Weiden in der Oberpfalz
20.03.2020 - 15:53 Uhr

"Windows"-Office in der Krise

Wie viele Händler derzeit musste auch Tobias Sonna seinen Laden am Oberen Markt schließen. Die Arbeit geht aber dennoch weiter – an ungewöhnlicher Stelle.

Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt. Beim Blick über den Oberen Markt ist er erstaunt, dass unter den immer weniger werdenden Fußgängern auffallend viele Senioren unterwegs sind. Bild: Petra Hartl
Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt. Beim Blick über den Oberen Markt ist er erstaunt, dass unter den immer weniger werdenden Fußgängern auffallend viele Senioren unterwegs sind.

Mit einem „Windows“-Office, einem Fenster-Büro, versucht der Einzelhändler das beste aus der aktuellen Situation zu machen. Zeitweise arbeitet er im Schaufenster mit Blick aufs Leben draußen. Erstaunlich: „Es sind auffallend viele ältere Menschen unterwegs, die wir eigentlich zu schützen versuchen.“

Die Zahl der Fußgänger sei allein von Mittwoch, dem Markttag, auf Donnerstag spürbar zurückgegangen. „Im Schaufenster macht man tolle Erfahrungen, bringt manchen damit sogar zum Lachen.“

Von einem „doofen Gefühl“ spricht Sonna, wenn er sich daran erinnert, wie er am Dienstagabend den Laden zusperrte mit dem Wissen, längere Zeit nicht aufmachen zu dürfen. „Innerhalb von 48 Stunden hat sich die eigene Welt anders gedreht.“ Dennoch: „Aktuell glaube ich, dass die Regierung die richtige Entscheidung getroffen hat.“

Langweilig wird dem Geschäftsinhaber nicht, auch wenn er die Auszeit nicht für eine Urlaubsreise nutzen kann. „Als Selbständiger hast Du immer etwas zu tun. Vieles ist im Alltagsgeschäft liegengeblieben.“ Problem sind die Kosten. „Man muss reagieren.“

Sonna hat die bayerische Soforthilfe Corona bei der Regierung beantragt und Kurzarbeit für seine Beschäftigten angemeldet. Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes, Ortsgruppe Weiden, appelliert an seine Kollegen, ebenfalls Anträge zu stellen. „Das ist nicht kompliziert.“ Die aktuelle Lage treffe die lokalen Gastronomen, Hoteliers und Händler brutal.

Außerdem will er seine Kollegen motivieren, den Kunden zu signalisieren: „Wir sind erreichbar. Wir dürfen verkaufen und Waren zuschicken.“ An alle Leute hat Sonna einen Wunsch, wenn das Ende der Sperrzeit erreicht ist: „Bitte geht viel Essen, fahrt ausnahmsweise in Deutschland in den Urlaub und geht dabei shoppen.“ Und zum Online-Einkauf: „Bitte in der Krise nicht mehr online shoppen als vor der Krise.“

Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt mit Blick auf den Oberen Markt. Bild: Petra Hartl
Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt mit Blick auf den Oberen Markt.
Soforthilfe:

Tobias Sonna, Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes, Ortsgruppe Weiden, wusste am Freitag von acht Kollegen, die einen Antrag auf Corona-Soforthilfe des Freistaats gestellt hatten. Er selbst hatte den Antrag gleich nach Bekanntwerden ausgefüllt und auf den Weg gebracht.

Am Freitag sollten die ersten Gelder ausgezahlt werden. Bis Mittag habe er noch von keinem der Kollegen eine positive Antwort bekommen, dass sie das Geld auf dem Konto gefunden hätten. Der Einzelhandelsverbands-Vorsitzende hat aber noch Geduld und verweist darauf, dass die Regierung den größten Teil der Überweisungen bis Mitte nächster Woche zugesagt habe. (ui)

Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt mit Blick auf den Oberen Markt. Bild: Petra Hartl
Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt mit Blick auf den Oberen Markt.
Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt mit Blick auf den Oberen Markt. Bild: Petra Hartl
Homeoffice der öffentlichen Art betreibt Tobias Sonna im Schaufenster seines Geschäftes in der Innenstadt mit Blick auf den Oberen Markt.
 
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