20.01.2021 - 11:52 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Witt Weiden weiter auf Wachstumskurs

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Expansion ist für die Witt-Gruppe wahrlich kein Fremdwort. Das Versandhandelsunternehmen investiert erneut mehr als 20 Millionen Euro in den Ausbau seines Warenverteilzentrums. Gleichzeitig kommt es zu einer spektakulären Übernahme.

Von den 17,5 Hektar Gesamtfläche der Witt-Gruppe im Industriegebiet Weiden-West sind inzwischen rund 15 Hektar mit vier Warenverteilzentren bebaut. Die weitere Nutzung der verbleibenden 2,5 Hektar scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.
von Clemens FüttererProfil

Die Witt-Gruppe gliedert den modischen Versender Heine aus Karlsruhe ein. Logistik und IT werden komplett ins Oberpfälzische verlagert. Heine stand schon bisher unter dem Dach der gemeinsamen Konzernmutter Otto-Group. Wolfgang Jess, Vorsitzender der Witt-Geschäftsführung, bestätigt diese Entwicklung den Oberpfalz-Medien. „Wir werden mit der Marke Heine deutlich zweistellig wachsen“, betont Jess.

Auch ohne den „Familien-Zuwachs“ Heine geht Wolfgang Jess für die Witt-Gruppe im Geschäftsjahr 2020/21 von einem „leichten Plus“ aus: trotz der Coronakrise und gegen den rückläufigen Markttrend in der Textilbranche. Der Gesamtumsatz der Witt-Gruppe – mit dem Heine-Versand – dürfte dann erstmals die Schwelle von einer Milliarde Euro spürbar überschreiten (nach 856 Millionen Euro 2019/20). Zu den mehr als 3100 Beschäftigten kommt die fast 350-köpfige Heine-Belegschaft in Karlsruhe obendrauf.

Warenverteilzentrum IV: 35 neue Arbeitsplätze

Wie Roland Dietz, Bereichsleiter der Witt-Logistik, erklärt, macht die beschleunigte Eingliederung von Heine ein Vorziehen der zweiten Ausbaustufe für Lager und Versand um etwa ein Jahr notwendig. Die Dimensionen des Warenverteilzentrums IV mit 80 Meter Länge, 62 Meter Breite und 27 Meter Höhe sind ebenso eindrucksvoll wie das finanzielle Volumen: mit 33,3 Millionen Euro in der ersten Ausbaustufe und nunmehr weiteren 21 Millionen Euro für die Technik. 2022 entstehen hier mindestens 35 neue Arbeitsplätze. Derzeit versendet die Witt-Gruppe in der Spitze 125.000 Pakete und Päckchen mit bis zu 370.000 Artikeln am Tag. Dietz: „Ab Januar 2022 gehen wir täglich von 180.000 Sendungen mit bis zu 520.000 Artikeln aus.“ Logistik-Chef Dietz bestätigt, dass bereits im Frühsommer dieses Jahres Heine-Ware in Weiden-West eingelagert wird.

Insgesamt investierte die Witt-Gruppe 155 Millionen Euro in ihre vier Ausbaustufen mit modernster Technik. Für die verbleibenden 25.000 Quadratmeter des 175.000 Quadratmeter großen Areals zeichnen sich weitere Perspektiven nach einem „Masterplan“ ab. Dem Vernehmen nach rundet die Integration von Heine das Portfolio der Witt-Gruppe optimal ab. Während sich das Witt-Sortiment im preislichen Mittelfeld bewegt, gilt Heine als modischer ausgerichtet und preislich etwas höher angesiedelt.

Witt-Gruppe: 23 Onlineshops

„Der Verkauf von Textilien ist kein Zuckerschlecken“, spricht Wolfgang Jess Klartext über die Probleme der Textilbranche. Die rund 130 stationären Läden von Witt-Weiden steuern nur noch einen (relativ) kleinen Teil zum Umsatz bei. Nach Aussage von Jess werden die Corona-bedingten Ausfälle durch den gestiegenen Umsatz im Distanzhandel mehr als kompensiert. Die Witt-Gruppe setzt proaktiv auf heute 23 Onlineshops. Abhängig von der Marke, liegt der Online-Anteil am Umsatz bei der Witt-Gruppe bereits zwischen 20 und mehr als 50 Prozent. Die Witt-Gruppe zählt nach eigenen Angaben zu den führenden textilen Omnichannel-Unternehmen für die Zielgruppe 50plus im deutschsprachigen Raum. Insgesamt ist die Witt-Gruppe in zehn Ländern aktiv.

„Es steht kein einziger stationärer Standort aufgrund Corona zur Diskussion“, versichert Witt-CEO Jess. Auch aufgrund der sich abzeichnenden Marktbereinigung in der Textbranche vertraut er auf die eigene Stärke der Witt-Gruppe. Nach den „Lern-Erfahrungen“ durch die Coronakrise erwartet Jess sogar, dass die Witt-Gruppe „fitter“ aus der Pandemie hervorgeht: „Corona wirkte bei vielen Entwicklungen wie ein Brandbeschleuniger – und als Push für alle, die sich online bewegen.“ Es eröffneten sich durch die Krise jedenfalls mehr als weniger Chancen.

Bei der Witt-Gruppe greifen bei den operativen Arbeitsplätzen in Versand und Logistik strengste Hygieneregeln. „Ansonsten gilt die Devise: Wann immer möglich Homeoffice für jeden, der nicht unbedingt anwesend sein muss“, stellt Wolfgang Jess fest. Er geht mit gutem Beispiel voran. Der oberste Witt-Verantwortliche arbeitet – meistens – von Zuhause aus.

Kommentar: Ein Mutmacher in schwierigen Zeiten

Weiden in der Oberpfalz
Von den 17,5 Hektar Gesamtfläche der Witt-Gruppe im Industriegebiet Weiden-West sind inzwischen rund 15 Hektar mit vier Warenverteilzentren bebaut. Die weitere Nutzung der verbleibenden 2,5 Hektar scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.
Von den 17,5 Hektar Gesamtfläche der Witt-Gruppe im Industriegebiet Weiden-West sind inzwischen rund 15 Hektar mit vier Warenverteilzentren bebaut. Die weitere Nutzung der verbleibenden 2,5 Hektar scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.
Von den 17,5 Hektar Gesamtfläche der Witt-Gruppe im Industriegebiet Weiden-West sind inzwischen rund 15 Hektar mit vier Warenverteilzentren bebaut. Die weitere Nutzung der verbleibenden 2,5 Hektar scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

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