik der Verkehrspolizei von 2019

Weiden in der Oberpfalz
Verkehrsbelastung auf den Autobahnen 2020:
  • Für rund 80 Autobahn-Kilometer ist die Verkehrspolizei Weiden zuständig: auf der A93 von Pechbrunn bis Wernberg und auf der A6 von Leuchtenberg bis zur tschechischen Grenze
  • Verkehrsbelastung auf der A 93: etwa 11,5 Millionen Fahrzeuge
    (-2,3 Millionen im Vergleich zu 2019). Davon 18 Prozent Schwerlastverkehr (+ 2 %). 333 Unfälle (-11 Prozent)
  • Verkehrsbelastung auf der A 6: rund 6,3 Millionen Fahrzeuge (-4,7 Millionen im Vergleich zum Vorjahr). Davon 45 Prozent Schwerlastverkehr (+ 8 %). 31 Unfälle (-56 Prozent)

 

 

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