04.09.2019 - 13:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Wirtschaft vom Elektroauto überzeugen

Noch zeigen sich viele skeptisch gegenüber Elektrofahrzeugen, auch in den Unternehmen. Die IHK wirbt deshalb für Elektromobilität mit einem ganzen Maßnahmenpaket.

Sie schauen sich das Elektroauto und die neue Ladesäule bei der IHK in Weiden an (stehend von links): Bürgermeister Jens Meyer, IHK-Vizepräsident Rolf Pfeiffer, IHK-Geschäftsstellen-Geschäftsführer Florian Rieder, Stadtwerkevorstand Johann Riedl, Stadtwerke-Projektleiter Thorsten Witzer und der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Weber. Am Steuer sitzt Etz-Geschäftsführer Mathias Rösch.
von Siegfried BühnerProfil

Eigentlich ging es bei der IHK-Informationsveranstaltung nur um die Eröffnung einer weiteren öffentlichen Ladestation für Elektrofahrzeuge in Weiden. 19 soll es laut IHK-Statistik davon bereits in Weiden geben, jetzt kam die 20. auf dem Parkplatz der IHK-Geschäftsstelle in Weiden dazu. Weil jedoch die IHK Regensburg und ihre Geschäftsstelle in Weiden diese Aktion als einen Teil einer eigenen Informations- und Aktionskampagne zur Elektromobilität betrachtet, war zu einer Diskussionsrunde mit prominenten Vertretern aus Energiewirtschaft, Energieexperten und Politik eingeladen worden.

„Wir wollen bei der Nutzung der Elektromobilität eine Pilotfunktion für die einheimische Wirtschaft ausüben“, sagte IHK-Geschäftsstellenleiter Florian Rieder. Deshalb wurde in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Weiden eine vorerst kostenlose öffentliche Ladestation eingerichtet, ein Elektrofahrzeug angeschafft und die Informationsbroschüre „Elektromobilität in Unternehmen“ der IHK-Regensburg vorgestellt. Die Informationsbroschüre wendet sich an vorrangig Unternehmen, erklärt aber auch dem Privatnutzer alle wichtigen Details einschließlich Technik und Recht der Elektrofahrzeuge.

Stadtwerke-Vorstand Johann Riedl sieht in den IHK-Aktionen ein „Zukunftsmodell für Firmen“. Und er empfahl, ähnlich wie in der Thermenwelt, dafür regenerative Energien zu nutzen. Dem Appell an die Unternehmen schloss sich auch der Vizepräsident der IHK-Regensburg Rolf Pfeiffer an, als er sagte: „Wir sollten hier in der Region Vorreiter sein.“ Der IHK-Vizepräsident sprach Grundsätzliches zur Umstellung auf die Elektromobilität an und meinte: „China hat sich für den Elektroantrieb entschieden.“ Deswegen würde es in Deutschland zu Veränderungsprozessen kommen „ganz egal was hier passiert“. Da es direkt oder indirekt um zwei Millionen Arbeitsplätze gehe, müsse Deutschland „an der Spitze dieser Technologie mitmarschieren“. Das setze allerdings auch voraus, dass diese Technologie „zuhause selbst angewendet wird“. Pfeiffer erinnerte daran, dass es auch hier in der Region zahlreiche Zulieferer für die Automobilindustrie gebe.

Bezogen auf die IHK-Aktionen zur Elektromobilität sprach der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Weber von einem Konzept „für Nachhaltigkeit und Zukunftsorientierung“. Einen Ladepunkt auf IHK-Gelände gebe es jetzt neben Regensburg auch in Weiden. Für Etz-Geschäftsführer Matthias Rösch machen öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge „Elektromobilität für alle sichtbar“. Wichtig sei dies deshalb, weil Bürger mit Einfamilienhäusern „zuhause ihr Elektrofahrzeug laden werden“.

Bürgermeister Jens Meyer, der selbst mit einem Elektroauto zum Termin kam, erinnerte an das gemeinsame Gutachten von Stadt, Etz und OTH zur Einführung der Elektromobilität in Weiden und das Ziel „mit Elektromobilität den CO2-Ausstoß im Stadtgebiet zu reduzieren“. Für Meyer kommt dieses Thema auch in der Bevölkerung „immer mehr an“. Schließlich mache das Fahren mit einem Elektroauto auch viel Spaß. Details über die von den Stadtwerken eingerichteten vier Ladestationen und über seine Erfahrung mit Elektroautos nannte Stadtwerke-Projektleiter Thorsten Witzer. Die Ladesäulen der Stadtwerke würden „gut genutzt“. 1800 Kilowattstunden Strom sei bisher „verschenkt“ worden. Eine Ladesäule schaffe maximal 22 Kilowatt pro Stunde. Das E-Auto der Stadtwerke verbrauche auf 100 Autokilometer etwa 15 Kilowattstunden Strom. Somit lägen die aktuellen Stromkosten unter den Benzin- oder Dieselpreisen, bestätigte Witzer.

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